Tirol trotz dem Lkw-Wahnsinn

Auf die Schiene; Leserforum 27. Oktober, Dirk Walter: An Inntal-Grenze droht mehr Stau; Titelseite, Grenzkonflikt um Lkw-Kolonnen; Bayern 26. Oktober

Danke Österreich, wieder einmal haben es die Österreicher vorab begriffen, dass der Lkw-Wahnsinn auf unseren Autobahnen nicht mehr zu tolerieren ist. Unser unfähiger Verkehrsminister (Beispiel Maut) hat den ganzen Lkw-Verkehr von der Schiene auf die Straße gebracht und dass ist ihm ja gelungen. Man sieht es täglich auf unseren Straßen, ein Lkw hinter dem Anderen in zu kurzen Abständen und jeden Tag Unfallmeldungen mit Lkws im Verkehrsfunk. Innenminister Joachim Herrmann sollte sich nicht mit dem österreichischen Kollegen auseinandersetzten, sondern mit der Unfähigkeit der eigenen Minister befassen und den eigenen Saustall ändern. 

Franz Buchner Unterhaching

Wie zu erwarten, jaulen sie auf, die Speditionsunternehmer, wenn der Verkehr auf der Inntal-Autobahn stockt. Doch wem ist die Regierung Tirols verpflichtet? Richtig! Dem Wohl ihrer Bürger. Natürlich hätte auch Bayern schon längst den Bauauftrag für ein Lkw-Verladeterminal im Landkreis Rosenheim erteilen können. Taten sie aber nicht, wegen der LKW-Lobby. Aber ist dieses Versäumnis das Problem Tirols? Nein. Es ist das jahrzehntelange Versagen unserer Staatsregierung. Ich wohne in einem Ortsteil von Haag, im Landkreis Freising. Seit Jahren fahren mautprellende, stinkende, laute Lkws aus allen Herren Länder durch unser kleines Dorf. Und am Wochenende fräsen Biker hindurch. Eine 30er Zone auch für unsere Durchgangsstraße? Wirklich wirksame Verkehrskontrollen im Ort? Fehlanzeige! Während sich unsere Gesetzesvertreter darum bemühen, Münchens kulturellen Glanz am Leuchten zu halten und die Natur am Starnberger See immer schön adrett bleibt, hat die Flughafenregion dankbar dafür zu sein, dass man sie mit dem Bau des Flughafens beschenkt hat. Schließlich war Freising davor eine Arbeitslosenhochburg und brauchte dringend diese Jobs, oder? Ha, ha, ha. Wie zu lesen ist, geht es der CSU nun darum, München die Zusage (Umwandlung des Gesellschafterstatus) für eine 3. Startbahn abzupressen. Damit, neben dem steigenden Fluglärm auch der Fein-/Feinststaub von oben nicht weniger wird. Warum baut Baden-Württemberg von Stuttgart nach Ulm eine 250 km/h-Pendlerstrecke für die Bahn und Bayern adäquat keine für Passau nach München? Oder Deggendorf– Würzburg? Oder der Bund eine Lkw-Verladung von Flensburg nach Kufstein? Stattdessen quengeln die niederbayerischen CSU-Leute rund um Erwin Huber das hohe Lied des Flughafenausbaus. Klar, die wohnen ja auch nicht hier. Was hat das alles mit den Menschen an der Inntal-Autobahn zu tun? Genau, die haben eine Regierung, die sich um das Wohl ihrer Bürger kümmert – und nicht um die Interessen der Flughafenaktionäre. Frankreich macht uns mit seinem TGV-Netz vor, wie man mittelfristig einen Großteil des inländischen Flugaufkommens auf die Schienen verlagern kann. Die Franzosen beweisen, dass sich wirtschaftliche Interessen und das Gemeinwohl in Einklang bringen lassen. Wenn man das will. Überlegt euch deshalb gut, wem ihr eure Stimme bei der nächsten Landtagswahl gebt. 

Klaus König Haag

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