Dilettantischer Abtransport

„Schadenfreude fehl am Platz“; Leserbriefe 29. Januar

Die Leserbriefe der Herren Riedel und Wegener sind es wert, sachlich und auch emotional kommentiert zu werden, denn so provozierend, gleich Politikerschelte üben zu müssen, war die Angelegenheit nun wohl doch nicht. Soweit es die Zusatzkosten der wahrlich dilettantischen Durchführung des Abtransports des Windradflügels anbetrifft, so sollte man sich der Zusage des Herstellers Enercon erinnern, dass alle Ausfälle, auch die einer verspäteten Inbetriebnahme der Windräder, vom Hersteller übernommen würden. Ein Hersteller von Windkraftanlagen müsste ja ein betriebswirtschaftlicher Ignorant sein, würde er denkbare Risiken und damit verbundene Zusatzkosten nicht in seine Preiskalkulation einstellen. Es ist also anzunehmen, dass nicht das Unternehmen Enercon den Schaden zu tragen hat – denn diesen haben die Bürgerwind Berg GmbH und deren Mitgesellschafter längst mittelbar über den Kaufpreis bezahlt. Darüber hinaus liegt Herr Riedel mit seiner Annahme, dass der Betreiber der WKA irgendwelche Kosten an die Endverbraucher weiterreichen könne, schief – er möge sich doch bitte kundig machen und sich die Augen öffnen lassen, wie Energiepreise von unseren Energiekonzernen „zum Wohle“ der Endverbraucher gestaltet werden. Bei dem missglückten Transportversuch – wer die Geschichte vom „Ulmer Spatz“ kennt, mag herzlich lachen – wurde auch die Polizei zu einem Einsatz bemüht und hat sich dabei in der Einschätzung ihrer polizeilichen Befugnisse noch ordentlich blamiert. Ich hoffe nur, dass dieser Fehlversuch nicht zu Lasten von uns Bürgern geht. Herrn Wegener aus Schäftlarn möchte ich nicht seine „Freude“ darüber nehmen, dass der Kampf gegen die Windräder verloren wurde – ob diese allerdings von Dauer sein wird, das müssen wir einer „windigen Zukunft“ überlassen. Seine Kritik am Verhalten unserer 2. Bürgermeisterin finde ich nicht sonderlich angebracht. Nach meinem Eindruck sind die Mehrzahl der Schäftlarner Bürger insbesondere die Einwohner vom Ortsteil Neufahrn keineswegs von den Ungetümen begeistert, die ihnen von der Nachbargemeinde Berg vor die Haustüre gestellt wurden. Und eine Bürgermeisterin tut gut daran, die Interessen Ihrer Gemeindebürger zu vertreten und nicht die des Nachbarn – und wenn überhaupt so geäußert – die Annahme einer „Schadenfreude“ über den Schildbürgerstreich des Abtransports sollte Herr Wegener nicht aus dem Foto der Berichterstattung entnehmen, denn dieses wurde bei einer anderen und nachweisbar erfreulichen Gemeindeveranstaltung geschossen. Ich empfehle beiden Herren: Lassen Sie die Kirche im Dorf, denn deren Anblick ist weitaus erfreulicher als jener auf die Windräder!

 Frank Dopfer Hohenschäftlarn

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