Schildbürgerstreiche

Was sollen Dieselfahrer jetzt tun?; Leserforum 17./18. Juni

Einige Leser haben schon auf die hausgemachten Staus hingewiesen, wie die in München leider üblichen irrwitzigen Ampelschaltungen oder die Reduzierung von Fahrspuren. Die Aufzählung weiterer Beispiele (Kapuzinerstraße usw.) würde den Rahmen sprengen. Ein weiteres Problem sind die Baustellen. Ihre Notwendigkeit sei hier bis auf Ausnahmen nicht grundsätzlich infrage gestellt, wohl aber der übliche Ablauf: Zuerst werden rot-weiße Plastikbänder gespannt und ein altersschwacher Bagger in die Mitte gestellt – und dann passiert wochenlang nichts mehr. So im Herbst 2013 in der Tierparkstraße, als lediglich für die Neuasphaltierung etwa zehn Wochen lang zwischen Grünwald und dem Mittleren Ring keine Isarquerung mehr möglich war, oder aktuell am Bavariaring 7-9, wo seit einem dreiviertel Jahr der freilaufende Rechtsabbieger (Richtung Martin-Greif-Straße) von einem privaten Investor als Maschinen- und Materiallager missbraucht werden darf. Dazu kommen noch geplante Schildbürgerstreiche wie die Trambahn- Westtangente durch die ohnehin schon reichlich belastete Fürstenrieder Straße, die jeweils eine weitere Fahrspur kosten und damit den Stau verlängern wird. Für den irren Betrag (circa 100 Millionen) könnte man verkürzte Taktzeiten der dort seit Jahrzehnten verkehrenden Busse (bis in die 60er Jahre übrigens elektrisch betriebene Oberleitungsbusse) bis zum St.-Nimmerleins-Tag finanzieren. Dafür darf das kohlebefeuerte Heizkraftwerk Nord in Oberföhring noch über viele Jahre so viel Ruß produzieren wie der gesamte Münchner Autoverkehr. 

Michael Schrottenloher Münchner Taxizentrale seit 1988

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