Bairisch geredet

Daniela Schmitt: Weil er Bairisch spricht: Schule warnt vor Hausmeister; München 20. November

Ja, wo sama denn? Es kann doch nicht sein, dass in einer bairischen Schule jemand abgewatscht wird, der unsere schöne bairische Sprache spricht, noch dazu, wenn er nicht direkt im Lehrbetrieb tätig ist. Andere Schulen in Bayern führen Bairisch-Kurse als Unterrichtsfach ein, damit auch in den kommenden Generationen unser Kulturgut Sprache erhalten wird. Ich kann nur hoffen, dass sich der Hausmeister nicht verbiegen lässt. Das Kultusministerium sollte die Schulleitung austauschen, die wäre wohl besser in Norddeutschland aufgehoben (ach das geht ja leider auch nicht, es kann ja sein, dass dort Platt gesnackt wird). 

Konrad Maierhofer Holzkirchen

Nach dem Zeitungsartikel vom Montag finde ich es zu Tiefst enttäuschend, einen Hausmeister wegen seines Dialektes zu diskriminieren. Auch ich bin mit Stolz ein gebürtiger Boar (Bayer) und lebe meinen Dialekt täglich mit Freude aus. Selbst in der Arbeit und bei Telefonaten spreche ich bayrisch und wiederhole mich nur bei Nachfrage auf hochdeutsch. Es ist sehr schade, dass in unserer Umgebung immer weniger Mitmenschen unseren Heimatdialekt sprechen. Es ist auch schwer, zu verstehen, dass sich Eltern und Schulleitung über den Dialekt von Herrn Greiner beschweren, wenn zugleich in anderen Schulen ein Bayrisch-Unterricht statt findet. An Hausmeister anderer Herkunft die nur gebrochen Deutsch sprechen hat man sich längst gewöhnt. Die Schule sollte sich glücklich schätzen, noch einen bayrischen Hausmeister zu haben. 

Andreas Schwabl Berg/Dietramszell

 München auf dem Weg nach oben, Schule warnt vor bairisch: Was ist aus dem München unserer Kinder- und Jugendzeit geworden? Eine beliebig austauschbare deutsche Großstadt, die sich wie ein Krebsgeschwür ausdehnt, wo sich die Stadtbaureferentin auf die Herausforderung freut, 600 Hektar landwirtschaftliche und naturnahe Flächen im Münchner Osten mit 7 stöckigen Betonsilos für 30 000 Menschen und zusätzlich 10 000 Arbeitsplätzen zu gestalten. Eine Stadt, in der jedes Einfamilienhaus mit großem Garten nach dem Tod der Erbauer durch eine Wohnanlage ersetzt wird, auf der nicht einmal mehr ein Vogel die Möglichkeit hat, ein Nest zu bauen. Eine Stadt aus dessen jahrzehntelanger rot- grüner Rathausmehrheit der Spruch kommt „die Münchnerinnen und Münchner benötigen Wohnraum“. Dabei gibt es in München vielleicht noch 5 % echte Münchner, der Rest der Bevölkerung kommt aus ganz Deutschland und der ganzen Welt. Der Einwand, dass durch noch mehr Wohnungsbau noch mehr Menschen nach München drängen, ist offensichtlich politisch nicht gewollt. Gewollt ist auch kein bairisch sprechender Hausmeister an einer Münchner Schule mehr, da ihn die Kinder der neuen „Münchnerinnen und Münchner“ nicht mehr verstehen. Ich bin mir sicher, wenn der Schulleiter bei einem gebrochen Deutsch sprechenden Hausmeister (was bei uns in der Stadt eigentlich der Normalfall ist) mit einem Warnhinweis reagiert hätte, wäre dieser Schulleiter die längste Zeit Schulleiter gewesen. Der Wohnungsbau in München mag auf dem Weg nach oben sein, die Lebensqualität geht steil nach unten. Der Schreiber dieses Leserbriefes ist nicht 100 Jahre alt, sondern 1965 in München geboren und froh, die Stadt noch als echte Hauptstadt von Oberbayern mit einer bairisch sprechenden Bevölkerungsmehrheit erlebt zu haben! 

Richard Diener München

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