Leserbrief

Soli ist eine Steuererhöhung für Reiche

Albert Orterer: Steuern – rauf oder runter?; Leserforum 27. August

Mir scheint das Herr Orterer das Prinzip des Solidaritätszuschlages nicht verinnerlicht hat. Es werden 5,5 % von der der Steuerschuld Lohnsteuer/Einkommensteuer erhoben. Um bei seinen Beispielen zu bleiben: Wenn jemand 5000 Euro Solidaritätszuschlag bezahlen muss, dann beträgt seine Steuerschuld 91 000 Euro, muss jemand 20 000 Euro Solidaritätszuschlag bezahlen, dann beträgt seine Steuerschuld 364 000 Euro. Der genannte kleine Mann, der nur ein paar hundert Euro „geschenkt“ bekommt, zahlt eben auch nur ein paar tausend Euro Lohn-/Einkommensteuer und 5,5 % davon sind eben nur ein paar hundert Euro. Das passt also überaus gut zusammen – 5,5 % von der Steuerschuld sind immer 5,5 % und das ist an sich selbstverständlich gerecht. Offenbar zieht es Herr Orterer für sich selbst aber vor, sich unsolidarisch zu zeigen. Der Soli ist seiner Meinung nach ja nun für die Schulden der Corona-Krise notwendig und daran will er selbst nicht beteiligt sein – der Soli wurde ja weitestgehend abgeschafft und nur Besserverdiener sollen sich noch solidarisch zeigen. Es ist also unsinnig in Euro und Cent rechnen zu wollen, es sind 5,5 % von der Steuerschuld, und da sehe ich wie sicher auch viele andere keinerlei Rechtfertigung, diesen Zuschlag zu einer Steuererhöhung für Besserverdiener zu machen – was ja durch die nur teilweise Abschaffung geschehen ist. Übrigens auch für den kleinen Mann, der bei ein paar Aktien zur Altersvorsorge ebenfalls nach wie vor vom ersten Euro über den Sparerfreibetrag hinaus den Solidaritätszuschlag bezahlen muss.

Ulrich Loose

Taufkirchen

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