Leserbriefe

Bessere Arbeitsverhältnisse auf dem Papier

Streik legt U-Bahn lahm;Titelseite 29. September; Rücksichtslos gegenüberallen Beteiligten; Leserforum 30. September; Streikfolgen nicht hinnehmbar; Leserforum 1. Oktober

Die Verärgerung von Pendlern in den überfüllten S-Bahnen kann ich verstehen. Aber wird nicht schon im Normalbetrieb gegen die Abstandsregeln verstoßen? Der Normalfall: Vier Leute sitzen auf drei qm eine halbe Stunde (in meinem Fall) nebeneinander und gegenüber. Von wegen 1,50 m Abstand.

Zum Thema Streik: Hier wird auf den Falschen eingeprügelt. Wenn die Arbeitgeber ohne Angebot in ein Gespräch gehen und darauf schon anfangs verweisen, dass kein Geld wegen Corona zum Verteilen vorhanden ist, was bleibt Verdi denn übrig?

Und da bin ich ganz bei dem Leserbrief von Herrn Freis. Erst klatschen für die vielen Bediensteten, verbales Lob (kostet nichts), und wenn dann Tarifverhandlungen anstehen, ist plötzlich kein Geld mehr übrig, für die EU-Milliardenbeträge und für Kampfhubschrauber aber schon! Dabei geht es vielen Bediensteten im öffentlichen Dienst nicht mal vorrangig um mehr Geld, sondern um bessere Arbeitsverhältnisse. Wer Angehörige im öffentlichen Dienst hat, mit Schichtdienst, Dienst an Wochenenden et cetera, weiß das. Aber bessere Arbeitsverhältnisse auf dem Papier über Personalschlüssel nützen nichts, wenn das Personal nicht vorhanden ist, weil sich keine Mitarbeiter wegen der miesen Bezahlung finden. Und da sind wir dann wieder beim Streik.

Gerhard Forster

Gernlinden

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