Schärfere Kontrollen

Alle müssen langsamer fahren; Leserbriefe 2. Dezember

Die in dieser Zeitung am 2. und 3./4. Dezember veröffentlichten Leserbriefe, zu den aktuellen tragischen Verkehrsunfällen, mit tödlichem Ausgang, wurden teilweise mit den tatsächlichen Ursachen begründet; andere griffen zu kurz mit der Ursachenforschung (z. B. Solitärbäume abholzen oder Deutschland gehört zu den wenigsten Ländern, wo man am schnellsten fahren darf). Mit 55-jähriger unfallfreier Fahrpraxis im In- und Ausland, sind meine täglichen Beobachtungen und Erfahrungen, die Ursache für schwere Verkehrsunfälle sind, u. a. folgende. Wie von anderen Leserbriefschreibern schon festgestellt, ist eine der Hauptursachen, das rasen auf Bundes- und Landstraßen sowie auf Autobahnen. Dreispurig ausgebaute Bundesstraßen werden von vielen Autofahrern als Rennstrecke benutzt. Das heißt, die allgemeine Geschwindigkeitsbeschränkung von 100 km/h wird von nicht Wenigen ignoriert. Das gilt auch für ausgewiesene Geschwindigkeitsbeschränkungen von 60, 70 u. 80 km/h; in geschlossenen Ortschaften 50 km/h - 30 km/h. Auch auf den Bundesautobahnen ist dieses Verhalten zu beobachten, insbesondere an Baustellen mit Geschwindigkeitsbeschränkung. Als defensiver Autofahrer, der gesetzliche Vorgaben im Straßenverkehr nicht als Gängelung des Gesetzgebers betrachtet, stelle ich immer wieder fest, dass wenn man die Geschwindigkeitsbeschränkungen penibel einhält, die Verfolger einen durch dichtes Auffahren dazu nötigen wollen, auf die „Tube“ zu drücken, damit sie ihren Drang nach vorne ungehindert fortsetzen können. Sofern man sich dazu nicht verleiten lässt, wird das rasen durch zum Teil kriminelles Überholen, auch in Überholverbotszonen, selbst in geschlossenen Ortschaften, fortgesetzt. Ein weit verbreitetes Phänomen, das man auf unseren Straßen ebenfalls beobachten kann, ist, anderen Verkehrsteilnehmern die Änderung der Fahrtrichtung nicht oder nicht zeitgerecht anzuzeigen. Die Benutzung der Blinklichtanlage, selbst wenn rechtwinkelig abgebogen wird, geschweige vor Verlassen des Kreisverkehrs, scheinen viele Autofahrer als weniger wichtig zu halten, weil sie wohl der Meinung sind, dass man Gesetze/Straßenverkehrsregeln selektiv auslegen kann. Auch hierzu gilt der Spruch: kleine Ursache, große Wirkung! Die Begründung für dieses Phänomen kann auch sein, dass man gedankenlos oder abgelenkt fährt, weil man wichtigeres während des Fahrens zu tun hat (angeregte Unterhaltung mit dem Beifahrer/-in, Rauchen, Telefonieren, SMS schreiben, Whats App kontrollieren, irgendetwas im Auto suchen, etc.). Neben dem bereits erwähnten kriminellen Überholen, führen o. g. Ablenkungen auch dazu, dass das Auto plötzlich auf der Gegenfahrbahn landet, und dabei unschuldige Verkehrsteilnehmer zu Tode kommen oder schwer verletzt werden. Zusammengefasst stelle ich fest, dass es nur wenige Länder gibt, in denen derart aggressiv, rücksichtslos und egoistisch gefahren wird, wie das in unserem Land der Fall ist. Ähnlich schrieben es Herr Werner Schilcher und auch Frau Dr. Aglaia Gietl in ihren Leserbriefen. Da lobe ich mir das Verkehrsverhalten in den USA, wo ich mehr als 2 Jahre verbrachte. Auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten (Abu Dhabi/Dubai) war ich von 2005 bis 2007 am regen Straßenverkehr, mit motorisierten Verkehrsteilnehmern aus ca. 120 Ländern, beteiligt. Damals war dort das Verhalten im Straßenverkehr ähnlich, wie es bei uns heute noch zu beobachten ist. Nach 2007 war ich bis 2015 jährlich für ca. 4 - 6 Wochen in diesem Land. Dabei stellte ich fest, dass sich das Verkehrsverhalten der Multikulti-Gesellschaft wesentlich zum Positiven veränderte. Auf die Frage an einen Polizeioffizier, wie das zu erklären sei, antwortete er mir: drastische Erhöhung der Geldbußen und vermehrte Überwachung des Straßenverkehrs, insbesondere Geschwindigkeitskontrollen mit mobilen Messeinrichtungen (ohne Ankündigung/Warnung). 

Helmut Schlecht Schongau

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