Leserbrief

Geschwindigkeitsbegrenzung

Gangbare Wege statt Ideologiegeschrei; Leserforum 12./13. Oktober

Eine Geschwindigkeitsbegrenzung könnte alle Fahrzeughersteller in der BRD dabei unterstützen, das Prinzip von noch mehr Leistung für noch höhere Geschwindigkeit endlich aufzugeben und damit zu durchbrechen. Hören wir auf damit, Sportlichkeit mit einer möglichst hohen PS-Zahl zu verbinden. Erst wenn eine gesetzliche Regelung die Voraussetzungen dafür schafft, könnten die Ingenieure ihr volles Potenzial entfalten und verbrauchsarme Fahrzeuge entwickeln, die im Alltagsbetrieb einen Verbrauch von weniger als vier Liter Kraftstoff bei entsprechend niedrigen Emissionen problemlos erreichen statt heute ständig von einem Spagat in den nächsten zu geraten und ihn doch nicht erfüllen zu können. Und dies sollte als Brückentechnologie verstanden werden, bis Stromspeicher (Akkumulatoren) zur Verfügung stehen, die sich für eine Serienproduktion und den realen Bedingungen (Ladesäuleninfrastruktur) in unserem Land als sinnvoll erweisen. Über die derzeitige Lithium-Ionen / Lithium-Polymer-Technologie kann ich außer der hohen Leistungsdichte kein gutes Haar lassen. Der komplette Wertschöpfungskreislauf ist eine Katastrophe (Kinderarbeit in kongolesischen Lithium-Minen oder chilenischen Salzseen, 2 Millionen Liter Trinkwasser werden für das Auswaschen von einer Tonne Lithium benötigt, was in regenarmen Gebieten den Grundwasserpegel dramatisch absenken wird) bis hin zu der Tatsache, dass an der Entsorgung noch geforscht wird, sie sich ergo nicht groß von Atommüll unterscheidet mit der Ausnahme, dass die Batterien nicht strahlen, sich aber spätestens dann entzünden werden, wenn dem Kunststoffgehäuse die Weichmacher entwichen sind und die täglich spröder werdende Struktur eines Tages den Sauerstoffkontakt zu den Zellen ermöglicht. Das Ganze brennt dann mit bis zu 2.000 Grad Temperatur ab und ist nur schwer zu löschen; in der Regel wird der Wagen von der Feuerwehr in einen mit Wasser gefüllten Container geworfen und verweilt dort für wenigstens drei Tage damit sich die Hitze abbauen kann, sonst flammt das Feuer selbsttätig wieder auf. Übrigens auch bei elektronischen Fehlfunktionen die eine Überhitzung oder Untertemperatur nach sich ziehen, oder schweren Unfällen. Dieser Umstand wird „thermisches Durchgehen“ genannt. Wissenschaftlich bewiesen ist das längst und allen Beteiligten klar, ausgenommen den Autofahrern, die zum Kauf von E-Autos animiert werden und durch die politischen Diskussionen und zweifelhaften Klimapakete dazu genötigt werden sollen. Überhaupt, diese CO2-Bepreisung. Demnach müsste ja die Getränkeindustrie Unsummen entrichten, weil sie tonnenweise CO2 in Sprudelgetränke einbringt. Ich vermisse eine Politik, die sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen ausrichtet und nicht an ideologischen Halbwahrheiten. Wagen wir einen Blick 20 Jahre in die Zukunft: Eine Million Akkumulatoren mit einem Durchschnittsgewicht von angenommenen 400 Kilo, also 400 Millionen Kilo Schrottbatterien stehen in Sondermülldeponien auf Halde und niemand weiß, wann der nächste Brand (bei dem giftige Chemikalien freigesetzt werden) ausbrechen wird. Das finde ich eine unvertretbare Last als Hinterlassenschaft für unsere nachfolgenden Generationen. Alles mit Maß und Ziel bitte.

Klaus Schetar

München

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