Wölfe in Bayern: viele irrationale Diskussionen

Debatte um Wölfe in Bayern; Leserforum 11. Oktober

Jetzt ist der Jammer groß. Warum finde ich nirgends die Frage, welche fanatischen Tierliebhaber den Wölfen die Freiheit in die erwartbare Todesgefahr geschenkt haben. 

Jürgen Brendel Dachau



Ich weise hiermit auf wissenschaftliche Erkenntnisse hin: Die Wechselwirkung zwischen Mensch und Tier überträgt sich auch auf die Wechselwirkung zwischen Mensch und Mensch. Kein Gedanke und kein Gefühl im Universum bleibt verloren. Das Tier wurde ja heute zu einem es degradiert, das heißt, zu einer Sache und mit einer Sache lässt sich natürlich leichter umgehen als mit einem du. Außerdem in diesem Zusammenhang noch auf einen Satz Trotzkis hinzuweisen: So lange es Schlachthöfe gibt, wird es auch Schlachtfelder geben. Ich bin heute 76 Jahre, mein Mann ist 88 und wir wundern uns, wie die Verrohung in allen Teilen der Gesellschaft exponentiell am Zunehmen ist. In unsrer Jugend herrschte eine bessere Kultur, Moral, Bildung usw. Teilweise sind wir ehrlich froh in dieser Welt nicht mehr jung zu sein. Die jungen Leute, die in so einer verrohten und völlig amoralischen Welt aufwachsen müssen, sind zu bedauern. Wir hatten es in den Nachkriegsjahren bei Gott nicht leicht. Ich war Kriegswaise und mein Mann musste mit 15 Jahren seine vertraute Heimat (Reichenberg, heute Liberec) verlassen. Das war alles nicht locker und trotz allem wollen wir mit den heutigen Jugendlichen auf keinen Fall tauschen und dies hat sicherlich nichts mit einer altersbedingten Verklärung zu tun. 

Ursula Pietschmann Bernried

Es gibt viele irrationale Diskussionen in unserem Land, aber die irrationalste ist wohl die um Weidetierhaltung versus Wolfsgebiete, vor allem von Seiten vieler Bauern. Man kann diese hysterischen Auseinandersetzungen fast für mangelnde Konfliktbewältigung in anderen Lebensbereichen halten. Kein Mensch wurde 2017 und in den Jahren zuvor von einem Wolf angefallen, aber das nur am Rande. Von frei rum laufenden Bären ist mir nichts bekannt. Mit dem bayerischen „Problembären“ wurde seinerzeit ja leider kurzer Prozess gemacht. Kann man die Bauern nicht einfach großzügig entschädigen, sollte ein Schaf doch mal von einem Wolf gerissen werden? Das sollte in so einem reichen Land doch möglich sein, wo an anderer Stelle gerne mal mit Geld um sich geworfen wird. Unsere Nachbarn gehen viel entspannter mit diesem Thema um, übrigens auch in anderen Regionen Deutschlands. Letztendlich geht es den Bauern doch wie immer nur ums liebe Geld. Ich verstehe ja, dass man das schöne München mal wieder besuchen will. Aber gibt es wirklich keine anderen Gründe München zu besuchen? Wie wäre es mit einem Besuch im Museum Mensch und Natur? Die Gebrüder Grimm haben Märchen geschrieben, durchaus vergleichbar mit den Märchen der Demonstranten am 2. Oktober. Wegen der vielen Toten durch rasende Traktorfahrer ist noch keiner nach München gefahren!

 Chris Dach Saulgrub im Ammergebirge

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