Kreuze allerorten

Söders Besuch beim Papst; Leserforum 4. Juni

Machen wir zum Schluss ein Kreuz übers Kreuz. Juni ist’s. Die Sonne strahlt. Und die Kreuze sind in den Ämtern. Und Söder sagt im Vatikan „Grüß Gott“. Also mich fragt ja keiner; aber wenn doch: Ich finde das Wunder-bar (wörtlich?). Bayern ist m. E. nun das einzige Land des Erdenrunds, wo auf einstimmigen Regierungsbeschluss das Kreuz Christi in den Ämtern hängt. Wer hätte das noch vor einem Jahr für möglich gehalten?! Da Grüßen Kreuze von allen bayrischen Bergen herunter und von Tausenden Kirchtürmen. Feldkreuze auf allen Fluren, Herrgottswinkel in den Bauernhöfen, Marterl am Wegrand, und jetzt-auch in allen Staats-Ämtern. Bayerische Abrundung. Fazit: Gott schreibt auch auf krummen Zeilen, gerade". Und 77 % der Bürger auch. Aber: Die originellste Krümmung dieser Zeile ist, dass sie im Bayernland - schon seit langem vom Haus Wittelsbach der Gottesmutter geweiht - nun von einem evangelischen „Herrscher“ zusammen mit der einstimmigen Staatsregierung geschrieben wurde, dann abgesegnet von gleich zwei Päpsten in Rom. Also wenn das keine historische Stunde ist?! Ach es lebt sich in Bayern! Liberalitas Bavarica.,. Man bedenke doch: Die Männer und Frauen in den Amtsstuben-der Staatsregierung bestimmen unser aller Wohl und Wehe, unser Leben und das-unserer Kinder; tiefgründig, nachhaltig, zwingend, regierend. Da kann man sich nichts Segenreicheres wünschen als den Schutz und die Hilfe von oben, vom Kreuz. Ich beziehe seit genau 50 Jahren den Münchner Merkur. Noch nie es ein derartiges Themeninteresse wie beim Kreuz! Leeerbriefe ohne Ende. Macht-das nicht nachdenklich? Und ist uns eigentlich klar, dass die Regierung uns nun einen Blanko-Scheck ausstellte? Denn wenn jemand christliche Bedenken gegen eine Regierungsarbeit hat, kann er jederzeit auf die Kreuze weisen und mit Fausts Gretchen fragen: „Nun sag, wie hast Du’s mit der Religion?“ Das „C“ im Parteinamen ist erheblich gestärkt. Nicht zu vergessen: Es tobt in unseren Tagen die größte Christenverfolgung der Menschheitsgeschichte: Gefoltert, abgeschlachtet, enteignet, vertrieben zu Millionen; Tausende Kirchen zerstört. Und bei uns eine „weiche“ Verfolgung: Kabaretts und Comedys entblöden sich nicht, Kirche und Christentum mit übelsten Schmähungen zu bewerfen und aalen sich darin mit der naiven Selbstsicherheit des begrenzten Horizontes. Wahrlich: Kreuze in den Ämtern dürfen sein! Lasst uns diesen unseligen Streit um das Kreuz doch nun schnell begraben mit Hilfe der christlichen Grund-Tugend Humor. Denn der Humor ist der Vorhof der Religion. 

Dr. Erwin Küchle Feldafing

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