Augiasstall der Kurie

Kirchen brauchen Erneuerung; Leserforum 27. Dezember

Herr Huber skizzierte ein Bild vom Zustand der Kirchen – insbesondere in Deutschland – und erwähnt hierbei den Versuch des Papstes Franziskus, den Augiasstall der Kurie von all den Traditionen zu reinigen, die sich als Unrat in den Jahrhunderten angesammelt haben. Ich pflichte ihm bei, gebe jedoch zu bedenken, dass bereits Jesus in Mat. 16:6 seine Jünger vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer gewarnt hat. Die Lehre der Pharisäer und Sadduzäer war ein schlechter Sauerteig, denn sie vergiftete und verwirrte die Volksseele. Ihr ganzes Denken kreiste um törichte Überlieferungen der Ältesten, die häufig zu Streitigkeiten über kirchliche Fragen, zu scheinheiligem Getue und zu Hass Anlass gaben. Der Sauerteig dieser Vorschriften gärte so stark im jüdischen Gemüt, dass die Juden ihre Urteilskraft verloren. Die Priester beteten mit den Lippen, doch ihre Hände waren mit dem Blut Unschuldiger besudelt. Erpressung und Bestechung – auch Ämterkauf – herrschten bei ihnen unter der Maske kirchlicher Autorität. Jesus war sehr darauf bedacht, dass seine Jünger durch diese Lehren nicht missgeleitet und verwirrt würden. Betrachten wir uns die Allüren eines Marx und manch anderer Eminenzen, dann wird doch offenbar, welche Ähnlichkeiten menschlichen Verhaltens im Vergleich mit den Pharisäern zutage treten und sich bis auf den heutigen Tag in Form von Traditionen und Geboten erhalten haben und zumeist an den Menschen vorbei gepflegt werden! Noch ein Wort zum Text des Vaterunsers: Aramäisch lautet der Text eindeutig: Lass uns nicht in Versuchung fallen! Gott führt niemanden in Versuchung. Auch Judas ist durch seine eigene Liebe zum Geld zum Verräter an seinem Herrn geworden. Gott hilft denjenigen, die zu ihm aufblicken, das Falsche, die Bosheit und den Irrtum des materiellen Lebens zu überwinden. Das Wort „pasan“ ist besser mit „trennen von dem Bösen“ als mit „erlösen“ zu übersetzen. In Mat. 6:19 finden wir klar und unmissverständlich den Satz: „Ihr sollte euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe nachgraben und stehlen. Banken und Schließfächer waren lange Zeit im Nahen Osten unbekannt, nicht aber bei uns und insbesondere in Verbindung mit unseren christlichen Kirchen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt! 

Francesco Tasso Bad Heilbrunn

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