Zwischen Physik und Philosophie

Offene Frage; Leserbriefe 13. Mai

Es ist in der Tat so, dass bestimmte Eigenschaften der Merkurbahn um die Sonne (Stichwort Relativistische Periheldrehung) nicht im Rahmen der klassischen Newtonschen Gravitationslehre erklärt werden können. Dies ist aber durch die allgemeine Relativitätstheorie von Albert Einstein in ganz hervorragender Weise gelungen; die Ergebnisse der Berechnungen dieser Theorie stimmen nahezu perfekt mit den astronomischen Beobachtungen überein. In diesem Zusammenhang ist die Umlaufbahn des Merkurs physikalisch sehr wohl verstanden und erklärt. Die „Problematik“ der allgemeinen Relativitätstheorie besteht eben darin, dass sie mathematisch äußerst kompliziert und anspruchsvoll und daher anschaulich nur recht schwierig zu vermitteln ist. Es ist der große Verdienst Albert Einsteins, hier vor fast genau hundert Jahren die damals bestehenden Erkenntnisse konsequent weiter gedacht und berechnet zu haben. Es ist sicher nicht zutreffend, wenn dies so darstellt wird, dass Einstein eher zufällig eine Mathematik gefunden habe, die die Realität beschreibt. Vielmehr erkannte er als erster das grundlegende physikalische Konzept der gekrümmten Raumzeit, die die Bahn der Himmelskörper vorgibt und die eben auch die Merkurbahn exakt beschreibt. Darüber hinaus gehende Fragen, warum und wieso die Welt, in der wir leben, gerade so ist, wie sie nun mal ist, liegen dann schon eher in den Grenzbereichen der Physik und gehen mehr in die philosophischen Bereiche.

Dr. Klaus-Peter Hartmann Schondorf

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