Leserbriefe

Passivität ist für die gesunde Entwicklung von Kindern eine Gefahr

Indoor-Sport verboten; Titelseite 13. November

Die verantwortlichen Entscheidungsträger in der Bayerischen Staatsregierung und in den Staatsministerien stehen wegen der Corona-Krise permanent vor belastenden Herausforderungen, auf die sie bisher mit sehr verantwortungsbewussten Entscheidungen reagiert haben. Dass vor allem der Kindergarten- und Schulbetrieb unter Berücksichtigung von sichernden Maßnahmen (Mund-Nasenschutz, Abstände und Lüftung der Räume) erhalten bleiben soll, ist in der pädagogischen und gesundheitserhaltenden Verantwortung zu begrüßen. Für den Sportunterricht sind erfolgversprechende Konzepte entwickelt, die sich bisher sehr wohl bewährt haben: Bewegung und Turnen mit Abständen zu den Mitschülern – Bewegungsspiele ohne Körpernähe zu Mitspielern (zum Beispiel Rückschlagspiele), Musik und Bewegung individuell, Fitness-Stationsbetrieb.

Seit Jahren bestehen erfolgreiche Verantwortungsgemeinschaften zwischen Eltern/Familien, Schulen und Sportvereinen zur Förderung und Erziehung der Kinder und Jugendlichen. Die meist sehr qualifizierten Kinder- und Jugendbetreuer/innen in den Sportvereinen sind sich ihrer besonderen Verantwortung vor allem in der derzeitigen Gefahrensituation bewusst und haben entsprechende Sporttrainingskonzepte – auch mit kompetenter Unterstützung der Sportverbände – entwickelt.

Da die Trainingsorte nicht immer im Freien sein können, sollten auch geeignete Sporthallen (zum Beispiel Tennishallen, Eissporthallen, Schwimmhallen, Großsporthallen) mit optimalen Belüftungsmöglichkeiten und unter Berücksichtigung der Abstände genutzt werden können. Wochenlange sozio- und psychomotorische Passivität ist für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zweifellos auch eine Gefahr!

Prof. Dr. Peter Kapustin

Taufkirchen (Vils)

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