Aufklärung nötig

Christine Ulrich: „Wir müssen die Herzen erreichen“, Interview mit Imam Ahmad Schekeb Popal; München 5. April

Verdienstvoll, dass Sie versuchen, die Islamdebatte mit sachlichen Argumenten anzureichern. Hätten Sie dazu aber nicht eine Interviewerin nehmen können, die dem Herrn auch etwas entgegnet? Vorweg, auch bei dessen Aussagen kommt die Fehllage der Debatte zum Ausdruck: Nicht unsere Gesellschaft muss sich in den Islam integrieren, sondern die Moslems müssen sich in unsere Gesellschaftsordnung, in unsere Gesetze, in unsere Wertvorstellungen, in unsere Lebensweise integrieren. Das ist aber bisher selten der Fall. Ich erinnere an die bekannten Parallelgesellschaften. Zu den einzelnen Aussagen: Die überwiegende Mehrheit der Islamgelehrten entnimmt dem Koran kein Kopftuch- und schon gar kein Verschleierungsgebot. Im Koran ist auch nur die Rede von einer züchtigen Bekleidung der Frau. Manchmal wird diese Verschleierung den Hadithen entnommen, die nicht von Mohammed stammen, sondern von seinen selbst ernannten Nachfolgern über die Jahrhunderte gesammelt wurden und teilweise nur uralte Traditionen wiedergeben. Mit keinem Wort wird die Scharia erwähnt, die ohne jeden Zweifel dem deutschen Grundgesetz und den europäischen Verfassungen widerspricht. Eine große juristische Mehrheit geht auch von der Verfassungswidrigkeit des Korans aus. Dieser kennt keine Individualrechte und anerkennt nicht die Gleichberechtigung der Frau. Das kommt ja auch deutlich im Interview zum Ausdruck, wo die Rede davon ist, dass die Frauen in der Moschee getrennt von den Männern sitzen müssen. Eine Moschee mit Lehrräumen in der Innenstadt, gar in Bahnhofsnähe, wo willkommene Touristen ankommen, ist abzulehnen. Der Islam muss endlich eine umfassende Aufklärung erleben, sonst ist er für die moderne Zeit und in fortschrittlichen Staaten nicht akzeptabel. 

Ilse Schedl München

Auch interessant

Kommentare