Debatte um Seehofers Wortwahl

Verroht die Sprache?; Leserforum 13. Juli

Verfolgt man das Zeitgeschehen, muss man feststellen, dass unsere Welt jeden Tag ein Stück verrückter wird. Unendliche Debatten um die richtige Wortwahl werden geführt. Das Chaos aber nimmt immer mehr zu. Das Schlimmste, sind nicht alleine die Probleme, sondern das Unvermögen diese zu lösen. Es gelingt den Verantwortlichen nicht mit mehr Vernunft und im Einklang der Interessen zu handeln und das Handeln der anderen mit Respekt zu sehen. Wie bitte soll da ein Gleichgewicht der Kräfte entstehen? Die Weltbevölkerung nimmt zu, der Kampf ums Überleben wird härter. Streit und Kampf, geht’s auch oft nur um Kleinigkeiten, sind schon immer in den Genen der Menschen tief verankert. Man kann nur mit einem mulmigen Gefühl abwarten, wie sich die Dinge weiter entwickeln werden. 

Karlheinz Dettweiler Haimhausen

Fluchtursachen bekämpfen will CSU-Bundesentwicklungsminister Gerd Müller. Und zwar in Afrika; denn die EU; also die 28 Staaten, die sich alle in ihrer Eigenart entwickelt haben, sind viel zu klein um die Flüchtenden hier aufzunehmen und wie „Einheimische“ mit Kost, Wohnung und Unterricht zu versorgen. Viele Länder der EU wollen das nicht, weil das schlimme Leid, das der letzte Krieg überall verursacht hat, immer noch nicht ausgeheilt ist, auch wenn die Wirtschaft floriert. China kauft in Afrika große, fruchtbare Ländereien auf, baut dafür Straßen und denkt an seine eigene Zukunft. Hat Gerd Müller schon daran gedacht, sich bei den Israelis zu informieren, wie sie ab 1938 das System der Kibbuzim in Palästina begonnen haben, wo die Zuwanderer ihre Unterkünfte mit Küchen etc. gemeinschaftlich selber bauten und das Land mit Gemüse und Fruchtbäumen bepflanzten? Somit kümmerten sie sich selbst durch eigene Arbeit um ihre nötigsten Bedürfnisse. Natürlich flossen ihnen dabei Spendengelder zu, um die nötige Wasserversorgung zu errichten. Bitte seien Sie als Merkur so fair und zeigen mal Europa und Afrika zusammenhängend im selben Maßstab, um zu sehen, wie es ist. Einheimische, die es hier bunter wollen, sollten lieber öfter einfach mit Rotel-Tour verreisen. 

Hermine Kaiser Bad Wiessee

Welche Aufgaben hat der Heimat- und Innenminister? Der derzeitig Amtierende und die Medien lassen uns die letzten Wochen glauben, ausschließlich Flüchtlinge und Asyl! Herr Seehofer weiß, was er tut, und weiß, was er spricht. Ihm dürfte auch bewusst sein, dass die derzeitige Konzentration auf nur dieses Thema nicht der CSU bei der Landtagswahl im Oktober 2018 zu Stimmen verhilft – im Gegenteil. Wer ist dann schuld an etwaigen Verlusten? Vielleicht unser derzeitiger Ministerpräsident Söder? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Marlene Roth Erding 

Wie einige Parteien, Politiker und Leserbriefschreiber auf Seehofer einschlagen, ist an Scheinheiligkeit nicht mehr zu überbieten. Ob man Seehofer nun mag oder nicht, er ist der einzige Politiker, der versucht, den von Frau Merkel angerichteten Schaden halbwegs einzugrenzen. Die von der ehemaligen SPD-Politikerin Schmidt vorgebrachten Äußerungen gegen Herrn Seehofer sind bösartig, verlogen und weit unter der Gürtellinie. Eine Selbsttötung ist immer schlimm, aber warum soll Seehofer daran schuld sein, wenn sich ein abgeschobener Straftäter das Leben nimmt? Das nenne ich Politikergekeife auf niedrigsten Niveau. Übrigens, ich bin kein CSU-Mitglied. 

Konrad Hörl senior Wolfratshausen

Vor wenigen Tagen haben wir mit den Menschen in Thailand bei der Rettung der Fußballjugend aus einer plötzlich überschwemmten Höhle mitgebangt. Alle Welt hat aufgeatmet, als die Retter berichten konnten, dass alle Jugendlichen und ihr Trainer wohlbehalten aus der Höhle gerettet werden konnten. Auch ich war froh und erleichtert, dass dieses Abenteuer für die Jugendlichen so glimpflich ausgegangen ist. Bei den Flüchtlingen aus Afrika sieht die Lage ganz anders aus. Diese sind nicht durch eine Freizeitaktivität in Not geraten, auch wenn einige in der CSU von Asyltourismus reden, sondern weil sie vor Terror, Unrecht und Gewalt davonlaufen. Bei deren Rettung werden die Helfer behindert oder bestraft. Sind die Menschen aus Afrika, darunter viele Frauen und Kinder, nur minderwertige Neger? Herr Seehofer, Herr Söder, Herr Dobrindt aus der CSU, der Bundeskanzler Kurz in Österreich und der Ministerpräsiden Orbán in Ungarn machen sich zu Helfershelfern der Islamisten. Mit der Abschottungspolitik in Europa werden die Asylsuchenden an den Außengrenzen Europas festgehalten – und dann? Was geschieht mit den Menschen in den Auffangzentren in Nordafrika? Eine Reportage aus Algerien zeigte, wie man dort mit den zu vielen Flüchtlingen umgeht. Sie werden in Busse oder auf Lkws verfrachtet und in die Wüste an die Grenze zu Niger oder Mali gefahren und dort ohne Verpflegung ausgesetzt. Wer sich bis zur nächsten Oase durchschlagen konnte, hatte Glück, wer nicht, der verdurstete irgendwo. Aber auch die, die in einer Oase Zuflucht gefunden haben, konnten dort nicht ewig bleiben, denn bei den begrenzten Lebensmitteln können nicht beliebig viele Menschen dort leben. Also geht der Exodus weiter. Sieht so die von den Herren Seehofer, Kurz und Orbán gewünschte Lösung aus? Das ist Massenmord, meine Herren, durch unterlassene Hilfeleistung! Wir können unser Nichthelfen nicht dadurch rechtfertigen, dass wir die Schlepperbanden nicht unterstützen wollen. Es gibt immer Menschen, die die Not der Anderen für den eigenen Vorteil brutal ausnützen. Das müssen diese Herrschaften vor Gott verantworten. Aber wir hier im christlichen Abendland tragen auch vor Gott die Verantwortung für unterlassene Hilfeleistungen. Wenn Herr Seehofer über den ehemaligen Kultusminister Maier, der Seehofers Kurs öffentlich kritisiert hat, schreibt, der habe sich zum Moralapostel im Namen des Christentums aufgeschwungen, dann hat Herr Seehofer seine christliche Maske fallen gelassen und sein wahres Gesicht gezeigt. Es wird Zeit, dass Herr Seehofer die CSU verlässt. 

Wigbert Schmalkalt München

Seehofers 69. Geburtstag mit gleichzeitiger Abschiebung von 69 Afghanen – vorauseilender Gehorsam oder Danaergeschenk? Auch wenn man es sich abgewöhnt hat, sich über das Auftreten und die Entscheidungen des Bundesinnenministers zu wundern, bleibt zumindest ein ungläubiges Staunen zurück. Wird da einem Potentaten in vorauseilendem Gehorsam ein Menschenopfer erbracht, um sich karrieremäßig ins Gespräch zu bringen? Oder steckt jemand der eigenen Partei dahinter, der Seehofer mit einem Danaergeschenk endgültig ins politische Jenseits befördern will? Schwer zu sagen, jedenfalls führt die Beschäftigung mit diesem Thema zu der Befürchtung, dass bei Manchen die persönlichen Karrierepläne vor der Sachpolitik stehen. In Hinsicht auf die Landtagswahl sehe ich, was die absolute Mehrheit der CSU anlangt schwarz – aber das ist sie ja ohnehin. 

Werner Hüttner senior Eurasburg

Es ist natürlich tragisch, dass dieser junge Mann sich in Kabul das Leben genommen hat. Aber es ist auch sehr verwerflich, das jetzt hier zum Politikum zu machen. Natürlich ist vieles, was Herr Seehofer sagt bedenklich, aber vieles auch richtig. Rücktrittsforderungen von der Opposition haben aber nichts mit der Sache zu tun, sondern sind nur Ausdruck des Machtkampfes unter den Parteien. Ich finde es sehr bedenklich, dass der Tod des jungen Afghanen jetzt für den parteilichen Wahlkampf missbraucht wird. Warum er sich das Leben genommen hat, wissen wir nicht. Ob es eine fehlende Zukunftsperspektive war, die er scheinbar in den letzten sieben Jahren auch in Deutschland nicht gefunden hat, oder ob es die Ereignisse der Vergangenheit waren? Er hat wohl mehrfach in Deutschland Straftaten begangen, so dass die Rückführung berechtigt gewesen ist. Es gibt sicher auch einige Deutsche, die sich in den letzten Wochen das Leben genommen haben, ohne Straftaten und ohne Ausweisung, worüber aber nicht berichtet wird und wo wir von Schuldzuweisungen auch nichts erfahren. Und die Gründe interessieren hier auch niemand, weil sie sich nicht für parteiliche Propaganda verwenden lassen. Es geht hier doch gar nicht um die Person und wir sollten ein solch tragisches Geschehen nicht für den in Deutschland inzwischen üblich gewordenen peinlichen Machtkampf zwischen einzelnen Politikern oder Parteien missbrauchen, der ohnehin zu nichts führt, außer zur Unglaubwürdigkeit. 

Helmut Lederer Wolfratshausen

Ich gehe davon aus, dass Wähler der AfD wissen was sie tun. Des Weiteren hoffe ich nun, dass sie es sich sehr bald überlegen dem wortgewaltigen Hass dieser Partei ein Ende zu setzen und sich von ihr distanzieren. Die Menschen sollten bedenken dass vor nicht anzulangen Jahren aus Worten Taten folgten unter denen Millionen von Menschen zu Tode kamen und Millionen von Menschen leiden mussten, bis heute. Die Hassworte, oder besser gesagt das nationalsozialistische affine Vokabular sind heute von der AfD hoffähig bereitete Worte wie Systemparteien, Lügenpresse, Volksgemeinschaft, völkisch, Umvolkung und vieles mehr, ein Vokabular der NSDAP aus dem Beginn der dreißiger Jahre. Und Herr Gauland hat nun sogar zum Großangriff auf „das System“ aufgerufen. Wir sollten das alles nicht zulassen und uns dem entschlossen entgegenstellen.

Jörg Sczesny Maisach

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