Leserbriefe

Der schlechte Ruf der Mittelschulen

Kathrin Brack: Schlangestehen zum Schulstart;Bayern 9. September

In diesen Tagen beginnen wieder viele Kinder ihre Laufbahn in der Schule. Es gibt viel Aufmerksamkeit, viel Lob und viele Glückwünsche. Die Zeitungen veröffentlichen Bilder der Erstklässler usw. Das erste Jahr ist noch im Schongang zu überstehen. Doch spätestens dann beginnt so langsam der Wettbewerb um die begehrten Plätze in einem Gymnasium. Wer nicht folgen kann, wird schon ab der 3. Klasse von allen gemobbt. Teilweise so stark, dass nie wieder eine Lust auf Schule entstehen wird. Jegliches Lernen wird dann zur Qual.

Die Folge: Dieser Schüler darf sich nicht seine Wunschschule aussuchen. Er landet in einer Mittelschule. Spätestens hier endet jegliche Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Wenn seine Schulzeit vorbei sein wird, gibt es keine Bilder mehr in der Zeitung, kaum Glückwünsche, kaum Lob. Während die Zeitungen für Abgänger von Gymnasien oder Realschulen noch Bilder und Zeilen der Aufmerksamkeit abdrucken, fehlt so etwas komplett bei allen Mittelschülern. Selbst Bürgermeister kommen nicht, sondern sie gehen lieber zur Realschule. Nur dann, wenn jemand im Handwerk, Gastronomie-, Hotelgewerbe oder auch als Pflegepersonal benötigt wird, dann wird man diese auch wieder beachten. Dieses System tut niemanden gut, den Kindern nicht, den Schulen und deren Personal nicht und auch nicht der Bevölkerung. Ab der 8. Klasse sind die Klassen im Gymnasium ausgedünnt, während die in Real- und Mittelschulen aus allen Nähten platzen wegen der Absteiger. Eine noch größere Schmach für die Kinder. Eigentlich sollte man doch erst ab der 8. Klasse wirklich trennen, wo der weitere Weg unserer Kinder hingehen soll. Und jeder verdient unsere Aufmerksamkeit, denn auch in Mittelschulen ist ein Abschluss nicht ohne Fleiß und Willen zu bekommen.

Olaf Zander

Egenhofen

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