Leserforum

Glück in der Liebe

Julias Busen wird zur Chefsache; München 19. August

Die weibliche Brust nährt uns alle, auch im übertragenen Sinn. Deshalb ist auch an der Statue Julias, die gegenüber vom Haupteingang der Heilig-Geist-Kirche steht, nichts Anstößiges oder Unanständiges zu finden. Unsere Münchener Stadtführer haben wahrscheinlich zum angeblichen Brauch angeregt, bei Berührung der Brust von Julia, Liebesangelegenheiten zu erfüllen. An der blank geriebenen Brust erkennt man unschwer, wie sehr sich die Menschen Glück in der Liebe wünschen. Wie unromantisch und gewöhnlich spricht man jetzt vom „Busen“ der Julia und provokativ möchte eine Stadträtin sogar ein männliches Pendent daneben aufstellen.

Hier sollen die Frauen am männlichen Fortpflanzungsorgan Hand anlegen können. Sorry, so ein Zipfelmann neben Julia, wäre für unsere touristischen Gäste eine Lachnummer. Da sind wir Münchner dann doch empfindlich. Da wir aber keine Spießbürger sind und von den geistlichen Herren der gegenüberliegenden Kirche bisher auch keine Beanstandung zu Julias Brüsten kam, hier meine Vorschläge: Lassens uns doch den neuen Brauch, oder aber: Sie bringen ein Schild an, das auf die Patrona Bavariae am Marienplatz hinweist, sozusagen als Ersatz für Fürbitten in Liebesangelegenheiten, weil die Brüste der Julia im Moment etwas Pause benötigen. Unsere Stadträte sollten hier etwas mehr Humor zeigen und nicht künstlich nach Luft schnappen.

Romana Bigl

München

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