Unmögliche Steigerungen: tot, töter, mausetot

„Liebe Leser“; Leserbriefseite 28. Dezember

„Man muss nicht unbedingt Lateinschüler gewesen sein, um heute noch zu wissen, dass gewisse Eigenschaftswörter nicht steigerbar sind. ,Optimal‘, auch nur eines davon, ist aber immer wieder fälschlicherweise im Superlativ als ,optimalst‘ zu hören oder zu lesen (,die optimalste Lösung, die wir finden konnten‘). Die Frage ist auch, ob denn ,lückenlos‘ steigerbar sei. An sich nicht, aber bei Herrn Stoiber schon. Zitat: ,Wir brauchen eine lückenlosere Kontrolle.‘ Wenn etwas lückenlos ist, dann hat es schon keine Lücken mehr und kann nicht ,noch mehr keine Lücken‘ haben. Mit ,tot‘ verhält es sich ähnlich, aber der Volksmund hat es gesteigert, was scherzhaft nach ,tot‘, ,töter‘ im Superlativ in ,mausetot‘ gipfelte. Die interessanteste Steigerung eines Adjektivs hat der Münchner Merkur geliefert, als er in der Ausgabe vom 23. Mai 2005 auf der Titelseite im Bericht über die in China aufgetretene Vogelgrippe in der zweiten Spalte schrieb: ,Er (der andere Virusstamm) ist tödlicher und kann ein Gen für die Übertragung auf Menschen enthalten‘. Dieselbe Aussage fand sich auf Seite 32 (Weltspiegel) derselben Ausgabe in dem dortigen dpa-Artikel. Im Münchner Merkur vom 6./7. Juni 1998 stand zu lesen: ,Hepatitis B ist nach Expertenangaben von den sexuell übertragbaren Krankheiten in Deutschland die tödlichste.‘ Mit nicht mehr steigerbaren, quicklebendigen Grüßen!“

 Fred Hufnagel Seefeld

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