Vergeltung in der 3. Generation?

Unbarmherzig; Leserbriefe 8. August

Eine ansonsten als scharfsinnig geschätzte Leserbrief-Schreiberin wie Frau Hermine Kaiser scheint mir hier einem Missverständnis aufgesessen zu sein: Pfarrer Schießler hatte angemerkt, dass wir mit den Anschlägen zu leben lernen müssten - er hat aber nicht gesagt, dass wir uns damit abfinden müssten! Auch das Goethe-Zitat von der hilflosen Schafherde, mit einem Schaf als Hirten, erscheint mir eher abwertend denn als zielführend. Tatsächlich kenne ich zwei freilaufende Schafherden in einer italienischen Landschaft, die kennengelernt haben, was ein Wolf ist. Und die richten sich in ihrem sozialen Verhalten dann auch entsprechend ein. Sie rotten sich eng zusammen, wenn sie einen Wolf in der Nähe vermuten - die Stärksten nach außen und die Mutterschafe mit den Lämmern nach innen. Auch die begleitenden Schäfer-Hunde unterstützen diese Abwehr-Formation. Ohne Aufforderung eines Hirten. Ob das Beispiel der nordafrikanischen Soldaten, die vor etwa 70 Jahren als Besatzer bei uns Angst und Schrecken verbreiteten, in der heutigen Zeit noch immer eine Vergeltung fordert und rechtfertigt? In der 3. Generation? Müsste man dann konsequenterweise auch gegen die massive Ansiedlung von russischen Nachfahren der ost-deutschen Besatzer am schönen Tegernsee sein?

 Hans Jürgen Menge Rottach-Egern

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