Leserbriefe

Diskussion um Nürnberger Christkind

Großer Rückhalt für Nürnbergs Christkind;Bayern 4. November

Es ist natürlich nicht zu akzeptieren, wenn in diesem Falle ein AfD-Mitglied die Wahl einer Halb-Inderin zum Nürnberger Christkindl anprangert und das Gespenst einer Ausrottung der Deutschen an die Wand malt mit dem Gleichnis der Ausrottung der Indianer. Ob man ihn deshalb als „Rassisten“ bezeichnen muss, sollte jeder für sich entscheiden.

Das Christkindl hat längst nicht mehr die Geburt des Erlösers darzustellen, sondern ist eine Art „Märchenfigur“ geworden, die man sich einfach meist mit wallendem blonden Haar vorstellt (hier könnte und wird vielleicht sogar eine Perücke Abhilfe schaffen?). Ein Hauptziel des Nürnberger Christkindlkultes ist ja letztendlich wohl die kommerzielle Nutzung – leider.

Wenn nun das Wahlgremium sich für die hübsche Inderin entschieden hat bei durchaus ebenbürtigen Konkurrentinnen), ist dies in meinen Augen aber auch eine Anpassung an den Zeitgeist, ja nicht ausländerfeindlich zu wirken und darzustellen, dass Jesus eben für alle Menschen geboren ist und nicht nur für die Deutschen. Trotzdem habe ich Verständnis für die Menschen, die nicht aus Rassismus, sondern aus Nostalgie ein herkömmliches Christkindbild wünschen. Sie sind als Kinder mit diesem Bild groß geworden und haben wohl kaum an eine germanisch-deutsche Figur gedacht. Und ehrlich: Ich wäre auch überrascht, wenn am Dreikönigstag statt des Mohren (nicht beleidigend gemeint) plötzlich ein Indianer den Weihrauchkessel schwingen würde ...

Otto Kellermann

Moosinning

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