Gründe gegen den Verkauf

Klaus Vick: München will Flughafen-Anteil nicht verkaufen; München 13. April

Auch falls sich die Stadt München entgegen mehrfacher Bekräftigungen nicht mehr an den weiterhin gültigen Bürgerentscheid gebunden fühlte, gibt es sehr gute Gründe gegen einen Verkauf der Anteile. Freilich könnte ein Erlös von über 500 Millionen Euro einen kräftigen Impuls z.B. auf den städtischen Wohnungsbau setzen. Aber damit gäbe man die Kontrolle über die weitere Entwicklung des Flughafens vollständig auf. Ein neuer Gesellschafter, der angesichts bereits bestehender Pfründe eigentlich nur Lufthansa heißen könnte, würde alles daran setzen, den Flughafen massiv auszubauen, ohne sich dabei aber an den regionalen Bedarf und die Probleme einer dicht besiedelten Region kümmern zu müssen. Erster Schritt dazu wäre die Umwandlung in eine AG, die der FMG deutlich mehr Handlungsspielraum böte als bislang. Der Druck auf den Wohnungsmarkt würde sich dadurch aber noch stärker erhöhen und der Einmaleffekt des Verkaufserlöses wäre rasch verpufft. Wesentlich nachhaltiger ist es, die derzeit erfreuliche Ertragslage des Flughafens langfristig durch entsprechende Gewinnausschüttungen für gemeinschaftliche Zwecke zu nutzen und dabei die Entwicklung des Flughafen genau auf den regionalen Bedarf auszurichten, auch wenn wir dann auf einen Mega-Hub wie Istanbul oder Dubai verzichten müssen. Bemerkenswert, dass die Stadträte hier nun ein deutliches öffentliches Zeichen setzt. Der Druck auf sie ist offensichtlich hoch – hinter den Kulissen.

Josef Felber Hallbergmoos

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