3 Leserbriefe

Genug Spendenwillige

Schwierige Fragen zurOrganspende; Ganz kurz;Leserforum 20. + 21. Januar

Ich kann die Diskussion zur Organspende nicht nachvollziehen. Wenn angeblich, wie schon öfters veröffentlicht, zwei Drittel der Bürger in Deutschland für eine Organspende sind, dann sollen sich doch diese eintragen lassen. Der Bedarf für die Bedürftigen könnte zum größten Teil aus dieser Anzahl an Spendenwilligen kurz bis mittelfristig abgesichert werden.

Gerhard Richter

Königsdorf

Ist sich Herr Hartl eigentlich darüber bewusst, dass er mit seiner ganz kurzen Regelung Menschen vom Empfang einer Organspende ausschließt, die ihren Leichnam der Anatomie einer Universität zur Ausbildung zukünftiger Mediziner vermacht haben? Da die Anatomien logischerweise komplette Korpusse brauchen, kommt für mich als potenziellen Organspender ein Organspenderausweis leider nicht in Frage. Sollen Leute wie ich für ihre Bereitschaft, die Ausbildung des Mediziner-Nachwuchses zu fördern, damit bestraft werden, dass ihnen im Bedarfsfall Organspenden verweigert werden? Sieht so Gerechtigkeit aus?

Alfred Anton Stadlbauer

Mering bei Augsburg

Ärzte verstehen unter dem Hirntod, wenn die Gesamtfunktion des Großhirns, also des Kleinhirns sowie der Hirnstamm irreversibel erloschen sind! Dabei macht es der Ärzteschaft nichts aus, wenn der „tote“ Mensch noch atmet und einen messbaren Puls hat. Er kann also noch schwitzen, er kann noch heftige Abwehrreaktionen beim Aufschneiden des Leibes machen und das vor dem Tod Gegessene verdauen. Jedoch, bereits im Dezember 2008 stellte die „President’s Commission on Bioethics“ der USA fest, dass angesichts neuer Forschungsergebnisse nicht sicher gesagt werden könne, dass ein Hirntoter tatsächlich tot sei. Denn, Sein Gehirn könne noch die Temperatur regulieren, auf Infektionen reagieren - etwa mit Fieber - oder mit dem Hormon ADH die Urinausscheidung regulieren. Die mit feinen Messinstrumenten aufgenommenen Muster des „hirntoten“ Gehirns deuteten gar darauf hin, dass es auf Schmerz reagiert. Auch für den Kardiologen Paolo Bavastro aus Stuttgart ist die Sache nicht so eindeutig. Er bezeichnet den Begriff Hirntod sogar als eine „arglistige Täuschung“. Ich bin mir absolut sicher, dass die heute verfügbaren Messgeräte in nur wenigen Jahren als ein alter Hut deklariert werden. Eine weiter entwickelte Techn-ik wird dazu führen, dass sich die Ärzteschaft, die heute noch Organe bei angeblich toten Menschen entnehmen, sich zumindest zutiefst schämen werden, wenn sie nicht sogar, aufgrund neuerer Sichtweise, dafür gerade stehen müssen.

Herbert Hoffmann

Weilheim

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