Tüchtige Leute

SPD muss zu Wählern zurückfinden; Leserforum 30./31. Oktober/1. November

Obwohl im Grunde kein SPD-Sympathisant hab ich immer bei überzeugenden Kanzlerkandidaten wie Schmidt, Brandt und Schröder die SPD gewählt. Tüchtige und respektable Leute. Ein Schulz war für mich und auch unsere Freunde im Seniorenkreis nicht wählbar. Wir sahen ihn vor Jahren im Fernsehen zusammen mit anderen Europa-Abgeordneten etwas unrühmlich und leichtsinnig bei einer Unterschriftenaktion. Unsere Meinung als Wähler. Das geht nicht. Zum Kanzler ungeeignet. Zu Rente mit 63 von Frau Nahles. Wo hat diese Frau bloß rechnen gelernt? Lehrer Müntefering nannte den Vorgang einen Fehler. Milliarden-Wahlgeschenk nach Wahl 2013. Unbekümmert selber zu bezahlen schön solidarisch von den noch arbeitenden Kollegen, denkt Frau Nahles. Denkt aber auch ein begünstigter Meister. Und errechnete 44 000 Euro für die zwei Jahre. Schön für mich. Nur wählen werde ich die SPD trotzdem nicht. Die Genossen können nicht rechnen, nicht planen. Dieser Ansicht waren offensichtlich auch sehr viele Wähler, siehe Wahlergebnis. 

Peter Anetsberger Maisach

Die SPD hätte nach der Wahl 2013 eine Mehrheit von fünf Sitzen für eine Rot-Rot-Grüne Koalition im damaligen Bundestag gehabt. Statt aber auch nur mal Vorgespräche (in Jamaika nennt man das „Sondierung“) zu führen, fand die SPD im Parteiprogramm der Linkspartei die Forderung nach dem sofortigen Austritt aus der Nato. Deshalb lehnte sie schon jegliche Vorgespräche ab und stellte sich wiederum für eine Groko mit der Union zur Verfügung. Dazu 1.: die Mitgliedschaft der BRD in der Nato steht nicht im Grundgesetz, ist also keine unumstößliche Regel. Seit bald 30 Jahren hat die Nato bei gleichzeitiger Auflösung des Warschauer Paktes so viele neue Mitglieder gewonnen, dass sie daran wahrlich nicht zerbrochen wäre. Aber: sei’s drum! 2.: Selbst wenn die SPD vor eventuellen Gesprächen mit der Linkspartei die weitere Mitgliedschaft in der Nato zur ‚conditio sine qua non’ erklärt hätte, wäre evtl. ein Kompromiss möglich gewesen. Aktuell reden doch CSU und Grüne, Grüne und FDP auch miteinander, obwohl hier die Gegensätze zweifellos noch wesentlich größer sind. Wer, wie die SPD, seit Jahren untätig dabei zuschaut, wie immer mehr Rentner in die Altersarmut abgleiten und wie immer mehr Kinder (im reichen Deutschland!) unterhalb der Armutsgrenze aufwachsen müssen, während ‚Amazon’, ‚Ikea’ usw. usw. von jeglicher Versteuerung ihrer in Deutschland erzielten Milliardengewinne verschont bleiben, der ist in der Rolle als Robin Hood nicht mehr glaubwürdig. Aber die Kinder, die sich mit Flaschensammeln, oder die Alten, die sich mit dem Gang zur ‚Tafel’ irgendwie über Wasser halten, müssen doch einsehen, dass die Mitgliedschaft in der Nato wichtiger ist als ihr weiterer Lebensweg… Die SPD hat sich, beginnend mit Schröders Agenda 2010 (Senkung der Sozialstandards bei gleichzeitiger Senkung des Spitzensteuersatzes) von ihrer Klientel so weit entfernt, dass ein paar kosmetische Korrekturen nicht mehr reichen werden! 

Michael Schrottenloher München

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