Nikotin als Einstiegsdroge

„Da steckt die Tabaklobby da- hinter“; Leserbriefe 2. Februar

Als ehemaliger Polizeibeamter und Streiter gegen den blauen Dunst seit mehr als 25 Jahren, kann ich der Leserbriefschreiberin Frau Petra Martin nur zustimmen. Wer als Schauspieler im Film, abgesehen er spielt eine dekadente Rolle und bringt Asozialität zum Ausdruck, so mag die Darstellung eines sucht abhängigen Rauchers noch künstlerisch der Realität entsprechen. Wenn aber die ganz normale Polizeiarbeit, und dies nicht nur im Film, sondern auch im ordentlichen Polizeiberuf als Normalität angesehen wird und scheinbar gesellschaftsrelevant sein soll, dann sollte dies bestimmt nicht befürwortet werden. Das Gegenteil, die Verachtung sollte Priorität haben. Nikotinsucht ist Drogensucht und ist in ihrer gesellschaftlichen, volkswirtschaftlichen Schädigung schlimmer, als die daraus resultierende Sucht mit harten Drogen. Die Argumentation, dies habe mit einer Stresssituation zu tun, kann ja wohl widerlegt werden. Da mit dem Suchtverhalten der Stress ja erst richtig gefördert wird. Übrigens 95 Prozent aller Konsumenten mit harten Drogen fanden den Einstieg über die Nikotinsucht. Ich empfinde es jedenfalls als besonders ekelig, wenn Menschen zur Zigarette greifen und sich diesen Dreck in die Lunge ziehen und auch noch ihr Umfeld damit belästigen. Am Montag, 1. Februar 2016, 22.15 Uhr, im ZDF, Montagskino, Jussi Adler-Olsen: Schändung. Kaum hatte die Sendung begonnen, haben sich zwei Ermittler der Kripo erst einmal einen Glimmstängel in den Mund gesteckt. Für mich das Signal, ein anderes Programm zu wählen oder den Apparat ganz auszuschalten. Würden doch wesentlich mehr Menschen die gleiche Einstellung haben, so bliebe man sicherlich von dieser perfiden, versteckten Fernsehwerbung oder nikotinsüchtigen Schauspielern verschont. Ein gutgemeinter Vorschlag von mir an die bayerische Polizeiverantwortlichen , vor mehr als 20 Jahren, Einstellungsvoraussetzung zum Polizeiberuf Nichtraucher, ein eindeutiges Signal gegen die Sucht und an die Jugend, ich kann meinen Traumberuf nur erreichen, wenn ich erst gar nicht mit diesem Dreck anfange. Leider ist dieser Beruf überdurchschnittlich mit Rauchern besetzt und Frauen sind ganz besonders betroffen.

Anton Morböck Weilheim

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