Leserbriefe

Ersehnte Normalität

Strenge Auflagen für Feiern; Titelseite 1. Oktober

Zur gegenwärtigen Corona-Hysterie samt ihrer von hoch dotierten Leistungsbeziehern aus Politik, Medien, Wissenschaft angeordneten Maßnahmen möchte ich einen Gedanken abseits juristischer und medizinischer Ebenen in den Raum stellen.

Fast alle diese zurzeit selbst ernannten Fachgurus werden doch überwiegend aus durch unser aller Arbeit erwirtschafteten Steuermitteln bezahlt. Das bedeutet, dass keiner von denen da oben Angst um seinen Arbeitsplatz und sein zum Teil horrendes Gehalt am Monatsende haben muss, der Kleinunternehmer, Kleinkünstler, Reisebürobesitzer, Freiberufler dagegen schon.

Wir Steuerzahler finanzieren also einerseits das warme wohlige Nest der anordnenden Bevölkerung jenseits der Realität, während die uns andererseits die menschlichsten Dinge verbieten und gleichzeitig Angst und Panik schüren. Gibt es zwischendrin aber großzügigerweise dann doch ab und an mal diese oder jene Lockerung, generiert das in mir Szenen einer weihnachtlichen Bescherung nach dem Motto „Ihr ward aber jetzt brav und habt genau das von uns Geforderte pflichtgemäß erfüllt. Dafür gibt‘s ein Geschenk“ (welch eine Abhängigkeitsrelation! Unmündigkeit wie im Kindergarten!).

Zum Schluss noch eine Zukunftsfrage an alle Politiker und sonstige Entscheidungsträger: Wie viel gedenken sie eigentlich noch in unserer Gesellschaft kaputt zu machen und zu blockieren mit ihren absurden Corona-Maßnahmen? Wann kehrt endlich wieder Normalität ein (und zwar überall)?

Josef Reichl

Hebersthausen

Nach Voltaire, dem großen Enzyklopädisten und Aufklärer (1694–1778): „Ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen.“

Nun vertreten heute nicht wenige Mitbürgerinnen und Mitbürger zum Coronavirus die abstrusesten, abwegigsten Meinungen, die bis zur völligen Leugnung der Pandemie reichen, jede wissenschaftliche Erkenntnis negieren. Die freiheitlich-demokratische Verfassung unseres Staates lässt dies alles zu, muss aber auch Regelungen aufstellen, wenn das Allgemeinwohl durch derartige Leugner gefährdet wird. Bei Verstößen gegen die notwendigen Regelungen (zum Beispiel Maskenpflicht, Mindestabstand) ist der Staat verfassungsrechtlich verpflichtet, dagegen vorzugehen.

Die große Pestepidemie (so genannter Schwarzer Tod) hat im Mittelalter in Europa nach unterschiedlichen Schätzungen 30 bis 40 Millionen Menschen das Leben gekostet. Dabei ist äußerst interessant, dass einige Länder völlig verschont geblieben sind. Der Grund hierfür ist ganz einfach: Entschlossene, aus heutiger Sicht zum Teil rigorose Schutzmaßnahmen verhinderten das Entstehen und die Ausbreitung der Seuche. Länger andauernde rechtsphilosophische Diskurse, verbunden mit abstrusen, abwegigen Meinungen, konnten sich die Verantwortlichen nicht leisten. Die Leugnerinnen/Leugner der heutigen Corona-Pandemie sind entweder über die weltweit herrschende Situation und über die wissenschaftlichen Erkenntnisse völlig uninformiert, oder sie wollen ihre eigenen ideologischen Ziele verfolgen. Für die Leugnerinnen/Leugner gäbe es eine Möglichkeit, sich über die verheerenden Auswirkungen dieser Seuche zu informieren: Besuch einer Reha-Klinik, wo Erkrankte wieder gesund werden wollen.

Josef Draxinger

Bad Birnbach

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