Österreich ist bekannt für solche Großzügigkeiten

Nur Minderheit will Doppelpass; Leserforum 27. Dezember

Die Geschichte lehrt uns, was von Leuten gesinnungsmäßig zu halten ist, die zwei oder mehr Staatsangehörigkeiten besitzen. Abgesehen davon sollten sich Südtiroler fragen lassen, warum sie früher nicht für eine Einbürgerung in Österreich waren bei den Bedingungen zur Vermeidung doppelter Staatsangehörigkeiten. Ganz einfach. Während Österreicher noch jahrzehntelang nach dem Weltkrieg in Deutschland um Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse betteln mussten, hatten Südtiroler kraft ihrer italienischen Staatsangehörigkeit keinerlei Probleme. In Österreich hingegen genossen sie nicht nur als geflüchtete Terroristen Unterschlupf und staatlichen Schutz vor Strafverfolgung, sondern bekamen auch Studienplätze taxfrei zugewiesen. Kurzum, mancher konnte es sich nach Bedarf und Charakter richten. Im Übrigen hörte ich in meinem langen Leben noch nie einen Südtiroler sich als „Österreicher“ bezeichnen, bestenfalls als „Deutscher“. Was soll also eine Doppelbürgerschaft, die doch nur mehr in Bananenrepubliken vergeben wird. Und Österreich ist bekannt für solche Großzügigkeiten. Man kann dazu auch Russe sein, in London leben und muss kein Wort Deutsch beherrschen. 

Eduard Lubey München 

Es ist nicht von Bedeutung ob Herr Staffler Mitglied der Südtiroler Freiheit ist oder nicht, es ist auch nicht richtig, das die SVP keine Mehrheit hat, sie hat mit der Koalition der PD die Mehrheit im Landtag, sonst würde sie nicht den Landeshauptmann stellen. Nicht nur die „Süd Tiroler Freiheit“ fordert das „Los von Rom“ und die Ausübung des Selbstbestimmungsrechts, sondern auch die Freiheitlichen, die Union für Südtirol und der 5-Sterne-Vertreter Köllensberger. Auch die Doppelpassgeschichte ist interessanter als je zuvor. 29 Altmandatare der SVP, an der Spitze der Altlandeshauptmann Durnwalder, haben einen Brief an die neue österreichische Regierung geschrieben, den Doppelpass voranzutreiben. 82 % laut einer Umfrage in Österreich stimmten für den österreichischen Pass für die Südtiroler. Das Südtiroler Wochenmagazin FF gab letzte Woche eine Umfrage preis, wo 85 % der Südtiroler den Doppelpass haben wollen – mit Sicherheit keine kleine Minderheit. Auch ist richtigzustellen, dass die menschenverachtenden Urteile im Mailänder Prozess gegen die Südtirol Aktivisten (modernerer Ausdruck für Freiheitskämpfer) nach wie vor ihre Gültigkeit haben, auch wenn sie völkerrechtswidrig sind, denn sonst dürften die noch im Exil lebenden Verurteilten nach Südtirol einreisen. 

Hermann Unterkircher Garmisch-Partenkirchen

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