Debatte um das Vaterunser

Herzensangelegenheit Vaterunser; Leserforum 12. Dezember, Julius Müller-Meiningen: Warum der Papst mit dem Vaterunser hadert; Im Blickpunkt 8. Dezember

Zur Aufregung der deutschen Christenheit – Vaterunser und kein Ende (was ja eigentlich gut ist). Da geht es um die Versuchung. Die einen bestehen darauf, dass es richtig aus dem Griechischen übersetzt sei. Andere erinnern, dass Jesus Aramäisch gesprochen habe. Bibelfeste bringen NT- und AT-Beispiele usw. Kaum aber wird bedacht, dass der Begriff Versuchung im Sprachgebrauch einem Wandel unterworfen war. Und zwar vom ehemals Auf-die-Probe-Stellen hin zur Verführung. Im alten, völlig akzeptablen Sinne bedeutete diese Sequenz des Gebetes etwa: Stelle uns nicht (erst) auf die Probe, sondern erlöse uns (gleich) vom Bösen. Wir wehren uns einzugestehen, dass wir unsere Gebete in der (Schein-)Sicherheit der Gewohnheit gebrauchen, ohne dem Sinn tiefer und kritisch nachzugehen. Allerdings wurde seinerzeit die Änderung im Ave-Maria ohne so große Einwände hingenommen. Als nämlich aus den Weibern, die im Sprachgebrauch einen Wandel zum eher Negativen hingenommen hatten, Frauen wurden.

 Dietrich Kothe Hohenfurch

Herr Dr. Glonner, ich danke Ihnen für Ihren Leserbrief. Sie haben damit die Dinge wieder zurechtgerückt: Nicht wissenschaftlich überkandidelt, aber mit überzeugender, verständlicher Begründung, die erkennbar auf gründlichen theologischen Kenntnissen und Erkenntnissen basiert. Papst Franziskus scheint der Versuchung, wie sie von Ihnen richtigerweise interpretiert wird, erlegen zu sein. Lasst uns weiter das Vaterunser so beten, wie wir es von unseren Eltern und Großeltern übernommen und auch an unsere Kinder weitergeben haben. 

Jakob Geltinger München

Das finde ich super, dass auch der Papst diesen falsch übersetzten Satz im Vaterunser nicht mag. Diese falsche Übersetzung geht mir schon lange auf den Wecker und drum bete ich seit Jahrzehnten in der Kirche beim gemeinsamen Gebet möglichst laut statt führe uns nicht in Versuchung, sondern… führe uns aus der Versuchung und…. erlöse uns von dem Bösen. Aber das fällt kauf auf, weil es ja der gleiche Rhythmus ist. 

Marianne Geiger Dietramszell

Änderung des Vater unser „Im Blickpunkt“ 8. Dezember In meiner alten Luther-Bibel ist bei den Jakobus-Briefen unter 1/13 Folgendes zu lesen: „Niemand sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde. Zum Gott kann nicht versucht werden zum Bösen und er selbst verändert niemand.“ Die jetzige Version im Vater unser war m einem religiösen Gefühl immer schon zuwider. Unbegreiflich ist mir die Haltung von Oberkirchenrätin Breit-Keßler zu dem wahrhaft erlösenden Vorschlag von Papst Franziskus! 

Ingrid Boegner Holzkirchen

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