Leserbriefe

Entschädigungskampagne

Irritationen um Geldfür Missbrauchsopfer;Bayern 6. Oktober

Der Bischof von Augsburg wollte tiefer in den Säckel mit unseren Kirchensteuern greifen als seine Mitbrüder. Das wäre zwar schmerzhaft, aber im Grunde lobenswert gewesen. Doch die endlich konkretisierte Entschädigungskampagne darf nicht die Illusion erwecken, man könnte den tiefen seelischen Schaden von missbrauchten Menschen und den Vertrauensverlust der Kirche wie einen beliebigen Crash regulieren.

Was sollten allerdings die Purpurträger der katholischen Kirche zunächst auch anderes unternehmen, um systembedingte Fehler wenigstens dem Schein nach zu korrigieren? Etlicher Wandel wäre angesagt, und zwar inhaltlich wie auch an der Struktur, um einzudämmen, dass immer mehr Getaufte ihrer Kirche den Rücken kehren. Kirchenaustritte haben jedoch verschiedene Ursachen. Eine davon mag sein, dass viele Menschen dem (vatikanisch verwalteten) Mystizismus ihrer katholischen Kirche nicht mehr folgen können. Es erscheint ihnen beispielsweise absurd, dass ein delinquenter, amoralischer „Geweihter“ im Zustand der sogenannten Todsünde Weihehandlungen gültig vollziehen kann – und überhaupt im Priesteramt zu bleiben vermag.

Dietrich Kothe

Hohenfurch

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