Luxus-Biotop-Parkhaus

Sascha Karowski: Stadt stoppt Parkhaus-Planung; München 21. April

Tierpark-Falschplaner sofort stoppen! Sollte sich die Tierpark-Aufsichtsrätin Christine Strobl (SPD) vielleicht gar an die Aussage von Bert Brecht erinnern „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“, als sie sagte:“ Ich habe mit Herrn Baban gesprochen, und wir waren uns einig, dass die Pläne vorerst zu stoppen sind. Es geht ja auch ums Geld!“ Dass der städtische leitende Zoo-Angestellte Rasem Baban kein grün getarntes Luxus-Biotop-Parkhaus im Restgrüngürtel von München mit etwa 12 Millionen Euro Steuergeld bekommen dürfte, war anzunehmen: Jetzt aber soll daneben am Isarhochufer im Naherholungsgebiet ein schlichter Zweck-Hochbau für 1200 Autos entstehen! Kostet zwar auch Millionen Euro Steuergeld – aber dann könnten auswärtige Autonutzer direkt an den Zoo heranfahren und vom obersten Stock des Parkhauses aus via Sicht entscheiden, ob sie ihr Restgeld zum Besuch des (innen mit naturgrüner Farbe versehenen) Affenhauses oder im direkt danebenliegenden Biergartens der Münchner Traditionsgaststätte Siebenbrunn ausgeben wollen! Ich halte es für eine Frechheit, dass überhaupt dieser einstige Notparkplatz überhaupt so exzessiv ausgebaut wurde! Man lese nach: Vor über 25 Jahren gab es genau hier wegen der Biotop-Rettung der Siebenbrunner Quellen (da kommt der Name her!) eine tolle bayerische Umweltschutz-Feier für ‚vorbildlichen Gewässer- und Umweltschutz‘! Es lobten: Vertreter des bayerischen Umweltministeriums in München (CSU), der Stadt München (SPD), des Wasserwirtschaftsamtes Bayern, auch Münchens, des Bezirksausschusses, des Deutschen Naturschutzrings (DNR, Bonn), des Bundes Naturschutz in Bayern, von Fachvereinen… Das von ihnen Hochgelobte: Die Aktionen der Bürgerinitiative ‚Isarwasser e.V.‘ (Münchner Gruppe ab den 80er Jahren), die die Siebenbrunner Quellwasser und Bächlein an der Isarhanglage als Biotope viele Jahre lang vor der Verschmutzung und Zerstörung durch Missbrauch als ‚wildem‘ Zoo-, Gaststätten- und Lkw-Parkplatz bewahrt hatten. Von der bundesweiten DNR-Aktion ‚Gesundes Wasser ist unsere Zukunft‘ gab‘s für dieses bundesweite Beispiel von Schutz und Renaturierung die Auszeichnung für vorbildlichem Gewässerschutz im Bundesland Bayern mit einem Spenden-Preisgeld von 10 000 DM. Will die Stadt München jetzt tatsächlich bestehende Umweltschutz-Richtlinien wie die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) für das Normal-Parkhaus beugen? Eine Gerichtsklage riskieren? Uns Bürger vielleicht gar mit dem Kompromiss-Vorschlag befrieden, dass man künftig im Münchner Zoo auch ein Häuschen für einheimische gefährdete Tier- und Pflanzenarten von der Isar-Hangkante baut? Um sie als Exemplare von „aussterbenden Tierarten zu retten und für die Zukunft zu bewahren“ – ein Argument mancher Zoo-Experten gegenüber dem Mitleidsäußerungen mancher Zoo-Laien angesichts von hinter Gittern eingesperrter Kreaturen aus fernen Landen. Ein Pfui dem zynischem Gedanken, Münchner Kinder könnten sich ja aus der Zoo-page kostenlos ‚früheres Isar-Vogelgezwischer auf ihr Handy abladen! Dass die Isar mit der Isar-Hangkante möglichst als zusammenhängendes, naturbelassenes Naherholungsgebiet zwingend erhalten werden muss, hat die Stadt mit der Einleitung einer teuren Isar-Renaturierung bewiesen – und hat damit nicht nur dem Stadtbild und der Natur-Optik einen großen Gefallen getan, sondern auch der Umwelt, allen Münchnern und kommenden Generationen! Nun sollen aus der Münchner Innenstadt die Autos verbannt werden – aber im ausgelasteten Münchner Isar-Naherholungsbereich wollen manche Stadt-Verordnete mit Millionen Euro Steuergeld eine seit Jahren bekannte, dümmlich-gefährliche Verkehrs-Engstelle noch problematischer machen! Man frage sich: zu wessen Nutzen? Herr, lass‘ Verstand regnen! Ich wohne im Umfeld seit vielen Jahrzehnten, kenne den Stand–ort des Parkplatzes, die Verkehrsentwicklung vor Ort – und ich halte die bisherige Planung für geschmacklos, sinnlos, verantwortungslos! 

Klaus Gerosa München

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