Finger weg von den Olympischen Spielen 2022

„Olympia: Münchens zweiter Anlauf“; Titelseite 1. Oktober, Günter Klein: „Neue Münchner Olympia-Bewerbung: Endlich Kontinuität“; Kommentar 1. Oktober

Und wieder wird versucht, das unsägliche Olympia nach München zu holen. Nichts gegen Olympia an sich, aber wohin ist der einst heere sportliche Wettbewerb denn inzwischen pervertiert? Lukratives Geschäft für einige Profiteure, Schaubühne und Prestigeobjekt für Politiker, die sich wie Herr Ude ein Denkmal setzen wollen; Absahnen für die saturierten Funktionäre des IOC, das dazu mit mit einseitigem Risiko behafteten, nach deutschem Recht sittenwidrigen Verträgen die Kommune und letztendlich den Steuerzahler knebelt und über den Tisch zieht! Und die unmittelbar betroffene Münchner Bevölkerung, die nur zum allergeringsten Teil die Spiele unmittelbar mitverfolgen kann, trägt voll die Zeche: Steigende Preise, anziehende Mieten und die Zerstörung einer mit 1200 Bäumen höchst schützenswerten Parklandschaft im Innenstadtbereich. Angrenzende Stadtteile wie Neuhausen erhalten mehr Feinstaub vom Mittleren Ring und von der Dachauer Straße, der nicht mehr durch den waldartigen Baumbestand im Gelände des Bundeswehrverwaltungszentrums gefiltert wird. Und schließlich das Olympische Dorf, das man darauf bauen will, wird von Herrn Ude und den scheinheiligen Helfershelfern teuer vermarktet – nix sozialer Wohnungsbau, wie man wahrheitswidrig glauben machen möchte! Also Finger weg von Olympia! Die Bevölkerung ist hoffentlich klug genug, das einseitige Spiel zu durchschauen. Insoweit liegt Herr Günter Klein mit seiner Aussage im oben genannten Leitartikel zur neuen Münchner Olympiabewerbung ganz richtig, wenn er schreibt, dass es noch genügend Leute gibt, die des olympischen Kommerzes grundsätzlich überdrüssig sind und deren Ablehnung unverrückbar ist; hoffentlich!
Jörg Braun
München

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