Leserbriefe

Zustimmung und Widerspruch zu der römischen Instruktion

Claudia Möllers, Christoph Arens: Marx: Vatikan-Papier „vertieft Gräben“;Bayern 27. Juli

Viele Katholiken würden sich mit mir wünschen, dass sich Kardinal Reinhard Marx einmal von der allgemeinen Meinung absetzt und sich endlich voll und ganz hinter Papst Franziskus stellt, zumal er nicht mehr Vorsitzender der Bischofskonferenz ist und seine volle Freiheit nun nutzen sollte, sich von jeglichem Zwang zu befreien. Wenn der sich nun wieder lautstark und anmaßend über das Schreiben aus Rom ausgelassen hat, zeigt das erneut seine Bindung an den Zeitgeist.

Es wäre zu wünschen, dass sich unsere Oberhirten endlich vom Heiligen Geist leiten lassen und sich vom ZDK unabhängig machen. Schließlich tragen sie die Letztverantwortung vor Gott.

Evi Schmid

Erdweg

Vatikan-Papier „vertieft Gräben“: Nicht bei allen Katholiken, sondern nur bei denen, die ständig auf der Suche nach Veränderung sind, sprich Vereinfachung und Erleichterung. Viele sind zufrieden und wollen ihren Glauben leben und erleben, wie ihn die Kirche vorgibt. Schon vor 500 Jahren hat einer gesucht und gefunden, was er wollte. Seine Anhänger finden leider kein Zurück zum Glauben, aber jeder kann freiwillig sich verändern. Aber bitte lasst uns die Kirche, die wir wollen.

Die Vorsitzende des Münchner Katholikenrats ist fassungslos und spürt eine entsetzliche Stimmung, bei der vielleicht nur noch der Austritt helfe. Wir brauchen Mit- und Zusammenarbeit in unserer lebendigen Kirche, keine überforderten „Vorbeterinnen“. Der Wunsch nach Veränderung ist meist nur „Frauen als Priester“, und die brauchen wir ganz bestimmt nicht!

Dieter M. Putz

München

Die Kirche von „unten“ muss zum Umdenken gebracht werden, dann stürzt die von „oben“ wie von selbst zusammen. Nut Mut! Die wahren Optimisten sind nicht überzeugt, dass alles gut gehen wird. Aber sie sind überzeugt, dass nicht alles schiefgehen kann.

Ilse Sixt

Oberpframmern

Als hätte es kein Zweites Vatikanisches Konzil gegeben, zementiert die römische Instruktion den Klerikalismus und Zentralismus. Woher sollen bei dem großen Priestermangel überhaupt noch geeignete Priester kommen, von denen die realitätsfremde Instruktion ausgeht? Haupt- wie ehrenamtliche „Laien“ werden von vielen Diensten wie zum Beispiel der Predigt in der Eucharistiefeier ausgeschlossen. Die Frauen werden implizit von allen Leitungs- und Weiheämtern ferngehalten.

Die ohne Anlass und ohne Vorankündigung veröffentlichte Instruktion scheint die Handschrift von zwei deutschen Priestern im Vatikan zu tragen. Es ist ein Skandal, dass es wohl starke informelle Kontakte nach Rom gibt, die den Synodalen Weg und die Reformprozesse in den Bistümern mit allen Mitteln stören und verhindern wollen. Vielleicht – eine optimistische Deutung – wollte Papst Franziskus mit seiner Unterschrift unter dieses widersprüchliche Dokument deutlich werden lassen, wie realitäts- und glaubensfern die Klerus-Kongregation einer Law-and-Order-Kirche agiert. Wenn diese Instruktion umgesetzt würde, wird das zur weiteren Erosion kirchlichen Lebens führen, nicht nur in Deutschland. Zum Glück haben sich viele Theolog*innen und auch einige deutsche Bischöfe sehr schnell und kritisch zu Wort gemeldet. Diese welt- und glaubensfremde Instruktion wird ins Leere laufen. Besser noch, wenn Papst Franziskus sie korrigieren würde.

Christian Weisner

Dachau

Unserem neu geweihten Augsburger Bischof, Dr. Bertram Meier, gebührt höchste Anerkennung und ein herzliches ewiges Vergelt’s Gott für seinen Mut, gegen den allgemeinen Trend der „Los-von-Rom-Bewegung“ zu schwimmen. Er nimmt seine große Verantwortung für eine gelingende Seelsorge im Sinne Jesu Christi ernst. Darum kann er auch mit den Vorgaben aus Rom gut leben. Er weiß, dass es in der Zeit des großen Glaubensabfalls nur noch darum geht, Seelen zu retten, wie es schon die Muttergottes in Marienfried im Jahre 1947 sagte.

Franziska Jakob

Rehling-Allmering

Man muss froh sein, dass Rom endlich gegen die Großpfarreien vorgeht und dagegen, dass trotz massiven Priestermangels immer wieder Pfarrer ausgebootet werden, die noch gut und gerne eine Klein-Pfarrei betreuen würden. Die Papst Franziskus attestierte „Realitätsferne“ oder „Weltfremdheit“ unterschätzt den Einblick des Heiligen Vaters und unterminiert seine Verantwortlichkeit, die er in letzter Zeit überraschend zum Verdruss derer an den Tag gelegt hat, die eine andere Kirche wollen.

Sofie Christoph

Aindling

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