Streit um Münchens Olympia-Bewerbung hält an

„Votum für Olympia 2018“; Leserbriefe 11. Mai, Matthias Kristlbauer und Janine Tokarski: „Olympia 2018: Der Protest geht weiter“; Bayern 10. Mai

 „Wenn der Vorsitzende der Grünen in Bayern das Ergebnis eines geforderten Bürgerentscheides nicht akzeptiert, gehört er weg. Wann kapiert das Wahlvolk endlich, dass die Grünen mit der scheinbaren Legitimation durch eine wohlwollende Presse nicht die Wählerinteressen vertreten, sondern nur ihr ,Süppchen‘ kochen wollen?“

Thomas Bloch München



„Einer der Verfasser fordert Herrn Döring auf, sich zu schämen, ein anderer steckt ihn in die Kiste der ,Ewigen gegen alles‘ bzw. unterstellt ihm die ,grüne‘ Ideologie. Nicht die Befürworter sind die Gewinner, sondern wir alle werden zu den Verlierern zählen. Ich hoffe und wünsche Herrn Döring und seinen Mitstreitern die Kraft und Geduld, den Kampf gegen die massiven Naturzerstörungen zu führen. Wer glaubt, dass die Stadt München, wie auch Garmisch-Partenkirchen langfristig von der Olympiade profitiert, hat immer noch nicht begriffen, dass es nur einen materiellen Gewinner geben wird, nämlich das NOK. Die Folgen der Naturzerstörung tragen wir alle, besonders jedoch diejenigen, die sich den ganzen Schlamassel anschauen dürfen bzw. müssen. Herr Mohr zeigt ein marodes Skistadion und erhofft sich von Olympia, dass wieder Geld für den Erhalt in die Kassen fließt. Warum ist das Stadion so marode, wenn doch die ganze Region von der WM profitiert haben soll? Diesen sinnlosen Millionenaufwand für vier Wochen Spass und Sport können wir uns getrost sparen. Einige wenige werden sich die Taschen vollstopfen und weiterziehen, um die nächsten Wiesen zuzubetonieren und Wälder abzuholzen. Wenn dann die gesamte Natur unwiederbringlich verloren und vernichtet wurde, möchte ich gerne wissen, von was die Befürworter leben bzw. woher sie ihre Lebensmittel beziehen. Nutzt endlich die vorhandenen Sportstätten und lasst die Landschaft in Garmisch in Ruhe! Touristen wollen keine Betonwüsten bewundern, sondern eine schöne Landschaft. Denkt mal darüber nach, bevor ihr Befürworter einen ,Sieg‘ feiert!“

Werner Schilcher Peißenberg



„Das Ergebnis des Bürgerentscheides ist für die Olympiabewerbung alles andere als berauschend. Dies gilt erst recht, wenn man das Abstimmungsergebnis der nicht mehr entscheidenden Stichfrage (nur 54,9 % für Olympia) bewertet; auch ein IOC darf dies bei seiner Entscheidungsfindung nicht außer Betracht lassen. Der Focus muss aber verstärkt auf München gerichtet werden. Als Münchner – sportbegeisterter Bürger – lehne ich die Münchner Olympiabewerbung ab, weil sie nur dem Kommerz, Prestige und dem Profit einiger weniger dient, der Bevölkerung Münchens aber ganz erhebliche Nachteile zufügt. Eine Winterolympiade in München kann nur als Schnapsidee des Herrn Ude bezeichnet werden, der sich damit ein Denkmal setzen möchte und zugleich das von ihm immer wiederholte Ziel verfolgt, sich das Bundeswehrgelände an der Dachauer Straße unter den Nagel zu reißen. Viele wissen leider nicht, dass es sich bei dem für das Olympische Dorf vorgesehenen Bundeswehrgelände um eine jedermann zugängliche Parkanlage mit 2700 (davon 1500 höchst schützenswerten) Bäumen handelt, die man platt machen würde. In der offiziellen Werbung Münchens wird die Lüge verbreitet, der Olympiapark wird ,größer und grüner‘. Das Gegenteil wäre der Fall: Die vorgesehene Bebauung mit 17 bis zu 50 m hohen Wohntürmen und sechs Wohnklötzen an der Dachauer Straße bedeutet die Beseitigung eines in der Innenstadt als Luftfilter unverzichtbaren Baumbestandes und die Zerstörung einer vom Bund Naturschutz als einzigartig bezeichneten und in den Olympiapark integrierten Parklandschaft. Eine Zunahme des Autoverkehrs, erhebliche Lärmbeeinträchtigung (man denke nur an den vier Jahre dauernden Baulärm) und die Errichtung eines Wohnviertels für 3500 Personen in dieser dann überbauten und zerstörten Grün-oase wird geflissentlich verschwiegen: Olympia würde aber auch bedeuten, dass – man hat es an der sehr gelungenen Sommerolympiade 1972 gesehen – die Preise in München einen nicht unerheblichen Schub nach oben erfahren. Der Normalverdiener wird sich München dann nicht mehr leisten können. Will dies allen Ernstes ein der SPD zugehöriger OB und von Grünen und der SPD besetzter Stadtrat, der immer wieder über zu hohe Mieten klagt?“

Jörg Braun München

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