Ohne Hilfe vom Staat

Der Staat sollte unbedingt neutral sein; Leserforum 18. April

Als ehemaliger Schüler einer katholischen Bekenntnisschule bin ich der gleichen Meinung, wie Frau Claudia Wenzel in ihrem Leserbrief darlegt, dass religiöse Kennzeichen in allen staatlichen Einrichtungen keine Verwendung finden dürfen. Selbstverständlich ist hiermit auch ein Religionsunterricht während der allgemeinen Schulzeit zu unterlassen. Als Ersatz für die vielen Religionsunterrichtstunden kann es nur ein Fach geben, welches die vielfältigsten Religionen erklärt und den Rahmen für ein tolerantes Miteinander bildet. Die Frage nach der Religionszugehörigkeit kann bei der Einschulung genauso wie im weiteren Lebensweg entfallen, da es sich hierbei nur um eine private Orientierung handelt. Bereits bei der Vergabe von Kindergarteneinrichtungen an religiös gebundene Betreiber verstößt der Staat seiner Verpflichtung zur Neutralität und setzt dies bei der Unterstützung religiöser Schulen fort. Die Beantwortung der Frage, warum der Staat das Gehalt kirchlicher Personen zahlt, würde in diesem Zusammenhang den Rahmen sprengen. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, ich billige jeder Gemeinschaft zu, dass sie ihre Kirche, Tempel, Moschee oder Synagoge bauen und betreiben kann, aber bitte nicht mit staatlicher Unterstützung. 

Michael Bartmann Markt Indersdorf

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