Debatte ums bayerische Radioprogramm

„Sie haben einen Kulturauftrag zu erfüllen“; Leserbriefe 3. Februar, Rudolf Ogiermann: „Die Zeiten ändern sich“; Kommentar, „BR streicht die Volksmusik in Bayern 1“; Medien 2. Februar

Sie haben einen Kulturauftrag. – Diese Überschrift berührt mich zutiefst, denn sie ist der Kerninhalt meiner Intervention zum Thema Weihnachtsmusik vor einigen Wochen. Also lag ich auch da richtig, wertes Br1, wie es auch die zahlreichen Leserbriefe bewiesen haben. Doch zuvor ein Hinweis an Herrn Ogiermann, der schrieb, früher gab es Röhrenfernseher und heute eben Flachbildschirme und so ändern sich auch die Programme. Aber das sind doch zwei verschieden paar Schuhe. Man kann doch nicht sagen, jetzt haben wir keine Röhrenfernseher mehr, und deshalb ändern wir das Programm; ich weiß nicht. Doch zurück zu Br1. Sie machen den gleichen Fehler wie mit Ihrer Musik zur Vorweihnachtszeit; sie übersehen Ihren Kulturauftrag. Da ich mich noch sehr viel reise kann ich Ihnen sagen Br1 ist aus meiner Sicht der am besten aufgestellte Sender im Bundesgebiet durch seine tolle Mischung, seine tolle informative Gestaltung, und ich wiederhole, durch seine tolle Mischung. Nach der Enttäuschung über Ihr wenig entgegenkommendes Verhalten zum Thema Weihnachtsmusik habe ich Ihren Sender gemieden und war nach gut einer Woche wieder bei Ihnen, weil es keinen besseren Sender gibt. Sie sollten bei Ihrer Qualität bleiben, sich dessen bewusst sein und nicht ewig herumbasteln. Gerade die Zeit nach 19h00 ist für unseren Tagesablauf - oder auch die Sonntags zwischen 11h00 und 12h00 - eine besondere, wie übrigens andere Zeitabschnitte am Tage sie auch haben. Diese Stunde der Volksmusik passt tageszeitlich dort hin und bestätigt die Vielseitigkeit, die Ausgewogenheit Ihres Senders. Niemand Ihrer Hörer kommt auf die Idee zu sagen, ach, jetzt ist es 19h00 und ich schalte mal auf BR Heimat, um diese Musik zu Hören. Das ist ein klassisches Fehldenken. Jedermann, der „seinen“ Sender hört, bleibt bei ihm und freut sich über dies individuelle Programm, über seine Gestaltung und rennt nicht zum Radio und schaltet einen anderen Sender ein. Und dann lassen Sie die vielen Hörer allein, die noch kein DAB+ Radio besitzen. Sie haben doch sicherlich. hoffentlich, die Reaktionen in den Leserbriefen von gestern , dem 03. Februar 2016, zur Kenntnis genommen? Ich halte es für angebracht, wenn Sie diese mehrheitlich erkennbaren Ansichten ernst nehmen würden; bitte ändern Sie diese Programmpunkte bei Br1 nicht!

Wilfried Bowe Polling

Was sich der Bayerische Rundfunk (übrigens auch Ihr Kommentator) hier erlaubt ist eine Frechheit und ein weiteres Beispiel selbstherrlicher Missachtung seiner Hörerbedürfnisse. Bayern ist weit über seine Landesgrenzen hinaus beliebt für seine Landschaften und die Menschen, die darin leben. Letztere vor allem für den Erhalt ihrer Kultur, die sich rund um das Kirchenjahr mit typischer Musik und Brauchtum ausdrückt, um die uns viele Menschen beneiden, vor allem aus Gegenden, in denen eigenständiges Brauchtum und dazugehörende Musik seit langem ausgestorben sind. Der BR hat einen Bildungs- und Kulturauftrag, mit dem er den Erhalt dieser Kultur unterstützen und fördern soll. Unter anderem damit rechtfertigt er selbst die Zwangsabgaben seiner Hörer, trotz immenser Werbeeinnahmen. Und nun straft er gerade seine längsten und treuesten Hörer ab, die jahrzehntelang - ja ihr ganzes Leben lang - brav und klaglos die Abbuchungen ihrer Rundfunkgebühren toleriert haben, obwohl ihre Hörgewohnheiten zunehmend missachtet wurden. Um die ohnehin schon eintönige Massenberieselung noch weiter auf die Spitze treiben zu können, wird das Programm nun also umgestellt und damit die ältesten und von der Digitalisierung am weitesten entfernten Hörer ins Abseits gedrängt und damit in den meisten Fällen faktisch abgeklemmt. Das ist der eigentliche Skandal: Jüngere Hörer, die sich mit technischen Veränderungen leichter täten, andererseits für viel mehr Wirbel sorgen könnten, bleiben verschont. Diese gut kalkulierte Arroganz ist nicht zu übertreffen! In einer demokratischen Welt gäbe es eigentlich nur eine Konsequenz: Abschalten und sofortige Kündigung der Abbuchungsaufträge! Dass dies, ausgerechnet mit dem Hinweis auf einen Bildungs-und Kulturauftrag, nicht möglich ist, lässt den BR tun, was er will. Charakterlos? Nein: Kulturlos!

Gerd Mecker Eglharting

Laut Martin Wagner, Hörfunkdirektor des BR, sei klassische Volksmusik auf BR 1, das für Hörer um die 50 Jahre attraktiver gestaltet werden solle, immer weniger erwartbar. So wird sie kurzerhand in den Digitalkanal BR-Heimat ausgelagert. Herr Ogiermann stößt mit seinem Kommentar ins gleiche Horn, wenn er darlegt, dass die tägliche Volksmusiksendung um 19 Uhr in BR 1 ein Anachronismus sei und nicht mehr ins Umfeld aus Rock- und Popmusik aus den Siebzigern und Achtzigern passe. Es stellt sich mir dann schon die Frage, ob die katholischen und evangelischen Morgenfeiern sonntags zwischen 10 und 11 Uhr oder das Zwölfuhrläuten noch ins neue Format des BR 1 passen, dort ebenso nicht mehr erwartbar und genauso anachronistisch sind wie die abendliche Volksmusikstunde. Bleiben sie eventuell nur deshalb verschont, weil die Verantwortlichen den Einfluss der Kirchen im Rundfunkrat mehr fürchten als das Protestpotential der Volksmusikhörer, die ihre einwandfreien UKW-Empfänger nicht mal so locker gegen DAB- Radios austauschen bzw. entsprechend nachrüsten wollen oder können? Ein mit Zwangsgebühren finanzierter öffentlich-rechtlicher Sender, der einen Teil seiner über Jahrzehnte üblicher, vielfältiger und über UKW frei empfangbarer Sendungsinhalte so nebenbei ins Digitalradio verschiebt, wie demnächst auch BR Klassik, zugunsten einer neu zu schaffenden Jugendwelle, verprellt deren angestammte Hörer und zwingt nur sie zu zusätzlichen Ausgaben. Der Erfolg der angestrebten Programmreform steht aber noch lange nicht fest. Das Vorgehen des BR sollte von unseren Politikern im Rundfunkrat schon kräftig hinterfragt werden, auch um dieses Treiben nicht weiter ausufern zu lassen. Sonst könnte es nur eine Frage der Zeit sein, dass auch BR 2 zugunsten einer weiter auszudifferenzierenden Rock-, Pop- und Oldie- Senderlandschaft in DAB abgeschoben wird.

Renate Reuß Polling

Sein Einsatz für den Erhalt eines ursprünglichen Liedgutes und traditionellen Volksmusik sucht seinesgleichen.... Dabei liegt der Fokus auf dem Erhalt der regionalen Vielfalt der alpenländischen Traditionsmusik und der traditionellen Volkmusikformen... „ Mit diesen Worten überreichte der Heimatminister Dr. Markus Söder den Heimatpreis 2015 beim Festakt HEIMAT BAYERN in der Residenz München dem Bairisch-Alpenländischen Volksmusikverein e.V. Und weiter in seiner Rede: „Heimat ist wichtig für die kulturelle Identität. Seit vielen Jahren ziehen immer mehr Menschen nach Bayern und wählen unser Land zu ihrer neuen Heimat. Das liegt sicher nicht nur am wirtschaftlichen Erfolg und der hohen Lebensqualität: In Bayern ist unser Brauchtum, besonders aber die traditionelle Volksmusik, fester Bestandteil des Lebens- und Heimatgefühls ...“ Die Entscheidungsgremien beim BR sollten darüber mal nachdenken. Man fragt sich, worin sich der BR mit seinen 5 UKW-Kanälen sich von vielen Allerweltskanälen anderer Länder unterscheidet. Bei fünf Kanälen, die täglich etwa 18 Stunden senden (= 90 Stunden täglich) sollte es doch möglich sein, am Tag 1 - 2 Stunden im UKW-Bereich einer unverfälschten Volksmusik zu widmen.

Schorsch Schmid Spatzenhausen

Vielleicht ist es dem BR ja nicht so ganz bewusst, aber nicht Kinder, Jugendliche und Studenten finanzieren die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten mit Zwangsgebühren. Nein - es sind wir, die Damen und Herren jenseits der 30. Und - ja - auch die Bürgerinnen und Bürger im Rentenalter zahlen Rundfunkgebühren. Auch das sollten die Programmverantwortlichen gegenwärtig haben, wenn sie ihre persönlichen Vorstellungen eines „modernen, jungen und zeitangepassten“ Radioprogramms realisieren und dabei ihrer übertragenen Verantwortung gerecht werden wollen. Last but not least ist auch der ständigen Hochstilisierung des sogenannten Digitalradios entgegen zu halten, dass kein Mensch wegen der einsamen Idee des Bayerischen Rundfunks sämtliche Rundfunkgeräte eines Haushalts und zusätzlich allen zugehörigen Kraftfahrzeugen austauschen wird mit dem Ziel, der Erpressung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nachzugeben, den Sender BR Klassik und den „Landfunk“ nur noch per Digitalradio empfangen zu können. Und wen interessieren denn die vielbeworbenen Textbeigaben zu den jeweiligen Sendungen und Titeln wirklich? Oder soll man sich wirklich der Vorstellung nähern, dass der geneigte Hörer gespannt auf das Display des Rundfunkgerätes im Auto schaut, um mitzulesen? Schmarrn, oder? Es wundert mich wirklich, dass die für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zuständigen Mandatsträger mit keiner Wimper zucken, wenn derartige und für mich unglaubliche Eingriffe in wesentliche Strukturen des öffentlichen Bildungsauftrages vorgenommen werden.

Josef Stümpfl Tutzing

Der Bayerische Rundfunk BR.1 stellt jetzt also sein komplettes Programm auf nichtbayerische Musik um. Das heißt dann ja wohl, dass die Hörer zukünftig fast wind um die Uhr mit englischem Geplärr berieselt werden. Ich hoffe, dass die Verantwortlichen des BR dann auch so viel Anstand haben und auch ihren Namen ändern, vielleicht in Radio Chicago Außenstelle Munich. Dass dieser Radiosender mit seinem Sendeprogramm noch den Namen Bayerischer Rundfunk tragen darf, betrachte ich als Beleidigung meiner bayerischen Heimat. Und dann noch die ständige Behauptung, dass es sich bei den englischen Songs um die beste Musik für Bayern handeln soll, grenzt schon an einen Hörerverblödungsversuch. Wie gut, dass wir nahe an Tirol wohnend problemlos Radio Tirol hören können und das sogar ohne Digitalradio (auch im Auto möglich).

Ernst Huber Schongau

Was ist in die Verantwortlichen des Bayerischen Rundfunks gefahren? Die jeweils knapp eine Stunde Volksmusik (täglich von 19.05 bis 19.55 Uhr) und die sonntägliche Blasmusik (von 11.05 bis 12 Uhr) aus dem Programm von Bayern 1 herauszunehmen, grenzt an Nötigung einer großen Zahl von Hörern. Es muss doch möglich sein, diese beiden beliebten Sendungen weiterhin sowohl auf Bayern 1 (UKW) als auch auf BR Heimat (DAB plus) zu platzieren. Als Beispiel führe ich den „Heimatspiegel“ an, der von Montag bis Freitag von 5 bis 6 Uhr und am Samstag von 5 bis 7.30 Uhr gleichzeitig von Bayern 2 und BR Heimat ausgestrahlt wird. Aber wahrscheinlich ist beabsichtigt, diese Sendungen auf Bayern 2 ebenfalls zu streichen, nur wird die Katze noch nicht aus dem Sack gelassen. Übrigens finde ich, dass in alle Programme eingestreute Volksmusikbeiträge allemal abwechslungsreicher sind als ein über 24 Stunden gesendeter Einheitsbrei. Mir drängt sich auch die Vermutung auf, ob nicht die (Digital-)Radio-Lobby bei diesem Vorhaben des BR mitspielt.

Hugo Zimmert Bad Tölz

Mit der Begründung, dass Volksmusik auf Bayern 1 nicht „erwartbar“ sei, streicht Hörfunkdirektor Martin Wagner die beiden besten Sendungen der Welle aus dem Programm. Ihr Kommentator Rudolf Ogiermann hält die Strategie zugunsten der „Durchhörbarkeit“ für „nur konsequent“. Muss denn ein Radiosender erwartbar, durchhörbar sein? Reicht es nicht, wenn die restlichen 23 Stunden des Tages das immer Gleiche kommt? Reicht es außerdem nicht, dass ich mich für 5 andere Stationen entscheiden kann, auf denen ebenfalls genau das selbe läuft? Ein guter Bekannter von mir erwähnt oft, dass die Stunde Volksmusik zum Feierabend für ihn die schönste des Tages ist. Auch ich schalte, wenn ich mit dem Auto zu der Zeit unterwegs bin, mit Freude auf Bayern 1. Jemand, dem es nicht gefällt, kann wegschalten. Jemand dem es gefällt, aber kein DAB plus empfangen kann, jedoch nicht hinschalten. Natürlich könnten sich, um BR Heimat empfangen zu können, 7,4 Millionen Fahrzeughalter im Freistaat ein Digitalradio kaufen, genauso die 6,2 Millionen Haushalte. Man könnte aber ein so beliebtes Radioprogramm auch noch ein paar Jahre weiterführen, bis es eine höhere Verbreitung des Digitalradios gibt. Und bis dahin den Freunden der Bayern1 Volksmusik täglich eine Stunde Zufriedenheit und Freude gewähren.

Peter Kiser Unterschweinbach

Das ist für meinen Mann nun ein herber Schlag, denn gerade um 19 Uhr ist er im Auto unterwegs, meistens genau bis zum „Betthupferl“, und die Volksmusik entspannt nach einem stressigen Tag auf die allerbeste Weise. Schade, dass so eins ums andere der gemütlichen Unterhaltung einfach verschwindet, dabei sind die 50+-Hörer eigentlich das treueste Publikum! Bayern gibt nach und nach seine Identität auf - fehlt noch, dass der bayerische Touch in der Stimme wegfallen muss. Schad is, dass wahr is! Vielleicht wird’s auch gar nicht wahr.

Hoffentlich! Maximiliane Zenker München

Volksmusik im Bayerischen Rundfunk ist in Zukunft nur mehr mit einem Digitalradio zu hören – begibt sich denn der BR jetzt auf das Level der Korruptionsaffären à la Fifa, Uefa, DFB usw., um von den Digitalradio-Herstellern eine Finanzspritze zur Erhöhung des Budgets zu erhalten? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Anton Krahl Kirchdorf a. d. Amper

Obwohl ich das Moderatorenteam um Tilmann Schöberl in Bayern 1 sehr schätze, ist dort das Musikangebot eine Katastrophe. Den ganzen Tag nur englischsprachige Musik aus den Siebziger- und Achtzigerjahren, die schon tausendmal gespielt wurde. Hätte jemand am MM Interesse, wenn er dauernd 30 und 40 Jahre alte Meldungen anbieten würde? Sind alle über 50-Jährigen, für die das Programm anscheinend gedacht ist, so einfältig , dass sie nicht auch mal aktuelle deutsche, österreichische oder auch aktuelle englischsprachige Schlager und Popmusik vertragen könnten? Traditionelle Volksmusik war bisher immer auch eine Programmbereicherung, wobei auch die aktuellen Weiterentwicklungen dieser Musik bestimmt viele Hörer ansprechen würde. Die Musikmischung macht das Programm erst interessant und dies sollte sich der Hörfunkdirektor Martin Wagner einmal zu Gemüte führen.

Josef Dirl Heimstetten

Wenn ich weiterhin meine abendliche Lieblingssendung wie gewohnt hören möchte, muss ich ab Mai 2016 für daheim diverse neue Radiogeräte kaufen (Wohnzimmer, Küche, OG). Also erst mal zahlen, und dann steht neben der Stereoanlage usw. noch ein Trumm. Für unterwegs muss ich ein nicht ganz billiges DAB-Auroradio anschaffen, das übrigens nur in erschlossenen Sendegebieten empfangen kann. Schon schlimm, wenn man nicht haarscharf in das Zielgruppenprofil passt. Ich fand den bisherigen Musik-Mix bei Bayern 1 durchaus angenehm und habe die Übergänge von Oldies über Nachrichten zur Volksmusik einschl. Betthupferl bis jetzt unbeschadet überstanden. Besonders ärgerlich ist die Tatsache, dass man das Ganze einfach so hinnehmen und trotzdem die Zwangsgebühren bezahlen muss. Radio Salzburg ist nur bedingt eine Alternative, weil der Empfang nicht so gut ist und weil es hiesige Hörer nicht besonders interessiert, wenn am Mondsee ein Radl umgefallen ist. Preisfrage: Wofür steht BR? Bunter Rundfunk oder Bayern raus?

 Wolfgang Feuerbacher Icking

Danke für die Berichterstattung zu diesem Thema. Interessant erscheint mir die eigenartige Vorgehensweise des BR und lässt eine gewisse demente Haltung der Verantwortlichen erkennen. Einerseits wird im Fernsehen sehr aufwändig die Kampagne „Da bin i dahoam“ betrieben, andererseits wird die klassische Volksmusik ins - für viele Hörer - digitale Nirwana verschoben. Hier könnte man ja gleich Kartellzusammenhänge des BR mit der Geräteindustrie vermuten. Wenn der BR die zahlenden Kunden zwingt, sollte er auch die Geräte mitliefern. Könnte man auch von einer Radiodiktatur sprechen, oder wie war das mit dem öffentlichen Auftrag und dem unabhängigen Rundfunk?

 Robert Hofmeister Polling

So so, 110 000 Hörer hat das Programm Bayern Heimat also jeden Tag! Das sind demnach Hörer, die sich von dem unsäglichen englischen Bayern-1-Gedudel abgewandt haben! Eine beeindruckende Zahl, die sicher noch um ein Vielfaches höher wäre, würde man BR Heimat und Bayern Plus ganz gewöhnlich über UKW übertragen. Wenn schon gezielt jüngeres Publikum angesprochen werden soll, dann eignen sich hierfür die digitalen Vertriebswege sicher besser als der UKW-Rundfunk. Denn hier gibt es bereits genug nervende Privatradiosender, die weitgehend den gleichen Einheitsbrei rauf- und runterspielen. Hat es der BR wirklich nötig, sich auf deren Niveau zu begeben? Was spricht dagegen, Bayern 1 und Bayern 3 ausschließlich digital zu übertragen und auf UKW diejenigen Programme zu senden, die offenbar eine überraschend hohe Anzahl Leute wirklich hören wollen? Wie man da auf die paradoxe Idee kommen kann, die „letzten Reservate der Volksmusik auf Bayern 1 zu schließen“, anstatt genau das Gegenteil zu tun, ist absolut rätselhaft.

Volker Lohn Gaißach

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