Potenzieller Konkurrent

Caroline Wörmann und Sascha Karowski: Jugend unter Druck; München 15. März

Da macht die Stadt München also eine Umfrage unter Jugendlichen, um etwas über deren Sorgen und Nöte zu erfahren. Doch diese Steuergelder hätte man sich sparen können. Denn man scheint die Ergebnisse in Teilen nicht ernst zu nehmen. Das beweist die Bezeichnung Ressentiments, die der Münchner Merkur leider auch übernommen hat. Laut dem Ergebnis der Befragung habe viele Jugendliche diese gegenüber Ausländern, speziell gegenüber Flüchtlingen. Man sollte sich lieber fragen, woher diese Einstellung kommt. Ist es nur das subjektive Sicherheitsgefühl, dann könnte der Staat sicherlich etwas dagegen unternehmen. Doch sind es objektive Erfahrungen, dann muss der Staat etwas dagegen unternehmen. Dass die Jugendlichen die Flüchtlinge als Konkurrenten betrachten, ist nur logisch. Die Einwanderer brauchen auch Wohnraum und Arbeitsplätze. Natürlich ist jede Person mehr ein potenzieller Konkurrent für junge Menschen, die endlich selbstständig werden wollen. In den Interviews zu der Befragung haben zwei junge Mädchen über negative Erlebnisse mit Ausländern berichtet. Vielleicht ist das die Realität. Ich wage zu behaupten, dass eine Befragung jeder Altersgruppe ähnliches erbracht hätte. Nicht weil die Deutschen per se rechts sind, sondern weil sich Deutschland durch die Merkelsche Politik verändert hat. Doch das nicht unbedingt überall zum Vorteil. Ob die Eindrücke nun subjektiv oder objektiv sind, sei dahingestellt. Doch die Ursache liegt in der verfehlten Politik der letzten Jahre. Deshalb machen es sich die Stadtspitze und allgemein die Politik und die Medien zu leicht, wenn man kritischen Stimmen immer gleich Vorurteile vorwirft. Die Politik wäre gefragt, hier zu Handel und Probleme zu beseitigen, statt sich die Welt so zu malen, wie man sie gerne hätte. Und dass vermeintliche Freunde schnell zu Gegnern werden können, beweist uns Herr Erdogan.

 Thomas Münch München

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