Vermeintlich andersartige Menschen

Auch dank der Veröffentlichung im Münchner Merkur fanden sich am Freitag 20 Hilfsbereite, die den ca. 30 Flüchtlingen in Saulgrub die deutsche Sprache und die deutsche Lebensweise näherbringen werden.

Auch die Gemeinde unterstützt uns in großartiger Weise. Mit dieser tollen Gruppe könnten wir hier in Saulgrub sicher auch 60 Flüchtlinge betreuen, wenn Wohnraum zur Verfügung stünde. Die momentan in Saulgrub wohnenden 10 Kinder und deren Eltern werden uns jedenfalls alle Anstrengungen danken. Bei dieser anhaltend großen Hilfsbereitschaft in Deutschland sind auch 2 Millionen Flüchtlinge zu schaffen, da bin ich sicher. Frau Merkel hat doch Recht.

Astrid Poppenwimmer Altenau

„Wir schaffen das!“ rief uns unsere Bundeskanzlerin am 13. September zu. Was haben wir seitdem geschafft? Wir haben versucht, Schaden von den Flüchtlingen abzuwenden, aber gleichzeitig unsere Zuständigen und Freiwilligen gnadenlos überfordert. Wegen unserer offenen Grenzen haben wir es nicht geschafft, alle Flüchtlinge zu registrieren bzw. zu identifizieren. Hoffend, dass Frankreich Flüchtlinge aufnehmen würde, haben wir uns mit ihm im Krieg gegen den IS verbündet. Der Türkei haben wir viel Geld und die EU-Mitgliedschaft in Aussicht gestellt, wenn sie im Gegenzug Flüchtlinge zurückhält. Wir haben gelernt, dass viele unserer Flüchtlinge gar nicht direkt aus einem Kriegsschauplatz zu uns kommen, sondern schon geraume Zeit in sicheren Ländern gelebt haben. Sie tauschen praktisch ihre bisherigen unzulänglichen Lager gegen deutsche Erstaufnahmelager. Unserem Aufruf folgend, werden die Flüchtlinge inzwischen durch alle Transitländer bis zur deutsche Grenze gefahren. Unsere Haushalte kommen in Not. Aus eigener Anschauung weiß ich, dass jeder Flüchtling monatlich Kosten von mindestens 1200 Euro auslöst. Dieser Betrag beinhaltet sowohl die Kosten für Taschengeld, Sozialarbeiter, medizinische Betreuung, Anwälte, Richter, Polizei, Dolmetscher, Integrationskurse und Transporte wie auch Unterkunft, Heizung, Wasser, Strom und Reinigungsservice. Bei zwei Millionen in dieser Weise versorgten Menschen kommt man auf rund 25 Milliarden Euro Unsere Integrationsbemühungen stehen auf der Stelle, weil viele Flüchtlinge gar keine europäische Sprache kennen bzw. Analphabeten sind. Mit unserer Flüchtlingspolitik haben wir die EU in eine veritable Zerreißprobe versetzt. 2014 und 2015 sind aus den Kirchen schätzungsweise 1,5 Millionen Personen ausgetreten. Dies entspricht der Zahl der zugezogenen Muslime. Diesen Trend fortschreibend wird ab Ende 2016 die Zahl der Kirchenmitglieder noch etwa die Hälfte der Gesamtbevölkerung ausmachen. Was wir noch unbedingt schaffen müssen, ist, dass wir uns beim Thema Flüchtlinge nicht auseinander dividieren und polarisieren lassen.

Johannes Schiller Gauting

Obwohl auch wir zur Generation der älteren Leser gehören, trugen unsere vielen Reisen offensichtlich zu einer Erweiterung unseres Horizonts bei. Für uns haben Menschen anderer Länder nichts Befremdliches. So zum Beispiel haben wir 1979 mit unseren Kindern – damals 6 und 13 Jahre alt – in einem VW- Bus eine Sahara-Tour gemacht. Wir haben das steinige Hoggar-Gebirge umrundet und kurz vor Tamanrasset gab unser Bus den Geist auf. Die dort lebenden Tuaregs waren sehr freundlich und hilfsbereit. Und einfallsreich, da es natürlich an einer Original- Kurbelwelle fehlte. Als wir nach dem Preis ihrer stundenlangen, erfolgreichen Arbeit fragten, wollten sie nichts annehmen. Unsere Kinder schenkten ihnen einen Teil ihres mitgenommenen Spielzeugs für ihren Nachwuchs, worüber sie sich sehr freuten. Das ist nur eines von vielen Erlebnissen, die wir mit der Freundlichkeit von vermeintlich andersartigen Menschen machten. Unsere Erfahrung: Kennt man die Menschen anderer Völker erst, merkt man, dass sie sich zwar kulturell von uns unterscheiden, nicht aber emotional.

Annemarie Fischer Wielenbach

Das ganze Gerede von der verstärkten Sicherung der EU-Außengrenze ist doch nur eine Beruhigungspille für die EU-Bürger. Was will/soll man denn tun? Etwa die Küsten Italiens und Griechenlands mit Tausenden von Kilometern Stacheldraht einzäunen? Das wäre das Ende der für diese Länder so wichtigen Tourismuswirtschaft und würde keinen Flüchtling stoppen. Sollen wir tatenlos zusehen, wie Tausende im Mittelmeer ertrinken? Wir müssen endlich die Ursachen der Flucht bekämpfen, nämlich Armut, Unterdrückung und Bürgerkrieg. Die Nato hätte schon vor Jahren unter einem Vorwand Assad „ausschalten“ und damit das syrische Blutbad stoppen können. Dasselbe gilt auch für andere Tyrannen. Auch sind die Staatsgrenzen in Nahost/Schwarzafrika neu zu ziehen, denn sie zerreißen nationale Siedlungsgebiete und stammen aus der Zeit der Kolonialherrschaft bzw. sind Folge der Weltkriege. Jedes Volk hat das Recht auf einen eigenen Staat, auf demokratische Selbstbestimmung, auch die Kurden und Paschtunen.

Christian Fuchs Gutenstetten

Natürlich glaubt niemand, dass Deutschland in zehn Jahren islamisch ist. Aber die Angst, vor dem sehr selbstbewusst auftretenden Islam ist zweifellos vorhanden und ich erwarte, dass diese Ängste von uns Deutschen auch artikuliert werden dürfen, ohne in eine fremdenfeindliche Ecke gestellt zu werden. Es ist Unsinn, dass laut Herrn Kardinal Marx „die meisten, die über den Islam reden, vermummte Schlächter vor sich sehen“. Was ich aber sehe ist, dass nach wie vor Steinigungen stattfinden, dass „Ungläubige“ grausamst ermordet werden, Menschenleben nichts gelten, der Glaube zum Teil fanatisch gelebt wird - bis zur Selbstaufgabe, dass es Ehrenmorde gibt und den Aufruf streng nach der Scharia zu leben. Wenn Herr Kardinal Marx den Vergleich bringt, „das wäre im übertragenen Sinne so, als wenn man Christen auf die Hexenverbrennungen reduzieren würde“, dann bitte ich schon zu bedenken, dass die Hexenverbrennungen und die Inquisition der katholischen Kirche überwiegend im Mittelalter und nicht im 21. Jahrhundert stattgefunden haben. Ich würde mir wünschen, dass unsere beiden christlichen Kirchen ebenso selbstbewusst auftreten. Alle die nach Deutschland kommen müssen wissen, dass hier der christliche Glaube gelebt wird, dass in Schulen Kreuze hängen, dass es christliche Feste gibt, die respektiert werden müssen und nicht auf einmal umbenannt werden, dass Frauen in Europa nicht vermummt herum laufen, Frauen in allen Berufen gleichberechtigt sind und respektiert werden. Wessen Weltbild das nicht entspricht, muss sich ein Land suchen, in dem er sein Weltbild leben kann. Wenn sich hier die beiden großen Kirchen einbringen, dann kann es vielleicht ein friedliches Miteinander geben. Es ist uns nicht geholfen, wenn unsere Kirchen vor lauter Toleranz und Verständnis für andere Kulturen, unsere christliche, abendländische Kultur zur Disposition stellen.

Hannelore Hartmann Starnberg

Es reicht! Nich nur, dass wir die größten EU-Nettozahler sind, für den höchsten Anteil der Griechenland(banken)rettung bürgen, vermutlich den Löwenanteil der Milliardenzahlung an die Türkei werden stemmen müssen, und über unsere Köpfe hinweg eine riesige Flüchtlingswelle in Gang gesetzt wurde, deren Ende trotz aller (hilflosen) Versuche nicht in Sicht ist, sollen wir - ebenfalls ungefragt - ganz selbstverständlich hinnehmen, dass wohl der Soli umgewidmet wird, damit wir das alles schaffen können. Natürlich ist das (noch) nicht "amtlich" und das Protestgeschrei derer, die um die Wählergungst fürchten müssen, mit Blick auf die nicht mehr allzu fernen Wahlen (noch) groß, doch letztich wird es aber wieder mal "alternativlos" sein. Wohlverstanden, es ist kein Thema, dass wir Menschen in Not helfen und wir tun es gerne und mit großem Engagement, das wird kaum jemand bezweifeln können. Allerdings besteht Europa nicht nur aus Deutschland! Da sind noch 27 andere Mitgliedsstaaten, von denen sich viele ganz wegducken oder zähneknirschend nur ein paar "handverlesene" Flüchlinge aufnehmen. Gilt die Genfer Flüchtlingskonvention für sie nicht? Jedenfalls haben sie nach dem Willen von Frau Merkel und Herrn Juncker keinerlei Sanktionen in irgendeiner Form zu erwarten. Ich will hier mal einen Vorschlag machen, der meiner Meinung nach alternativlos ist, bis sich unsere europäischen Nachbarn darauf besinnen, dass Solidarität sie auch dann etwas angeht, wenn nicht sie es sind, die sie einfordern: Alle, die glauben, sie haben bezüglich der Flüchtlingsfrage nur Rechte und keine Pflichten, zahlen einen kräftigen Flüchtlings-Soli an Deutschland und die Länder, die sich diesem Problem ebenfalls stellen."

Rotraud Oechsler Miesbach

Doris Richter: „Tausende Betten in alten Büros“; München 21. Dezember, Claudia Möllers: „Deutschland wird nicht islamisch“; Bayern 19./20. Dezember 

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