Noch einmal Nockherberg

Kritik an und Zustimmung für Kinseher; Leserbriefe 3. März

Wo sind die Zeiten geblieben, als noch ein Notarzt die Verletzungen der Anwesenden im Saal behandeln musste, weil sich diese vor Lachen die Oberschenkel wundgeklopft hatten. Nun komme keiner daher und sage, dass man eine gewisse Intelligenz voraussetzen muss, damit man den nicht vorhandenen Humor von der Kinseher verstehen kann. Der mäßige Beifall und die wenigen Lacher und kaum Klatscher sollten den Redenschreibern und Frau Kinseher zu denken geben. Die Flüchtlinge am Hauptbahnhof hatten mehr Beifall. Das ständige unsachliche Herumgetrample auf der CSU und deren Protagonisten ist nicht mehr lustig. Wollen die Kritiker wirklich einen Ministerpräsidenten Rinderspacher, den Hubsi oder Frau Bause? Es gibt viele gute Kabarettisten in Bayern, muss es nächstes Jahr wirklich wieder Frau Kinseher sein? Man erinnert sich, als sich der Dingsda von der SPD noch aufregte, weil ihn keiner kannte, aber den Söder als Legastheniker zu bezeichnen, hat mit Humor oder Derblecken wenig zu tun. Da können sich die vielen anwesenden Dingsdas direkt freuen, nicht erwähnt zu werden. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, vielleicht gibt es nächstes Jahr einen anderen Prediger und endlich wieder bessere Reden, die zu den ursprünglichen Werten des Nockherbergs zurückkehren.

Hans Winkler Schwaig

Die Fastenpredigt war schon eher unausgewogen, das Singspiel um einiges besser als sonst. Aber wie jedes Jahr an Peinlichkeit kaum zu übertreffen waren die beiden Moderatoren, Christoph Deumling und Amelie Fried. Während so ziemlich alle Anwesenden versuchten, sich den gegebenen Umständen gemäß einigermaßen traditionell zu kleiden und dies den meisten auch recht gut gelang, hatte es Amelie Fried bekanntlich ja noch nie nötig, sich kleidungsmäßig einer solchen Veranstaltung auch nur ansatzweise anzupassen. Dies gilt auch für Ursula Heller. Unmöglich! Was mich aber am meisten stört, ist, dass jetzt gerade überall über die bairische Mundart gesprochen und geschrieben wird und man sich dann aber von zwei Moderatoren, die des Dialekts nicht mächtig sind mit einem verpreußianisierten Unnützgeschwafel durch den Abend begleiten lassen muss. Da bin ich ausnahmsweise einmal ganz bei Barbara Stamm, wenn sie das Fehlen des Lokalkolorits bemängelt. Dies ist eine Zumutung! Hier besteht dringender Handlungsbedarf seitens der BR-Verantwortlichen. Es gibt bestimmt einige bayerische Urgesteine, die hierfür viel besser geeignet wären als Frau Fried, Frau Heller und Herr Deumling. Zum Beispiel Traudi Siferlinger, Tilman Schöberl, Elisabeth Rehm oder Christine Eixenberger. Da aber der BR ja beratungsresistent zu sein scheint, halten sich meine Erwartungen an den Starkbieranstich im nächsten Jahr in Grenzen.

Hans Neubauer Münsing

Für mich ist das wirklich Bemerkenswerte des diesjährigen Nockherbergs die Art und Weise, wie sich Leserbriefschreiber im Münchner Merkur gegenseitig die Meinung des Anderen um die Ohren hauen. Dieses Phänomen der Streit-Unkultur ist leider auch bei anderen Themen zu beobachten und nimmt einem die Lust, sich an den Debatten des Leserbriefforums im Münchner Merkur zu beteiligen. In einer guten Streit-Kultur muss ich die Meinung eines Anderen zwar nicht akzeptieren, doch respektieren muss ich sie schon. Warum nicht einfach der Meinung eines Andern seine eigene danebenstellen, ohne den Anderen herunterzumachen? Das versachlicht und gibt den Debatten damit eine positive Richtung.

 Hanns Peter Wagner Sauerlach

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