Wer ist für den Impfstart verantwortlich?

Marcus Mäckler, Dirk Walter: Spahn auf dem holprigen Impfweg; Politik 31. Dezember; Impfkampagne ist nicht „erfolgreich“; Leserforum; Marc Beyer: Biontech: Deutschland muss sich gedulden; Politik 2./3. Januar; Georg Anastasiadis: „Alles läuft wie geplant“ – ach ja?; Kommentar 4. Januar; Mike Schier: Entscheidung ohne Datengrundlage; Kommentar; Viel Hoffnung wurde zunichtegemacht; Leserforum 5./6. Januar

In Brüssel: Kommissionspräsidentin Frau von der Leyen, die als ehemalige Verteidigungsministerin der BRD eine moralisch hochstehende, aber leider kaputtgewirtschaftete Bundeswehr hinterlassen und so bewiesen hat, dass sie als politische Führungsperson ungeeignet ist. In Berlin: Frau Bundeskanzlerin Merkel, die diese katastrophale Fehlbesetzung zu verantworten hat und der ihr internationales Renommee und europäische Erbsenzählerei wichtiger sind als Leben und Gesundheit der eigenen Bürger. Beide zusammen sind ihrer hohen Verantwortung in dieser epochalen Bedrohung nicht gerecht geworden: Das Trauerspiel um die Beschaffung des lebenswichtigen Serums und die vergeudete Zeit wird Menschenleben kosten. Ich meine mich zu erinnern, dass Frau Merkel einst einen Eid geleistet hat, ihre ganze Kraft zum Wohle Deutschlands einzusetzen. Und dann kann man sie nicht einmal zum Einkaufen schicken?

Alfred Müller Neufinsing

Erste Preisfrage: Wenn bei hunderttausend durchgeführten PCR-Tests 3000 positiv sind und Monate später bei einer Million PCR-Tests 20 000, hat dann die Pandemie zugenommen oder geht sie zurück? Ich weiß, diese Frage beleidigt jede nur durchschnittliche Intelligenz. Entschuldigung! Aber solange das RKI und die John Hopkins University keine Daten zu den durchgeführten Tests mitliefern, entbehren ihre Zahlen der als neuinfiziert benannten positiv Getesteten jeglicher Aussagekraft über Stand und Entwicklung der Pandemie. Im Übrigen weiß inzwischen alle Welt, dass die Bezeichnung der PCR-positiv Getesteten als Infizierte nicht zutrifft, da PCR-Tests keine Infektion, sondern nur das Vorhandensein von Covid-19-Genmaterial nachweisen können. Und auch von „Neu….“ kann keine Rede sein, wenn die als Neuinfizierte Bezeichneten genauso gut schon seit längerer Zeit PCR-positiv sein können und Mehrfachtestungen von PCR-Positiven ebenfalls in diesen Zahlen enthalten sind. Man muss weder Querdenker noch Verschwörungstheoretiker oder Aluhutträger und auch nicht Nazi sein, um vollständige, aussagekräftige und nachvollziehbare Informationen von den vorgenannten Institutionen zu verlangen. Es reicht die schmerzliche Erfahrung, dass Halbwahrheiten oft genug die Aufgabe ganzer Lügen haben. Zweite Preisfrage: Wenn nachgewiesenermaßen nur vier Prozent der an oder mit Corona Verstorbenen jünger als 60 Jahre waren, ist dann der weitgehend wirkungslose Lockdown für alle mit heute unabsehbaren Konsequenzen für Gegenwart und Zukunft wirklich alternativlos, oder kann man sich auch Schutzmaßnahmen vorstellen, die die gefährdeten Bevölkerungsgruppen effektiver schützen und nicht gegen die gesamte Bevölkerung gerichtet sind? So einfach die erste, so schwierig ist die zweite Frage, die heute im Mittelpunkt aller Anstrengungen stehen sollte.

Germut Bielitz Grainau

Der Kommentar von Herr Anastasiades hat es genau auf den Punkt gebracht, besonders was den mind-set so mancher Berliner Entscheidungsträger angeht. So leistet man dem Frust und der spürbaren Spaltung in der deutschen Gesellschaft leichtfertig und unreflektiert weiteren Vorschub. Es ist gewiss nichts Unmoralisches oder Schändliches, etwas fürs eigene Volk zu tun, der Amtseid des Bundeskanzlers postuliert dies ja klar. Dann werden nicht pünktlich zum neuen Jahr die notorischen Umverteilungsdebatten von bestimmten Parteien (auch in Regierungsverantwortung stehend) angestoßen, was in der aktuellen Lage und auch generell völlig deplatziert ist. Wir haben dringendere Probleme zu lösen. Ein Leserbrief-Schreiber blickte letzte Woche zurecht auf den Herbst 2015 zurück, wo die deutsche Politik ohne Abstimmung in der EU gehandelt hat, es geht also. Das wird ein spannendes Jahr, das uns womöglich noch mehr abfordern wird als 2020, blickt man auf die Wirtschaft und den Zusammenhalt in der Gesellschaft.

Helmut Dotzler München/Garmisch-Partenkirchen 

Leider muss ich heute dem Kommentar von Herrn Anastasiadis widersprechen. Hinterher ist man immer klüger. Möglicherweise war die Beschaffungspolitik im nachhinein gesehen nicht optimal - aber zu der Zeit der Vertragsabschlüsse war es sicher richtig. Bei der Beschaffung wurde auch berücksichtigt, dass die Impfung von Biontech eine sehr hohe Anforderung an die Kühlkette stellt (schon vergessen?). Ich finde, es bringt nichts, wenn hier immer wieder die damalige Entscheidung kritisiert wird (auch wenn das auch durch Herrn Söder geschieht).

Werner Geier Olching

Die Grundrechte des Menschen sind in diesem Land in Artikel 1 mit 19 des Grundgesetzes, unserer Verfassung, niedergelegt. Die Grundrechte sind die Grundbasis dieses Landes, insbesondere nach der moralischen Katastrophe der Zeit von 1933 mit 45. Grundrechte sind Teil des Menschen. 

Ein Politiker, der die Grundrechte nicht als selbstverständlich, sondern als Privileg ansieht, verstößt gegen die Grundlage der Staatlichkeit jedes freiheitlichen Landes. Ein solcher Politiker hat in der Führung Deutschlands nichts mehr verloren. Dies gilt für CDU/CSU, SPD, Grüne, alle Parteien. Sollte Corona überwunden sein, wird die Gleichsetzung der Grundrechte mit „Privilegien“ immer noch als schwerwiegendes Erbe bleiben. Dieser Satz ist schlimmer als ein falsches Vorgehen bei den Impfungen.  

Dr. Hjalmar Heinen München

Sehr geehrter Herr Büml !Offensichtlich ist bis zum Alpenrand noch nicht vorgedrungen, dass wir in der EU den Impfstoff für alle Mitgliedsstaaten eingekauft haben. Dieses hat den Vorteil, dass jedes Land seinen gerechten und bezahlbaren Anteil bekommt, ob reich oder arm. Endlich keine nationale Gier. Ich freue mich darüber sehr und erlebe endlich Europa. Hätte die EU bei größerer Frühbestellung eine hohe Milliardensumme für ein nicht wirksames Impfmittel ausgegeben, hätten Sie doch als erster einen lauten Schrei über die Unfähigkeit der EU getan. Schade, dass die CSU nicht den Kommissionspräsidenten stellt. Wenn Sie auch noch hierbei die Bundesregierung kritisieren, sollten Sie doch zunächst bei den Bundesverkehrsministern der CSU anfangen. Hier wurde viel Vertrauen zerstört. Von den in diesem Bereich vernichteten Millionen Euro hätten wir die Impfung zu großen Teilen bezahlen können. Auf die Frage, wann sie geimpft werde, antwortete die Bundeskanzlerin: „Wenn ich dran bin“. Dieses Verhalten ist einfach sozial und großartig. Nehmen Sie sich an dieser Bescheidenheit ein Vorbild.

Gerhard Brandt Ingenried

Jetzt reicht es! In der Vereidigung unserer Politiker heißt es, sie sollen Schaden vom deutschen Volk abhalten. Was macht unsere Regierung? Es interessiert sie nicht. Frau Merkel denkt in keiner Weise an Deutschland, nur an Europa. Unsere Politiker und Frau von der Leyen in der EU nehmen billigend in Kauf, dass sich noch viele Menschen an Covid-19 anstecken werden beziehungsweise sterben müssen, nur damit die Interessen von Herrn Macron mit Sanofi, die ja nach eigenen Angaben frühestens Ende 2021 in die Produktion gehen, nicht benachteiligt werden. Ja, geht’s noch. Bei uns wurde mit Unterstützung der Steuergelder ein toller Impfstoff entwickelt, der jetzt vorwiegend in fremden Ländern massenhaft geimpft wird. Der Lockdown kostet uns jetzt ein vielfaches mehr als der Einkauf von Impfdosen. Es wäre wesentlich besser, mehr Geld für Impfstoff auszugeben, denn Überbrückungshilfen sind teuer.

Gabriele Gerke Rottach-Egern

Die Meinungsäußerungen der meisten Autoren unter der Überschrift „Viel Hoffnung wurde zunichte gemacht“ offenbaren Wut und Unverständnis, diese Äußerungen helfen durchaus bei der Einschätzung der Lage. Konkrete Beleidigungen aber gehen dann doch einen Schritt zu weit. Eine Versachlichung beim angeblich „versemmelten Impfstart“ wäre sehr wünschenswert. Lautstarke Besserwisser beteiligen sich an der Diskussion, einige davon haben offensichtlich Schwierigkeiten beim Rechnen. Tatsache ist, es wird derzeit der Impfstoff verimpft, der gerade produziert und ausgeliefert wurde, dieser Engpassfaktor prägt die aktuelle Situation weltweit. Die Kontingentierung ist eine weitere, von Beginn an debattierte Randbedingung. Die Impfzentren wären in der Lage, mehr zu impfen, wenn sie die entsprechende Zahl der Dosen hätten, das halte ich für eine sichere Vermutung. Weitere belastbare und die Lage erhellende Argumente kann man dankenswerterweise den Leserbriefen von Herrn Prof. Dr. Buckel und Herrn Brunsch entnehmen.

Deutschland impft seit dem 27. Dezember, das sind gerade mal zehn Tage. Auch bei zehnfach größerer Impfzahl wäre die aktuelle Situation des Infektionsgeschehens so, wie sie tatsächlich ist, die Verlängerung der geltenden Beschränkungen ist derzeit noch völlig entkoppelt vom Impfgeschehen. Es ist also vernünftig, weiterhin kühlen Kopf zu bewahren und sich an die Regeln halten. Aha!

Peter Schröder Höhenkirchen-Siegertsbrunn

Darf man auch Kritik an der nicht ausgetesteten Impfung üben? Als ich in den 60er-Jahren meinen Großvater fragte, warum in der DDR überall rote Transparente hängen mit diversen Sprüchen, antwortete er: „Wir müssen den Leuten in die Köpfe einhämmern, was sie glauben sollen!“ Er war 30 Jahre Bürgermeister. Wie sich doch die Bilder gleichen. Ich habe mich noch nie gegen Grippe impfen lassen. Ich persönlich habe kein Vertrauen in eine Impfung, die quasi als Menschenversuch gestartet wird. Kein Mensch kann wissen, was für Nebenwirkungen entstehen siehe Schweinegrippe.

Sibylle Gutwill Isen

Nachdem die Politik mit dem Thema „Corona“ im Frühsommer aus meiner Sicht sehr gut umgegangen ist, sehe ich jetzt leider massives politisches Versagen auf allen Ebenen. Es ist jetzt doch seit November offensichtlich, dass die Lockdown-Maßnahmen, so wie sie jetzt definiert sind, nie dazu führen werden, die Inzidenz-Zahlen so weit in den Griff zu bekommen, wie das nötig ist. Die Verlängerung des derzeitigen Lockdowns bis Ende Januar oder länger wird die Inzidenz-Zahlen wenig verändern, dafür aber - und das werden wir in einigen Monaten sehen - viele Existenzen zerstören. Das ist nicht hinnehmbar. Es fehlt leider an Politikern mit Kompetenz , Rückgrat und Mut.

Ich stelle folgende Fragen: Warum hat man sich im Sommer nicht besser vorbereitet? Warum verbietet man nicht Einkäufe, Spaziergänge, Besuche etc. in einem Umkreis von mehr als x km um den eigenen Wohnort (damit wäre zum Beispiel das Thema Spitzingsee gelöst), warum verbietet man nicht temporär sämtliche Demonstrationen (was rechtlich absolut möglich ist), warum lockert man nicht temporär den Datenschutz und ermöglicht eine hilfreiche App (wie das zum Beispiel in Südkorea möglich ist), warum setzt man keine Profis, sondern offensichtlich Dilettanten bei dem Thema Impfstrategie und -planung ein? Ein Großteil der Menschen geht vernünftig mit dem Corona-Thema um, aber es gibt immer noch viel zu viele, die das nicht tun und alles kaputt machen. Erkennt denn niemand, dass das mit Appellen nicht lösbar ist, sondern nur durch hartes und konsequentes Handeln?  

Peter Springer Waakirchen

Die Herren Markus Söder und Lars Klingbeil sollten vielleicht mal den Münchner Merkur intensiver lesen oder gar abonnieren. Für Herrn Söder sicherlich ein Einfaches, denn dann hätten beide nach Studium der Leserbriefe von Prof. Dr. Buckel und Reinfried Brunsch feststellen können, wie hohl ihre Kritik ist. Denn diese dort beschriebene Darlegung der Thematik von Forschung, Beschaffung, Produktion und Lieferfähigkeit ist nicht einfach auf den Nenner einer Bestellung zu reduzieren. Darauf wären auch all die anderen Kritiker gekommen, wenn sie sich nur die Mühe gemacht hätten, sich wirklich mit der Thematik näher zu beschäftigen und sauber zu recherchieren, anstelle einer öffentlichen Beschimpfung, die das eigentlich Chaos darstellt.

Für beide Leserbriefe möchten wir uns ausdrücklich bedanken, denn sie sind klar verständlich, nachvollziehbar und richtig im Ton. Den nun folgerichtigen, verlängerten Lockdown sollten sich die ans Revers heften, die die Pandemie weiter leugnen, und die Egoisten, die sich allesamt nicht an die Vorsichtsmaßnahmen halten. Nach dem Motto: „Mir ist das Hemd näher als die Hose.“

Rita und Jörg Sczesny Maisach

Zu viele Fragen zum Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer sind offen. Der Informationsstand der Bevölkerung ist nur oberflächlich, es wird über Impfdosen diskutiert. Laut Impfstrategie sollen die über 80-Jährigen zuerst geimpft werden. Allgemein bekannt ist, dass viele Menschen dieser Altersgruppe an teils massiven Vorerkrankungen leiden. Somit besteht die Frage, ob sie überhaupt eine belastbare Immunität ausbilden können. Auf diese Frage gibt es keine Antwort!

Warum? In den Tests vor der Zulassung waren keine Probanden dieser Altersgruppe vertreten. Hinzu kommt der Fakt, dass generell bei den Tests nur Teilnehmer ohne Vorerkrankungen beteiligt waren. Schlussfolgerung: Bei den über 80-Jährigen werden diese Menschen zu Hunderttausenden als Testpersonen verwendet, ohne dass zuvor in Stufe 3 vor Zulassung eine wissenschaftliche Bearbeitung erfolgte.

Darüber hinaus gibt es weitere unbeantwortete Fragen, die von elementarer Bedeutung sind . Nicht nachgewiesen ist, ob Geimpfte gegen erneute Infektion immun sind. Nicht nachgewiesen ist, ob Geimpfte andere Personen anstecken können oder nicht. Nicht klar ist, wie lange die Immunität nach Impfung andauert. Es gibt Spekulationen von drei bis neun Monaten Dauer, keine bewiesenen Fakten. Mit anderen Worten müsste endlos geimpft werden (siehe klassischer Grippeimpfstoff jährlich neu).

Weitere Fragen: Bei Schwangerschaft impfen? Impfung erst ab 16 Jahren? Impfung bei Allergikern? Krebspatienten? Mutationen und Impferfolg? Diese Themen und weitere müssten wissenschaftlich beantwortet sein, bevor millionen Menschen blindlings und unaufgeklärt geimpft werden.

Nachbemerkung: Ich bin kein Impfgegner. Ich stehe für die Einhaltung anerkannter medizinischer Regeln für den Test und die Zulassung von Impfstoffen. Die Vermutung liegt nahe, dass politischer Druck plus Profitgier riesiger Pharmakonzerne den Vorrang erhielten.

Dr. Christoph Unterberg Forstern

In vielen Punkten, was die Unsicherheiten mit den Corona-Impfstoffen anbelangt, kann ich Prof. Buckel verstehen, nur in einem muss ich widersprechen: Dass die Gefahr bestanden hätte, unsinnig Geld verschleudert zu haben, falls man wegen großzügigerer Bestellung doch nicht alle Impfstoffe bräuchte. Wirtschaftsunternehmen machen das anders. Sie bestellen eine Mindestanzahl an Produkten fest und erwerben durch Anzahlungen eine Option auf mehr Güter. Die Luftfahrtgesellschaften machen das so beim Einkauf von Flugzeugen. Ein Kontingent wird fest bestellt, der Rest sind Optionen. Braucht man später alles, hat man sich den Zugriff gesichert, braucht man weniger, ist entweder die Anzahlung weg oder es ist eine (erträgliche) Konventionalstrafe fällig.

Wer nun meint, das wäre aber für die Corona-Medizin zu teuer gewesen, dem hilft vielleicht folgende Rechnung: Für maximal 80 Millionen zu impfende Bundesbürger braucht man 160 Millionen Dosen. Die Preise pro Dosis schwanken zwischen 12 und 36 Euro. Bei einem mittleren Preis von 20 Euro pro Dosis wären das 3,2 Milliarden Euro für alles. In den vergangenen Wochen und Monaten sind aber, um wirtschaftliche Schäden und Not zu vermeiden, schnell mal 190 Milliarden, dann 250 Milliarden und noch mehr ausgereicht worden! Das heißt, das ganze Impfmaterial für die Bundesrepublik kostet weniger als ein Prozent der Hilfsgelder, die wir großzügig ausgeben (müssen). Also selbst wenn eine komplette Charge an Impfmaterial ein Fehlkauf wäre (weil nicht wirksam oder zu viel bestellt), wären das Peanuts gegenüber dem finanziellen Aufwand, den wir zur Schadensbegrenzung treiben müssen. Mit anderen Worten: Jede zusätzliche Woche an wirtschaftlichen Stützungszahlungen (Kurzarbeitergeld, Umsatzausfälle etc.) kosten uns mehr, als das gesamte Impfmaterial. Eine bessere volkswirtschaftliche Investition, als großzügig Impfstoff zu bestellen, hätte es gar nicht geben können. Aber das zeigt einmal wieder die Schwächen in der Politik: Große Beträge werden über Nacht durchgewunken, bei kleineren Summen wird man knickerig.

Detlef Frank Erding

Der guten Analyse von Herr Schier möchte ich zustimmen und ergänzen, dass es für gut verdienende und ministrable Politiker wohl möglichst lange zuzusperren ein bequemes Mittel ohne Risiko ist, denn die verheerenden Kollateralschäden tragen ja die anderen (Existenzvernichtung, Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, geschlossene Kitas und Schulen etc.).

Nun ist auch noch der Impfstart daneben gegangen. Aber außer dem Impfen gäbe es auch noch technisch-digitale Möglichkeiten zur Pandemie-Bekämpfung, nämlich die schnellstmögliche Digitalisierung der Gesundheitsämter zur Kontaktverfolgung sowie endlich eine Schärfung der Corona-App, womit dann auch höhere Inzidenzen beherrschbar wären. Diese Maßnahmen wären allemal preiswerter als ein unendlich teurer Lockdown.

Dietmar A. Angerer Bad Wiessee

Es gibt über die neuen Beschränkungen überhaupt keine Diskussion. Allerdings hat Herr Ministerpräsident Söder etwas wichtiges vergessen. Die Menschen laufen jeden Tag zu Aldi, Lidl und Co.!

Hier werden dichtgedrängt Pullover, Schuhe in aller Ruhe betrachtet und gekauft. Die Einsamkeit lässt den Menschen nichts anderes mehr übrig. Die gekauften Sachen können ja dann wieder umgetauscht werden. So haben die Menschen ein tägliches Tun! Es wäre also an der Zeit, nicht nur Impftermine zu vergeben sondern auch Einkaufstermine! Sonst drehen wir uns im Kreis, und wir werden das Virus nie mehr los. Herr Söder, handeln sie schnell!

Ingeborg Deubler Unterhaching

Erstaunlicherweise hört man nichts über die Grippeerkrankten. Gibt es die Grippe nicht mehr? Dabei kann die Impfung gegen die Grippe laut RKI helfen. Zitat vom Robert-Koch-Institut: „Die Gruppen, die ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf haben, sind bei Influenza und Covid-19 sehr ähnlich: insbesondere ältere Menschen ab 60 Jahren/hochaltrige Menschen und Menschen mit Grunderkrankungen. Diesen Menschen wird auch eine Influenza-Impfung empfohlen, die Impfquoten sind jedoch seit Jahren zu niedrig.“

Da frage ich mich schon, warum ein in kürzester Zeit gegen Covid-19 entwickelter und empfohlener Impfstoff mit bis heute unbekanntem Erfolg und unbekannten Nebenwirkungen so wichtig ist. Es stellt sich wieder einmal die Frage: Cui bono (wem nützt das)? Ich frage mich weiterhin, warum die vorhandenen Grippe-Impfdosen nicht eingesetzt werden. Laut Paul-Ehrlich-Institut standen im November 25 Millionen Dosen Impfstoff gegen Grippe zur Verfügung.

Nur zur Klarstellung: Ich bin kein Corona-Leugner, aber weder die Salamitaktik der Politiker noch die intransparente Darstellung (insbesondere: „an und mit Covid-19“ Verstorbene) sind ein Zeichen von Kompetenz. Sie tragen zu Verwirrung und Angst bei. Und Angst schwächt das Immunsystem.

Raimund Bröskamp Herrsching

Zu dem Artikel „Mehr Grundrechte für Geimpfte" sind einige Fragen offen: Werden Nicht-Geimpfte keine Berechtigung mehr haben, am Gesellschaftsleben teilzunehmen, oder nicht mehr im Restaurant beziehungsweise in Geschäften bedient werden? Wie sollen die Ungeimpften gekennzeichnet werden? Müssen sie bei jedem Brötchen, das gekauft wird, einen Impfpass vorzeigen? Man könnte hierzu noch viele Fragen stellen - aber vielleicht fallen unseren Herren ja noch einige andere Ausgrenzungen ein.

Elisabeth Blumrich

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