Aufklärung gegen Vorurteile

Ich kann dem Leserbrief von Frau Birgit Lehrl nur zustimmen: eine sehr vernünftige und unaufgeregte Meinung zum Thema Homosexualität und der Vermittlung im Sexualkundeunterricht dazu.

Wir leben zum Glück nicht mehr in der Mitte des vorigen Jahrhunderts und unsere Generation bzw. die unserer Kinder und Jugendlichen sollte sich endlich nicht mehr schämen müssen, wenn sie sich outen. Denn Homosexualität ist keine Krankheit. Wenn ich dann den Leserbrief von Herrn und Frau Schwanzl zum selben Thema lese, wird klar, dass da noch viel Aufklärungsarbeit nötig ist, damit die nachfolgende Generation hoffentlich endlich ohne Vorurteile Menschen begegnet, die nicht nach dem traditionellen Mann-Frau-Bild leben möchten. Und wer entscheidet denn überhaupt, was ein „natürliches“ Sexualverhalten ist? Der Christopher-Street-Day ist übrigens ein gutes Stichwort: Selten kann man fröhlichere und weltoffenere Menschen erleben als dort.

Anja Monchi-Zadeh Aßling

Am 7. April waren im Münchner Merkur leider zwei sehr unsachliche Leserbriefe zur Überarbeitung des Sexualkundeunterrichts in Bayern zu lesen. Als ehemaliger Lehrer kann ich nur sagen, dass diese Überarbeitung mehr als notwendig war. Die Zuschrift des Herrn Dr. Eduard Werner (übrigens ein Gastschreiber bei Kath.net) strotzt vor Bosheit und Manipulation. Wer oder was ist denn bitteschön eine Homo- und Transsexuellen-Lobby? Gäbe es sie, Herr Spaenle wäre der letzte, der sich davon beeinflussen lassen würde. Im Gegenzug wäre zu fragen, wer oder was denn dann die Hetero-Lobby wäre? Solche Argumente zeigen doch, wie sehr Diskriminierung immer noch in Teilen der Bevölkerung vorhanden sind. Auch die Behauptung, durch die Thematisierung der Sexualität von Minderheiten werde das natürliche Sexualverhalten abgewertet, sagt doch zugleich, dass alles andere Sexualverhalten unnatürlich ist. Ich empfinde mich durchaus als natürlich, allerdings solche Leserbriefe als Frechheit! Auch der zweite Leserbrief unterstellt einfach, dass jetzt Ehe und Familie als altmodisch hingestellt werden.

Dietmar Holzapfel München

Es ist ein Fortschritt an Menschlichkeit, wenn sich niemand mehr wegen seiner sexuellen Veranlagung verstecken muss. Es war ein tragischer Irrtum der Kulturgeschichte, dass homosexuelle Menschen sogar per Androhung der Todesstrafe gezwungen waren, ihre eigentliche Persönlichkeit zu verleugnen. Bekanntlich waren unter ihnen hoch intelligente Männer und Frauen, die zu ihren Zeiten trotz aller Diskriminierung bemerkenswerte humanitäre und wissenschaftliche Beiträge für die Allgemeinheit geleistet haben. Bei uns gibt es keine Bedrohung mehr für homosexuelle Menschen. Die seriösen unter ihnen sind glücklich, reden aber auch nicht viel davon und bringen es oft zu hohem gesellschaftlichen Ansehen. Andere outen sich lieber mehr oder weniger sensationell und machen aus ihrer Not eine Tugend. Auch das kann man verstehen. Unerträglich sind aber die lauten Verfechter jener völlig unwissenschaftlichen Ideologie von den „mehreren Sexualitäten“. Sie haben die Stirn, alle heterosexuellen (normalen) Menschen als „homophob“ zu klassifizieren; also als solche, die sich vor den Homosexuellen fürchten. Denn unter einer Phobie wird‚ allgemein eine übersteigerte Angstreaktion gegenüber eindeutig definierten, objektiv betrachtet ungefährlichen Situationen oder Objekten verstanden. Aber ich habe in meinem ganzen Leben noch keinen einzigen Menschen kennengelernt, der vor der Homosexualität Angst gehabt hätte. Der abwertende Begriff, demzufolge 95 Prozent der ganzen Menschheit angeblich „homophob“ seien, ist eine plumpe Unverschämtheit. Der eigentliche Grund des Problems sind nicht die homosexuellen Menschen, sondern eben diese widernatürliche und unwissenschaftliche Ideologie bestimmter homosexueller Kreise. Sie arbeiten daran so nachhaltig, dass sich mittlerweile die Kultus- und Bildungsminister der Länder mit ihrem Anliegen befassen. Demokratisch gewählte Politiker sollen durch Mehrheitsentscheidung in den Parlamenten etwas beschließen, was nur wissenschaftlich geschulte Fachleute beurteilen können. In einigen Bundesländern ist beabsichtigt, dass die Lehrpläne der Schulen künftig die Sexualerziehung als Unterrichtsfach anbieten sollen. Es ist jedoch die im Grundgesetz verbriefte Pflicht der Eltern, ihre Kinder auch sexuell aufzuklären. Das sollen die Eltern in der Weise tun, wie dies der geistig-seelischen Entwicklung eines jeden Kindes individuell angepasst erfolgen kann. Weil das nicht alle Eltern richtig machen und man auch den Lehrkräften diese Kompetenz nicht zutraut, sollen Ideologen aus der Homo-Szene unsere Kinder in den Schulen aufklären. Möge das niemals geschehen! Wenn an Schulen überhaupt Sexualaufklärung als Lehrfach eingeführt wird, darf das nur mit der Zustimmung der Eltern geschehen. Dann sollen die homosexuellen Aufklärer nicht auf die Kinder losgelassen werden, sondern auf die Eltern. Denen könnten sie ihre diktatorisch wirkende Ideologie vortragen. Die Eltern sind gewiss kompetentere Partner als die Kinder, denen man schon in den ersten Schuljahren eine völlig diffuse Aufklärung zumuten würde. Eine solche Lösung des Problems vertrüge sich auch mit dem grundgesetzlichen Recht der Eltern, ihre Kinder selbst zu erziehen. Das Jahrtausende alte naturbedingte Familienbild besteht für immer darin, dass ein Mann eine Frau hat, und diese Frau mit dem Mann gemeinsame Kinder hat, - oder mindestens eine Patchwork-Familie (Stieffamilie) in sich ist. Das ist das eigentliche Problem, und nicht die ungewollte Homosexualität ehrbarer Menschen, vor denen ich mich in aufrichtiger Ehrerbietung verneige.

 Dr. Ludwig David Eisenlöffel Schliersee

Traditionelles Familienbild, Endlich ohne Vorurteile, Schutz notwendig; Leserbriefe 7., 8. und 9./10. April

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Hoffentlich fällt der Groschen auch bei uns
E-Autos verbessern die Ökobilanz; Schlechte CO2-Bilanz; Leserforum 26. und 24./25. Mai
Hoffentlich fällt der Groschen auch bei uns
Mein Opa war kein Nazi
Geistige Tieffliegerei; Leserforum 22. Mai
Mein Opa war kein Nazi

Kommentare