Volksmusik lebt – und wie!

Bayerische Volksmusik – ganz ohne Klimbim; Leserforum 23. Mai

Den Leserbrief zum Thema Volksmusik kann man ganz aktuell ergänzen, da gerade das größte Volksmusiktreffen überhaupt, das „Drumherum“ in Regen, stattgefunden hat. Es findet seit 1998 alle zwei Jahre über Pfingsten statt. Um die Dimension dieses nur der Volksmusik gewidmeten Ereignisses zu veranschaulichen, hier einige Zahlen: Für die drei Tage hatten sich fast 400 Gruppen mit weit über 3000 Mitwirkenden gemeldet, die die Stadt in einer einzigartigen Weise den Tag über bis in die Nacht zum Klingen brachten. Einige Zehntausende Besucher, die Regen aus allen Nähten platzen ließen, staunten über die quicklebendige traditionelle Volksmusik fernab der Pseudo-Volksmusik in Fernsehshows. Auf 22 Bühnen und auch in vier Geschäften waren die Ensembles für über 100 Einzelveranstaltungen eingeteilt. In 24 Gasthäusern und Cafés – auch in der engeren Umgebung - hieß es: Aufspielen beim Wirt. Ob den ganzen Tag über am Stadtplatz oder bei zwei großen Volkstanzabenden: Die Tanzfläche war stets voller Tanzpaare, für die viele renommierte Volkstanzkapellen schwungvoll und mit hör- und sichtbarer Begeisterung Walzer, Polkas und Figurentänze spielten. Sechs Kindergärten und Schulen bekamen Besuch von erfahrenen Vermittlern bairischer Kinderlieder. Bei über zwanzig Fortbildungsangeboten gaben ausgewiesene Experten ihr Wissen und ihre Erfahrungen an interessierte Volksmusikanten aller Richtungen weiter. In einem Zirkuszelt traten wie bei jedem „drumherum“ auch solche Gruppen auf, die traditionelle Volksmusik in ein modernes Gewand kleiden und für ein volles Haus sorgen. Über zwanzig (!) Gottesdienste in den Kirchen der Stadt und der umliegenden Gemeinden wurden von Musikgruppen festlich gestaltet. Sogar eine Versteigerung von Musikinstrumenten fand großen Anklang. Außer den auf die einzelnen Spielstätten eingeteilten Ensembles suchten sich viele weitere Gruppen spontan ein Plätzchen für ihr Musizieren. So war die ganze Stadt samt dem schönen Kurpark während des „drumherum“ eine einzige singende, klingende Bühne. Kein Wunder, dass das „drumherum“ für jeden Volksmusikanten ein unvergesslicher Höhepunkt ist, der immer als fester Termin im Kalender steht. Die Herkunft der Volksmusikanten aus ganz Bayern und aus den Nachbarländern wie der Schweiz, Österreich und Tschechien zeigt die überregionale Bedeutung der Tage in Regen. Das Wichtigste: Die allergrößte Zahl der Teilnehmer sind junge Musiker, Sänger und Tänzer. Drumherum, das heißt: Volksmusik lebt – und wie! Man hätte sich deshalb gewünscht, dass der Münchner Merkur als bayerische Heimatzeitung dem volksmusikalischen Großereignis einen größeren Bericht widmet. Der Veranstalter ist die Kath. Erwachsenenbildung im Lkr. Regen, die Partner sind die Stadt Regen, die Bezirke Nieder- und Oberbayern sowie der Bezirk Schwaben, der Bayer. Landesverein für Heimatpflege und BR Heimat. 

Ingrid Sepp Siegertsbrunn

Auch interessant

Kommentare