Leserbriefe

Verwaltungskonstrukt

Grundrente: Behörde verreißt Heils Gesetz;Politik 22. Januar

Unfrohe Kunde aus Berlin: Die Kuh namens Grundrente ist noch lange nicht vom Eis. Das von unseren Groß-Koalitionären ausbaldowerte Modell lässt sich nur mit Hilfe eines hochkomplizierteren Verwaltungskonstruktes umsetzen, an dem mindestens zwei Ministerien mitwirken müssen. Dessen Errichtung wird einige Jahre dauern – und dann scheitern. Oder ein Politkompromiss wird mit einem Sack voll gravierender Umsetzungs-Mängel aufs Volk losgelassen. Nicht nur betroffene Rentenempfangende fragen da: Warum so kompliziert, wenn es einfach geht? Hauptursache des Dilemmas ist doch die von sich so nennenden Sozialpolitikern verordnete Absenkung des Rentenniveaus. Deren Rücknahme oder zumindest teilweisen Korrektur würde bereits ein Millionenheer aus der Altersarmut heben beziehungsweise vor dem Hineinschliddern bewahren.

Und was spricht gegen Steuerzuschüsse zu dessen Finanzierung? Über Jahrzehnte hinweg waren schließlich die Pflichtversicherten (also auch die Geringverdienenden) als Beitragszahler alleinige Dukatenesel, wenn es um diverse versicherungsfremde Versorgungsaufgaben des Staates ging. Da wäre es doch nicht mehr als billig, wenn der Kampf gegen Altersarmut den Rang einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe erhielte – zumindest so lange, bis Babyboom und Pillenknick „abgewettert“ sind. Und an dieser Aufgabe könnten zur Abwechslung dann auch mal gut versorgte Abgeordnete, Beamte, Großverdiener, Privatiers und sonstige Wohlhabende zumindest indirekt beteiligt werden.

Hans-Jürgen Wachholz

Bruchhausen-Vilsen

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