Diskussion über Veitshöchheimer Fasching

Fauxpas bei Fastnacht in Franken; Leserforum 7. Februar, Rudolf Ogiermann: Voll daneben; Medien, Gibt es keine Grenze mehr?; Leserforum 6. Februar

So viele Leserbriefe würde ich mir wünschen, wenn es um Tier- und Umweltschutz geht. 

Inge Pollaschek Emmering

Wenn unsere Gesellschaft ertragen muss, dass eine Dame, Ministerin der SPD, in der Öffentlichkeit „in die Fresse hauen“ von sich gibt und eine andere Dame von den Grünen, amtierende Bundestagsvizepräsidentin, unter einem Transparent „Deutschland verrecke“ mitmarschiert und linke Parolen brüllt, nicht sofort suspendiert wird, dürften im Fasching derbe Witze kein Problem sein. Dass da Wichtigtuer auf den Plan treten ist nichts Neues. Ich würde Veitshöchheim ohne Neugirg nicht mehr anschauen. Peter Götzfried Traitsching Kritikern, die in diesem Zusammenhang vor Zensur oder der Unterdrückung der Meinungsfreiheit warnen, sollte eigentlich klar sein, dass über der Freiheit der Meinung und der Kunst die Würde des jeweils betreffenden Menschen stehen muss. 

Hans Michael Miller Freising

Die Leserbriefe über den angeblich zu groben Auftritt dieser genialen Truppe Namens Altneihauser Feierwehrkapell’n sind nicht nachvollziehbar, bezeugen aber genau die Doppelmoral die uns jeden Tag in Deutschland begegnet. Wenn ein Dr. aus Peiting gar noch sexistische Entgleisungen über gesehene Unterwäsche bei Gardemädchen propagiert, bleibt eigentlich nichts anderes übrig als den Kopf zu schütteln und hoffen kein Schleudertrauma davon zu tragen. Politisches absolut akribisch durchdachtes, manchmal auch etwas derberes Kabarett, ist halt nicht jedermanns Geschmack aber absolut zeitgenössisch und zu Recht in unserer Gesellschaft verankert. Zudem denke ich dass sich niemand In Frankreich für etwas entschuldigen muss, was gerade dort in bedeutend härterer Form allgegenwärtig unter Satire offeriert und akzeptiert wird. 

Ewald Kielhauser Peißenberg

Was ist Humor? Humor ist, wenn man trotzdem lacht, so sagt der Volksmund, wenn einem ein Missgeschick passiert. Anscheinend ist dies der Fall gewesen bei „Fasnacht in Franken“. Die Verantwortlichen haben doch die Texte der Redner bestimmt vorher zu Gesicht bekommen. Wo bleibt da das nötige Fingerspitzengefühl? Bringt man die Menschen nur mehr mit beleidigenden Äußerungen, schweinigen Witzen (man sagt dazu auch Sauglockenläuten) zum Lachen. Da kann man nur sagen: traurig, traurig. Michl Müller hat diesmal ebenfalls die Grenze des guten Geschmacks überschritten mit seinem Beitrag über Unsterblichkeit. Die Empfehlung: Drückt den Ausschaltknopf! 

Anneliese Schröder Germering

Ich möchte erst mal Herrn Neugirg als Kommandant der Altneihauser Feierwehrkapell’n gratulieren, er hat etwas geschafft, das vor ihm keiner fertig brachte. Bayern aus seinem Tiefschlaf aufzuwecken. Sich so künstlich aufzuregen wo es gar keinen Grund gibt. Es war eine tolle und coole Sendung, nach langem mal wieder. Außerdem werden wir Bayern eh für unterbelichtet gehalten. Deswegen wird uns das auch nicht krumm genommen. Ich versteh zwar auch nicht, warum ihr auf der Frau rumgehakt habt. Eigentlich hätte es er verdient. Denn er ist eingebildet wie ein Pfau und verschleudert tausende von – wohlgemerkt – Steuergeldern für sein Make-up. Frag mich bloß, für was, denn sehen tut man null. Also lasst Euch nicht unterkriegen! Eva Frank Germering Den Beitrag der Altneihauser Feierwehr habe ich gesehen und fand ihn auch weitgehend geschmacklos. Ich frage mich aber, warum man nicht schon länger über den Begriff geschmacklos gerade in der Fernsehunterhaltung nachdenkt. Das gilt nicht zuletzt auch fürs bayerische Fernsehen, wo die sogenannten Comediens eine Geschmacklosigkeit nach der anderen leisten. Witze über Behinderte und Angriffe gegen Christentum und Kirche sind leider fast an der Tagesordnung. Die Kameraführung, die dann das applaudierende Publikum bei solchen unerträglichen Pointen zeigt, verstärkt den Eindruck, wie lustig es doch ist, unter die Gürtellinie zu gehen. Ich stimme den Satz von Franz Knogler voll zu: Was bei gewissen Kreisen gewünscht ist, wäre Satire, was ihnen nicht entspricht ist Diffamierung.

 Hilde Schwärzer München

Das ist ja wieder einmal typisch, erst hat man jahrzehntelang für die Gleichberechtigung gekämpft und wenn diese umgesetzt wird, ist man beleidigt. Ich kann mich nicht erinnern, dass sich irgendwer daran gestoßen hatte, als vor ein paar Jahren Silvio Berlusconi von derselben Truppe durch den Kakao gezogen wurde. Da ging es aber um einiges härter zur Sache. Aber das ist momentan Brauch, dass man sofort eingeschnappt ist, und wenn es sein muss, im Jahr darauf der Veranstaltung fern bleibt. Gott sei dank, dass wir nicht mehr im Mittelalter sind, wo der Narr vom König hingerichtet wurde, wenn die Narretei einmal nicht gefiel. Mein Damen und Herren, es war eine Faschingsveranstaltung und keine Stellungnahme des Auswärtigen Amtes. War übrigens Dr. Friedhelm Hofmann nach dem Auftritt der Klostersänger auch beleidigt? Geschmeckt hat es ihm sicherlich nicht, aber so ist es halt bei Nockherberg, Veitshöchheim und Co.: Die Darsteller halten den Leuten den Spiegel hin, und manches will man eben nicht gerne sehen. Bleibt zu hoffen, dass man ein gerüttelt Maß an Toleranz und vertretbaren Humor findet, um solche Debatten erst gar nicht entstehen zu lassen. Schade wäre es nur, wenn solche Veranstaltungen so zensiert werden, bis sie das Niveau der Radiosender mit ihren flachen Witzen erreicht haben. 

Manfred Meier Hausham

Ei, ei, ei welch eine Aufregung landauf, landab, züchtigem Aufschrei über das Gschpusi der Altnei(d)hauser Feierwehrkapell’n. Und all die edlen Moralisten unserer verehrten Republik, stutzen, säubern unter Schwitzen viel an Beschwerde eigener Charakter’e, dem Kommandanten der Altneihauser Feierwehrkapell’n die Flügel. So dass diesem Troubadour der Hintern glüh’ und nicht nur brennt. Dass, wenn er sich diese Sauerei auf das französische Kommandantenehepaar und anderen Gesellschaftspädagogen noch einmal erlaube; er einen Kopf kürzer werd’ gemacht. Weil es sich im Fasching nicht gehört, derartig, unsaubere Sprücheleien auf das deutsche Volk niederlassend, herabzuprasseln. Und so sollte der Herr Kommandant Nei-Girgl, in seiner Red’ eher das deutsche Krokodil auffressen. Ja das wäre himmlisch schön und wir im Chor dann täten singen: Hurra, Hurra es gibt keine Merkel und der Schulz, wo ist er nur geblieben? Und in diesem Sinn mög’ die Altneihauser Feierwehrkapelln der Veitshöchheimer Frankenschau noch lang erhalten bleiben. Amen. 

Erwin Schaller Hebertshausen

Altneihauser Feierwehrkapell’n: „Oh Gott!“ Nun auch schon beim Frankenfasching! Was wird dann erst vom Nockherberg auf uns herunterprasseln, beim sogenannten „Derblecken“? Ja, „derblecken“, so nennen mittlerweile die Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks, Akteure und involvierten Schauspieler das vor Jahren noch urtypisch bayerische Spektakel, weil sie „dablegga“ oder „dablecka“ nicht mehr aussprechen können - und weil ihnen der eigentliche und tiefere Wortsinn nicht mehr geläufig ist. Dablecka moant nämlich, im Boarischn jemandn vaorschn bzw. aufziagn, auf lustige Weis an Spiagl vorhoitn (Quelle: Boarische Wikipedia). Früher hat man (Paradebeispiel: Roider Jackl) mit feinsinnigen, hintergründigen und doch scharfen (meist) Reimen, den anwesenden Gästen und Führungspersonen einen Spiegel vorgehalten (Der Begriff kommt davon, jemanden die blanken Zähne zu zeigen). Und ein weiterer großer Unterschied von damals zu heute war: Die anwesenden Gäste wurden nicht persönlich angegriffen, beleidigt oder bloßgestellt. Heute wird nur noch plump und primitiv auf die politische Führung eingedroschen - ohne Hirn und den auch nur leichtesten Hauch von echter Satire. Paradebeispiel: die linke, geifernde, selbsternannte - und wie sie sich gerne sieht, „Vollblutkabarettistin“ Luise Kinseher. Ich bin deshalb davon überzeugt, dass sowohl der Nockherberg als auch der Frankenfasching sich ihr eigenes Grab geschaufelt haben: wegen fehlender Authentizität, Missachtung des Zuseher-Klientel und der Entfernung von der urtypisch bayerischen Tradition. Ich für meinen Teil, habe diese Kapitel nun endgültig abgeschlossen und plane - im Gegensatz zu früher - meine Termine unter Nichtberücksichtigung oben genannter Sendezeiten. 

Raphael Hackl Fraunberg

Ich frage mich nur, warum die Zuständigen vom Sender, die sicher den Auftritt der Altneihauser Feierwehrkapelle vorher schon gesehen haben, nicht eingegriffen haben? Jetzt droht man ihnen mit Rausschmiss für nächstes Jahr. Ich schließe mich dem Kommentar von Helmut Schleich an, dass größere redaktionelle Eingriffe den Gedanken der künstlerischen Freiheit widersprechen würden. Ich habe zwar auch geschluckt, als die Äußerungen über Frau Macron gefallen sind aber das passiert mir öfters auch bei Nuhr, Gruber oder Priol und das sind keine Faschingsendungen! Also was soll die ganze Aufruhr wegen einer Narrensendung. Frau Macron, Frau Merkel und viele andere die solche Anzüglichkeiten erfahren müssen, sind so selbstbewusst und intelligent genug darüber zu stehen. Ich als eingefahrener Schlitten und noch nicht ganz verblühte Rose würde es auch tun!

Monika Kotter Hohenlinden

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Agrarwende nötig
Wunderschöne Blühwiese; Leserforum 8. Juni
Agrarwende nötig
Zwist zwischen Schwesterparteien
CSU setzt Merkel 13 Tage Frist; Titelseite, Georg Anastasiadis: So viel Krise wie nie; Kommentar, Maximilian Heim: „Keine Lösung in der Sache“, Interview mit Christian …
Zwist zwischen Schwesterparteien
Drei Kinder sind genug
Weltweite Geburtenkontrolle; Leserforum 15. Juni
Drei Kinder sind genug
Nicht besorgniserregend
Wir müssen handeln; Leserforum 18. Juni
Nicht besorgniserregend

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.