Den richtigen Weg eingeschlagen

„Mehrheit stimmt zu“ und „Nicht nur eine Minderheit“; Leserbriefe 11. und 9. Februar

Dem Leserbrief von Herrn Dieter Hüttner aus München muss leider ebenfalls widersprochen werden. Der rührige Bezirksvorsitzende von Oberbayern macht keine Propaganda, sondern er nennt Fakten. Für das Propagieren versteht sich unser Sprecher und jetziger Bundesvorsitzender , der redegewandte Bernd Posselt, besser. Er möchte ja wieder ins Europaparlament gewählt werden. Da wird jede Kranzniederlegung oder die Wiederholung des Brünner Todesmarsches, auch wenn diese 70 Jahre nach dem tatsächlichen Geschehen stattfindet, entsprechend publizistisch als Erfolg dargestellt. Die ältere Generation, zu der ich auch gehöre, ist noch Erlebnisgeneration. Sie hat schon viele Versprechungen gehört. Infolgedessen ist sie etwas kritischer. Entscheidend bei der von Landsmann Posselt gewünschten Satzungsänderung ist der Verzicht auf eine entsprechende Entschädigung für das unseren Großeltern und Eltern geraubte Hab und Gut. Andere südosteuropäische Staaten wie Ungarn oder Serbien haben in diesem Fall wesentlich menschlicher entschieden, als das Tschechien getan hat. Mit der gewünschten Satzungsänderung wird die klar geforderte Entschädigung durch eine schönfärberische Umschreibung zum Beispiel mit dem Verb „heilen“ gefälscht.

Ernst Heidenreich Grafing

Dass der Bezirksobmann von Schwaben bei Direktwahlen in der Sudetendeutschen Landsmannschaft mehr Stimmen erhalten würde als Bernd Posselt, bezweifle ich stark. Vielmehr teile ich vollumfänglich Posselts Meinung, dass nur eine Minderheit der Landsmannschaft gegen die beabsichtigte Satzungsänderung sei. Was bestärkt mich - ich gehöre der Bekenntnisgeneration an - in dieser Einschätzung? Ich bin immer davon ausgegangen, dass das oberste Ziel für uns Sudetendeutsche das Überleben und das Weiterbestehen unserer Volksgruppe - und das über Generationen hinweg - sei. Gerade die beabsichtigte Satzungsänderung ist daher meiner Meinung nach ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg dorthin und war längst überfällig. Damit haben der Bundesvorstand, die Bundesversammlung und Bernd Posselt ein wichtiges Signal gesetzt und den richtigen Weg eingeschlagen - den einzigen Weg in die richtige Richtung. Und mit dieser Meinung stehe ich in keinster Weise alleine da. Vielen Diskussionen mit der Erlebnisgeneration, auch in der Kreisgruppe Mühldorf der Sudetendeutschen Landsmannschaft und im Kreisvorstand, haben mir dies gezeigt. Es gibt also sehr wohl aufgeschlossene und in die Zukunft blickende Sudetendeutsche, die den Dialog suchen und auch finden. Diese stellen aus meiner Sicht nicht die Minderheit dar! Dies spiegelt sich insbesondere in dem Abstimmungsverhalten der Bundesversammlung wieder: Über 70 % ihrer Mitglieder stimmten 2015 für die Satzungsänderung! Da die Bundesversammlung aus von den Mitgliedern gewählten Delegierten besteht, lag der Abstimmung also ein durchaus höchst demokratischer Prozess zugrunde, der leider beklagt wurde, wobei die Beklagung für mich alles andere als ein Akt von Weitsichtigkeit ist. Vielleicht sollten sich diejenigen, die am lautesten gegen die Satzungsänderung wettern, noch einmal und etwas zeitaufwändiger mit den geplanten Änderungen und der Grundsatzerklärung der Sudetendeutschen Landsmannschaft vom Februar 2015 beschäftigen, um doch noch festzustellen welch positive und zukunftsweisende Aspekte darin stehen, die uns in unserem Bestreben weiterbringen und denen man sich im Hinblick auf das Überleben unserer Volksgruppe nicht entziehen kann. Vielleicht wäre dann das Abstimmungsergebnis in der Kreisgruppe Ebersberg auch anders ausgefallen. Für mich wird weiterhin das oberste Ziel der Erhalt und das Überleben unserer Volksgruppe sowie die wahrheitsgemäße Aufarbeitung der gemeinsamen Geschichte im Hinblick auf eine gemeinsame Zukunft in Europa sein. Gerade weil er sich vehement und zielgerichtet mit all seiner Kraft dafür einsetzt, ist Bernd Posselt genau der richtige Mann für den Bundesvorsitz. Denn, wenn sich nichts ändert, so werden die Sudetendeutschen ein zweites Mal vertrieben – nämlich aus der Geschichte. Daher wünsche ich mir und erwarte ich von den demokratisch gewählten Verantwortlichen (Bundesversammlung) bei der erneuten Abstimmung über die Satzungsänderung Ende Februar eine zukunftsorientierte Entscheidung zum Wohle und hinsichtlich des Überlebens der sudetendeutschen Volksgruppe.

Dr. Wolfgang Theissig Ampfing

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