Gleiche Ansprüche

Betrug am westdeutschen Rentner; Leserbriefe 24./25. März

Bei nahezu jeder Rentenerhöhung ereifern sich einige über die unterschiedliche Anhebung der Renten in Ost und West. Andere fordern 25 Jahre nach der Wiedervereinigung nun endlich eine Gleichbehandlung der Rentner in Deutschland, womit das Streitobjekt aber eher vergrößert würde. Dabei wurde doch in den Medien immer wieder umfassend dargelegt, dass die Ostrentner nach der Wiedervereinigung bei gleichen Ansprüchen rund 20 % weniger Rente bekamen, als die Rentner in den alten Bundesländern. Begründet wurde diese Regelung im Einigungsvertrag mit den niedrigeren Löhnen und angeblich niedrigeren Lebenshaltungskosten im Osten der Republik. Diese Differenz sollte schrittweise mit den Löhnen angeglichen werden. Deshalb auch die unterschiedlichen Steigerungen. Trotzdem beträgt der Unterschied immer noch etwa sieben Prozentpunkte. Und zum Zweiten wurde immer wieder deutlich gemacht, dass die Rentenbezüge nicht aus angesparten früheren Beitragszahlungen finanziert werden, sondern mit dem Generationsvertrag über die Rentenbeiträge des heute arbeitenden Teils der Bevölkerung. Deshalb geht immer eine Rentenerhöhung direkt oder indirekt auch zu deren Lasten und werden demzufolge die Renten der Ostrentner von deren Kindern und Enkeln getragen und finanziert. Zu Nachteil eines Rentners zum Beispiel in Bayern passiert also gar nichts und am allerwenigsten hat das Ganze etwas mit angeblichem Lobbyismus der Bundeskanzlerin, des Bundespräsidenten oder des VdK zu tun.

Dr. Gerd Paschen Saulgrub

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