Leserbriefe

Ursachen für den Freizeitdruck aufs Oberland

Stefan Sessler, Laura Forster: Letzte Rettung: Hausarrest für Münchner?; Im Blickpunkt 5./6. Januar

„Stoderer und Oberlandler” gehen verbal aufeinander los, aber wo liegt eigentlich die Ursache dieses massiven Freizeitdrucks auf den schönsten Flecken unserer bayrischen Heimat?

Die eigentliche Ursache ist neben der Corona-Krise und den Grenzschließungen zu den Nachbarn in Österreich der massive Zuzug nach Oberbayern und hier besonders in die Landeshauptstadt und ihren „Speckgürtel”. Vor circa 20 Jahren hat der rot-grüne Münchner Stadtrat die Bauordnung radikal geändert mit der Folge, dass aus Einfamilienhäuschen mit großen Gärten Mehrfamilienhäuser ohne Gärten wurden. In der Innenstadt wurde so viel wie möglich nachverdichtet. Die Einwohnerzahl in München lag jahrzehntelang bei circa 1,1 Millionen und soll bis 2030 nach dem Willen der neuen grün-roten Stadtverwaltung auf 1,8 Millionen steigen. Dafür werden die letzten Felder und Wiesen zubetoniert. Aus einer hauptsächlich bayerischen Bevölkerung, die alle beruflichen Schichten vom Arbeiter bis zum Akademiker wiederspiegelte, wurde eine internationale Einwohnerschaft, die sich im Homeoffice unter der Woche langweilt. Diese neuen Bewohner haben keinerlei Bezug zu unserer Kulturlandschaft, sondern sehen in ihr hauptsächlich einen Freizeitspielplatz, wo man Sportarten wie Skitouren, Schneeschuhgehen und Mountainbiken ausprobieren muss.

Aber auch die Bürgermeister und Landräte, die jetzt ihren Unmut über die enorme Belastung kundtun, sollten überlegen, wie viele Neubau- und Gewerbegebiete in ihrer Amtszeit entstanden sind. Jeder, der in den letzten 20 Jahren auf der „grünen Wiese“ gebaut hat, hat zu dieser Situation beigetragen.

Richard Diener

München

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