Leserbriefe

Das Wohl aller betrachten

Sabine Dobel, Teresa Dapp: Hitzige Fleischdebatte;Politik 8. August

Schon alleine der Begriff „Tierwohl“, der ist in der „(Massen)Tierhaltung“ gelinde gesagt eine „große Schweinerei“. In der Tierhaltung, da kann es nie und nimmer eine artgerechte Tierhaltung geben, denn der tierhaltende Mensch, der will nur eins, nämlich „Fließband-Fleisch“ auf Teufel komm raus produzieren, und das so kostengünstig, wie es nur geht. Danach findet das Leiden der Tieren immer noch kein Ende; der kreaturverachtende Tiertransport per Lkw zum Schlachthof wartet, als Krönung des „guten Geschmacks“ auf die zu Tode gestressten „Kadaver-Tiere“. Irgendwann landen diese Fleischstücke dann in der Pfanne oder auf dem Grill.

Klaus P. Jaworek

Büchenbach

Die Industrialisierung der Fleisch- und Tierprodukteproduktion hat sich entwickelt, um das gewünschte Endprodukt so billig wie möglich anbieten zu können, das ist der Wunsch der Verbraucher (?). Das Tierwohl stand da nie im Vordergrund, auch nicht das Wohl der dort arbeitenden Menschen. Dies hat aber zu den allseits bekannten Missständen geführt, und zwar von der Zucht über die Aufzucht bis zum Schlachthof. Nun soll über Steuern mehr Geld ins System. Ich kann mir nicht vorstellen dass das zu mehr Tierwohl führt oder mehr Geld bei den Erzeugern ankommt.

Es sind zu viele Stellschrauben, an denen gedreht werden müsste. Mit zum Beispiel neuen Ställen allein ist es nicht getan. Ob großer oder kleiner Betrieb, die systematischen Misshandlungen und Quälereien direkt an den Tieren, die immer wieder publik werden, die gehen nicht nur vom bestehenden System selbst aus, sondern ja auch direkt von Menschen. Zu jedem System gehören eben auch Menschen, die Tiere sind davon abhängig, wie ihnen diese Menschen gesonnen sind.

Eine Steuer würde diese Quälereien nicht verhindern. Eher echte Tierschutzstandards und echte Kontrollen und echte Strafen. Wenn sich das System zudem entspannt, also weniger industrialisiert gearbeitet werden muss, arbeiten die Menschen dort auch humaner, was sie selbst betrifft, und das würde die Empathie und den Respekt für das Tier auch fördern. Das Gesagte gilt im übrigen für alle Bereiche, wo Menschen mit Lebewesen/anderen Menschen arbeiten, wo es vermeintlich Schwächere und Stärkere gibt: zum Beispiel Altenheime, Krankenhäuser, Kinderbetreuungsstätten … Die Arbeitenden müssen anständig bezahlt werden und anständige Bedingungen vorfinden, und Standards/Kontrollen/Strafen müssen etabliert sein, um Missbräuche an den Schutzbefohlenen zu verhindern, eben gesamtheitlich das Wohl aller betrachten.

Alex Schmidt

Wackersberg

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