Machen Sie Rabatz!

Tobias Scharnagl: „Wenn er zurückgeht, ist er tot“; Festnahmen am Hauptbahnhof; München 16. Januar

Im Münchner Merkur gelesen, zwei Artikel auf der gleichen Seite: Ein voll integrierter ehemaliger afghanischer Flüchtling, Zahnarzt und Sänger, wird nach sechs Jahren ausgewiesen! Zwei Syrer ohne Fahrschein verletzen Bahnmitarbeiter, Russe bedroht Reisende, alkoholisierter Türke griff Sicherheitsmitarbeiter an und verletzte ihn. Auch ein Deutscher schlug zu, nachdem er beim Diebstahl erwischt wurde (aber der ist unser Problem)! Der anscheinend unbescholtene und integrierte Afghane wird ausgewiesen, das kriminelle Gesindel darf bleiben. Diese Politik ist schon lange nicht mehr meine Politik. 

Gert Gebhart Sauerlach

Kann mir bitte jemand schlüssig erklären, warum einerseits ein Zahnarzt (Fachkraft) und Sänger (kulturell Tätiger), der seit sechs Jahren in Deutschland lebt, sechs Sprachen spricht, auch Deutsch, sich unter anderem ehrenamtlich engagiert, also offenbar bereits gut integriert ist, nach Afghanistan abgeschoben werden soll, wo ihn wahrscheinlich der Tod erwartet – ein Abschiebehindernis sogar für strafrechtlich bei uns in Erscheinung getretene Asylbewerber? Und warum man andererseits einen nachweislichen Islamisten, Gefährder, Sozialbetrüger, Drogendealer und wohl auch Attentäter wie Anis Amri nicht dingfest machen konnte (wollte)? Was für ein verheerendes Signal an alle Spitzbuben dieser Welt! 

Rotraud Oechsler Miesbach

Ein junger Zahnarzt wird in Afghanistan dringend gebraucht. Die besten können nicht einfach alle das Land verlassen und aufgeben. Sie geben es auf oder hoffen vielleicht, dass der Westen es freikämpft, was nicht möglich ist. Öffentlich Lieder gegen den IS singen ist mutig, aber unklug. Der IS muss anonym, von allen Kräften und mit allen Mitteln bekämpft werden. 

Walter Herzog Otterfing

Bitte werden Sie aktiv! Versuchen Sie alles, dass Ahmad Shakib Pouya in Deutschland bleiben kann. Ich bin 77 Jahre und muss zusehends erleben, dass man in unserem Land verrückt geworden ist. Einesteils Grenzen auf für alles, was nach Deutschland will. Papiere braucht es nicht. Es geht aber auch mit 14 verschiedenen Identitäten, um sich in Deutschland bzw. Europa wohlzufühlen. Ein altes bayerisches Sprichwort sagt: All zu gut ist ein Stück von Liederlichkeit. Das trifft für dieses Land voll und ganz zu. Aber andererseits, wenn jemand seit 6 Jahren hier ist, eine gute Ausbildung hat, sich integriert hat und sich nichts zu Schulden kommen ließ, dann schickt man ihn zurück, dahin, wo er mit Sicherheit den Tod erleidet. Und die Taliban werden ihn finden. Was ist das für ein eigenartiges Land? Wie wunderbar sind wir – und so menschlich! Abgesehen davon ist jegliche Vernunft offensichtlich abhandengekommen. Ich weiß gar nicht mehr, was ich sagen soll. Ich bin fassungslos! Bitte unternehmen sie etwas! Wenn wir solche Gesetze haben, dann ist etwas faul im Staate. Bitte machen sie Rabatz! 

Eva Weber München

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