Gute Langsamkeit

Doris Richter: Ich, Schnecke; München 4. März

Der Kommentar von Frau Richter spricht mir voll aus der Seele. Vor allem die Situation an der Supermarktkasse. Ich denke dass eine Bewegung zur „Entdeckung des bewussten Seins“ uns allen guttäte nicht nur eine bayerische Gemütlichkeit. Wenn ich die Berichte über Crystal Meth oder das „Ende des Feierabends“ lese, frage ich mich, wann die Gesellschaft begreift, dass es nicht immer schneller, höher, weiter geht. Das bewusste Sein im Hier und Jetzt ist kaum noch vorhanden vor lauter Permanent-Beschallung und ständiger Verfügbarkeit. Ich glaube auch nicht, dass es hilft, Freizeit und Erreichbarkeitsabstinenz zu verordnen wenn die Einsicht dafür fehlt. Allerdings fehlt sie in diesem Fall meiner Meinung nach vor allem in den Unternehmensführungen. So lange es als Eingriff in die Individualität betrachtet wird und sich niemand an das Thema Entschleunigung rantraut müssen sie eben mit vermehrter Krankheitsrate und höheren Fehlerquoten leben. Das wird ja scheinbar eher akzeptiert als Aufklärung oder Präventionsmaßnahmen. Aber solange der Leidensdruck durch den Konsum von Drogen hinausgezögert oder wie bei dem tödlichen Unfall einer 15-jährigen nicht in einer Katastrophe endet, muss man ja nichts ändern, sondern kann weiter jammern.

Christiane Wittig Karlsfeld

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