Leserbriefe

Höchste Priorität für mehr Stromspeicher

Ökostrom-Anteil erreicht50 Prozent; Titelseite 30. Juli

In dem Artikel beschreiben Sie die Energieerzeugung von regenerativen Energiequellen. Es ist richtig, dass die Anteile an alternativer Energieerzeugung mittlerweile sehr hoch sind. Aber sie erwähnen in keinem Wort, dass zum Beispiel die Windkraft lediglich fünf Prozent der Primärenergie ausmacht. Energieerzeugung und Primärenergie sind zweierlei Paar Schuhe! Sie vermitteln ein verzerrtes Bild. Alternativer Strom muss in diesem Jahr besonders stark mit negativen Preisen an der Börse „verklappt“ werden (Corona, Zeitpunkt der Stromerzeugung versus Zeitpunkt des Strombedarfs et cetera). Die EEG-Kosten, das heißt, der Strompreis, werden sich entsprechend weiter verteuern.

Markus Pfeffer

Pliening

Ich war viele Jahre beruflich im Bereich der Energiewirtschaft tätig und befasse mich auch heute noch mit dem aktuellen Geschehen. „Ökostrom erreicht 50 Prozent“, teilte das Umweltbundesamt mit. Dies verleitet zu dem Schluss, dass die Energiewende schon halb geschafft ist. Weit gefehlt! Während im windreichen Februar riesige Überschüsse zu teilweise negativen Strompreisen ins Ausland entsorgt werden mussten, hätte es in der mehrwöchigen Flaute im Juli etwa den 25-fachen Bestand an Windkraftanlagen erfordert, um den Bedarf zu decken.

Obwohl viele Experten schon seit Jahren vergebens den massiven Ausbau von Speicheranlagen fordern, führt der Kernenergie- und Kohleausstieg und der unkoordinierte Zubau von nicht grundlastfähigen Erzeugungsarten zu einer noch größeren Verschärfung der Problematik. Und dabei ist der zusätzliche Bedarf durch Elektromobilität noch gar nicht berücksichtigt. Hätte die Politik ein ernsthaftes Interesse daran, dass Deutschland über eine stabile Stromversorgung verfügt, so müsste der Ausbau der Stromspeicher schon lange höchste Priorität haben. Das Gegenteil ist der Fall.

Robert Schrödl

Niederhummel

Mit der Schlagzeile „Ökostrom-Anteil erreicht 50 Prozent“ suggerieren Sie, wie großartig das mit dem Ökostrom gelaufen ist. Sie lassen dabei aber die vielfältigen verheerenden Schäden und Folgen des „Öko“-Stromes unerwähnt. Man ist ja schon gewöhnt, dass vor allem die Grünen lauthals Hurra schreien ob der riesigen, viele Quadratkilometer großen Waldfläche mit Bäumen, die ohne jeden Ausgleich gefällt werden, um Windmühlen zu errichten; über die zehntausende Vögel und Fledermäuse, welche die Windräder abgeschlachtet haben und weiterhin abschlachten, über die schweren gesundheitlichen Folgen bei Bürgern, die in der Nachbarschaft dieser Ungetüme leben.

Diese sogenannten Erneuerbaren haben aber auch noch eine sehr dunkle Seite der Umweltgräueltaten und von Menschenrechtsverletzungen, die mit dem Abbau der exotischen Metalle und Mineralien verbunden sind, aus denen die Wind-, Solar- und EV-Batterien hergestellt werden. Amnesty International hat Kinder und Erwachsene dokumentiert, die Kobalt in engen, von Menschenhand gebauten Tunneln abbauen und dabei dem Risiko tödlicher Unfälle und schwerer Lungenerkrankungen ausgesetzt sind. In den Abbaugebieten – weit entfernt von uns – bleiben ungeheure Flächen dauerhaft vergifteter Landflächen zurück, um die sich hier kein Mensch schert – um einer Propaganda willen, die sich inzwischen als eben das herausgestellt hat – Propaganda.

Christian Freuer

Fürstenfeldbruck

Seit Jahren reden Wissenschaftler und Experten aus Politik und Wirtschaft in Sachen Klimawandel, Umweltschutz, Energiegewinnung aneinander vorbei. Jeder versucht mithilfe von Hochrechnungen, akribischen bis kleinkrämerischen mathematischen Aufrechnungen zu beweisen, dass allein mit seiner Theorie die großen Weltprobleme zu lösen seien. Wer den Einsatz von Wasserstoff als Antriebsmittel mit höheren Kosten abtut, übersieht dabei die Vorteile für Umwelt und Nachhaltigkeit, für Wirtschaft und Gesellschaft. Schon in einem Leserbrief vom 25. August 2017 habe ich dazu ausgeführt:

„Fernöstliche Länder, insbesondere Japan, werden uns beweisen, dass der Betrieb und die flächendeckende Versorgung von Kraftfahrzeugen mit Wasserstoff möglich ist. Wenn wir weiterhin nur auf das Pferd E-Autos setzen, werden wir buchstäblich das Nachsehen haben. Ausschließlich mit Strom angetriebene Pkw haben allenfalls innerhalb von Großstädten wirtschaftlich eine Zukunft. Wenn dabei die Gesichtspunkte des Umweltschutzes insgesamt Beachtung finden sollen, müsste dafür sauberer Strom verwendet werden. Für längere Strecken und Schwerlaster wird auch in Zukunft eine Antriebstechnik benötigt, die der derzeitigen an Leistung zumindest gleich ist. Ein vernünftiger Mix würde auch der berechtigten Forderung nach Verbesserung der Luftqualitätswerte in den Großstädten gerecht werden. Nur darauf zu achten, was in Deutschland derzeit technisch und wirtschaftlich machbar erscheint sowie in die politische Landschaft passt, ist im beginnenden digitalen Zeitalter zu kurz gegriffen. Mit Tricksereien erreicht man letztlich nur das Gegenteil“. So viel im Jahr 2017. Dass nach drei Jahren die Gewinnung von Wasserstoff mittels sauberer Energie (Solar/Wind) in Deutschland zu Regierungsprogrammen gehört, ist nur zu begrüßen.

Jakob Geltinger

München

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Atombombenabwurf
Pearl Harbor und Hiroschima; Leserforum 13. August
Atombombenabwurf
Stoppt die Radl-Rambos
Nur für Radl-Rambos;Leserforum 16. Juli
Stoppt die Radl-Rambos
München im Griff der Radler
Radler und Autofahrer:Das geliebte Goldene Kalb und die Melkkuh der Nation; Leserforum 10. August
München im Griff der Radler
Diskussion über Corona-Auswirkungen
GesunderMenschenverstand;Leserforum 8./9. AugustBeeinflussbarkeit der Massen; Leserforum 10. August
Diskussion über Corona-Auswirkungen

Kommentare