Raserei auf deutschen Straßen

Wo fängt Rasen an?; Leserbriefe 7. Juni

Der Leserbrief von Herrn Helmut Kohl bringt es auf den Punkt. Locker fährt er mit 230 km/h auf der linken Spur, wie er schreibt, da es nur wenige Modelle gibt, die ihn überholen könnten. Schert nun plötzlich rechts ein langsam fahrendes Fahrzeug mit 150 km/h aus, um ein noch langsameres mit 130 km/h zu überholen, haben wir ein Problem. Entweder kann der Normalfahrer nicht überholen, da links nur Raser unterwegs sind, oder der Raser muss akut abbremsen und traktiert den Überholenden mit Lichthupe und Beschimpfungen, vom Gefahrenpotenzial ganz zu schweigen.

 Paul-Gerhard Berndt Hofheim

Eines dürfte klar sein: Wenn Deutschland ein Tempolimit einführt, werden alle Autohersteller ihre Modell- und Motorenpolitik anpassen. Wo auf der Welt würde dann noch ein Auto gebraucht, das 200 fährt? Das käme nicht nur der Verkehrssicherheit, sondern auch der Umwelt zu Gute. Und: Wie viel Prozent der Autofahrer würden unter einem Limit von 130 oder 140 wirklich leiden? 

Reinhold Gesser Seehausen

Ich verstehe die Aufregung und die immer wieder ins Leben gerufene Diskussion über das Tempolimit absolut nicht. Wie viele Kilometer Autobahn gibt es denn noch, auf denen es keine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt? Und wenn es nass ist, kommen noch weitere hunderte Kilometer dazu, bei denen Tempo 80 vorgeschrieben ist. Verbleiben wenige Restkilometer ohne Tempolimit. Die sind dann meistens durch Stau oder zäh fließenden Verkehr behindert. Schauen wir zu unseren Nachbarländern, bei denen die Autobahnen mit Tempolimits verkehrssicherer gemacht sind, so stellen wir schnell fest, dass sich so gut wie keiner an die vorgeschriebene Geschwindigkeit hält. Wenn die Autofahrer umsichtiger und aufmerksamer am Verkehr teilnehmen würden, wäre mancher Unfall zu verhindern. Aber durch einen Dschungel von Verkehrsschildern wird dem Autofahrer Stück für Stück das Denken abgenommen. Dabei wäre es so einfach, wenn sich der § 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO § 1 Grundregeln (1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht. (2) Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird. Anmerkung der Redaktion) in den Köpfen festsetzen würde.

 Helmut Friedrich Seefeld/Hechendorf

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